Indonesien 2014 (Honeymoon auf Bali, Java, Flores, Komodo, Rinca)

Reiseroute Bali
Reiseroute Bali

Erster Teil des Honeymoons siehe Menüpunkt "Malaysia".

 

Nach einem angenehmen 3-stündigen Flug mit funktionierendem Inseat-Program und Sandwichs landeten wir in Denpasar auf Bali und waren somit das erste Mal in unserem Leben unterhalb des Äquators :). Die Einreise verlief dann leider nicht ganz so zügig, über eine Stunde standen wir in der Schlange an der Immigration an um unsere Visa on arrival zu erhalten. Das nette Angebot eines Polizisten (!) für 20 Dollar die „Express Lane“ zu nutzen schlugen wir dankend aus. Draußen wurden wir von einem netten Fahrer des Ahimsa Beach Hotels begrüßt, bekamen kühle Handtücher und kalte Getränke und wurden an unser Hotel in Jimbaran im Süden Balis gefahren. Der erste Eindruck von Bali war fantastisch, es war nicht so schwül wie in der Großstadt, alles war sehr grün und tropisch bewachsen und unterwegs sahen wir überall kleine Haustempel und Schreine, Bars und Marktstände am Wegesrand. Der Süden der Insel gilt wegen seiner gut ausgebauten Infrastruktur und seinen breiten weißen Stränden als touristischer Hotspot. Für Australier ist Kuta wie für Deutsche der Ballermann, ein schnell erreichbares Partyparadies am Strand. Seminyak zieht mit seinen Luxushotels, Designerläden und Edelclubs die etwas betuchteren Urlauber an und Nusa Dua ist eine abgeschottete künstliche Urlaubswelt mit Aquaparks und Restaurants für Familien. Nur wenige Bali-Besucher sehen mehr von der Insel, als diesen kleinen südlichen Teil. Auch wir haben für unsere ersten Tage auf Bali wegen seiner schönen Strände den Süden gewählt, allerdings das etwas ruhigere Fischerdorf Jimbaran, bekannt für seine vielen Seafood-Restaurants am Strand. Das Ahimsa Beach Resort haute uns völlig aus den Socken! Ruhig gelegen zwischen dem Dorf und dem Strand verteilten sich hier 11 Poolvillen auf dem Gelände, die absolute Privatsphäre boten. Die Küche und das gemütliche moderne Wohnzimmer waren zur Seite hin offen, unter dem Strohdach summte ein Ventilator, es roch nach Frangipani-Blüten und Räucherstäbchen. Wir hatten einen großen eigenen Swimmingpool inmitten tropischer Pflanzen und auch das Badezimmer war offen, ausgestattet mit einer Open-Air-Dusche und einer Badewanne mitten im Grünen. Nur das Schlafzimmer mit dem großen gemütlichen Bett und Blick auf unseren Pool befand sich in einem klimatisierten Raum. Die Begrüßung war sehr nett und herzlich, wir bekamen ein Blütenbad, Begrüßungscocktails, eine Honeymoon-Torte und einen Obstkorb mit exotischen Früchten wie zum Beispiel Mangostane und Salakpalme. Ein Infobuch informierte uns darüber, dass man sich hier wirklich ALLES direkt in die eigene Poolvilla bestellen konnte (bei nur 11 Villen lohnte ein separates Restaurant auch nicht wirklich), von der SPA-Anwendung, über das Frühstück bis hin zum Seafood-BBQ mit begleitender Musikband. Wir waren mega happy, schwammen erstmal eine Runde in unserem eigenen Pool, genossen das Blütenbad und ließen es uns richtig gut gehen. Beim Concierge bestellten wir dann Frühstück für den nächsten Morgen und einen Fahrer, der uns ins Ort zum nächsten ATM-Bank-Automaten brachte. Dort hoben wir den Maximalbetrag von 2 Millionen Rupiah ab – umgerechnet 120 Euro, der Wechselkurs stand sehr gut bei 1 zu 16.500 – wir waren Millionäre :). Im Supermarkt nebenan kauften wir noch 2 Cokes und 4 Päckchen Marlboro Lights für insgesamt 4 Euro :). Zurück in unserer Traumvilla beschlossen wir zur Feier des Tages den Zimmerservice zu nutzen und bestellten uns Chicken Teriyaki mit Gemüse und Red Snapper mit Knobi und Salat auf´s Zimmer. Kurze Zeit später erschien ein freundlicher Angestellter, deckte uns liebevoll den Tisch und richtete unser wahnsinnig leckeres Essen an – was ein Service! Zum Nachtisch naschten wir an unserem Obstkorb, blätterten noch etwas in unserem Reiseführer und schliefen dann unter dem leisen Rufen der Geckos ein.

Am Morgen wurden wir vom exotischen Gezwitscher verschiedener Vögel geweckt und schwammen erstmal eine Runde in unserem Pool – was ein Leben :). Pünktlich um 10 Uhr wie bestellt kamen drei Angestellte in unsere Villa, begrüßten uns freundlichen und bereiteten uns in der Küche frisch unser Frühstück mit Omelette, Rührei, Toast, Obst und frisch gepresstem Wassermelonensaft zu. Kurz darauf, während wir unseren Kaffee leer tranken, wirbelten 6 Angestellte durch unsere Villa und nach nur 10 Minuten war alles fertig aufgeräumt und sauber gemacht. Mit einem Golfcaddy wurden wir die wenigen Meter vor an den schönen Strand gefahren. Der Sand war weiß, dass Meer glitzerte dunkelblau und ordentliche Wellen brachen sich am Ufer, hinter uns war alles tropisch grün bewachsen und unter Strohsonnenschirmen standen einige Liegen bereit. In einer kleinen Hütte döste eine rundliche Frau mit freundlichem Blick im Schatten, die uns als Mamasan vorgestellt wurde und kalte Getränke verkaufte. Ansonsten war kaum etwas los. Wir genossen die Ruhe, gingen Baden und lasen und beobachteten zwei Brautpaare bei ihrem Fotoshooting – das war natürlich eine bomben Kulisse! Am Nachmittag liefen wir zurück ins Hotel und planschten noch etwas in unserem Pool. Kurz vor Sonnenuntergang, frisch geduscht und fein gemacht, schlenderten wir wieder zum Strand. Jetzt war hier deutlich mehr los, viele Einheimische saßen mit einem Bintang in der Hand in Grüppchen zusammen, schwatzten und lachten. In der Meeresbrandung spielten die Kinder (in überwiegend spanischen oder deutschen Trikots) Fußball. Wir schlenderten den Strand in südliche Richtung entlang bis wir zu einem Abschnitt kamen, an welchem allabendlich die Liegen gegen kleine Holztische direkt im Sand ausgetauscht werden, die berühmte Seafood-Meile von Jimbaran. An großen mit Kokosnussschalen befeuerten Lagerfeuern stiegen dichte Rauchwolken auf, auf den Holztischchen standen Kerzen, die Stühle waren alle in Richtung Meer gedreht, hinter welchem gerade die Sonne unter ging (natürlich verdarben uns die Wolken mal wieder die letzten entscheidenden Meter, aber das sind wir ja nicht anders gewohnt ;)). Wir entschieden uns für das Warung Mamma Donny (Warungs sind übrigens die typischen, einfachen, lokalen Restaurants hier in welchen auch die Einheimischen gern zu Abend essen), naschten Erdnüsse und genossen bei Bintang und Ice-Tea (den echten Ice-Tea, den es in Asien gesüßt oder pur überall gibt und den Tatj so sehr liebt, nicht das künstliche Lipton-Zeug) das Treiben um uns herum. Dann aßen wir bei Kerzenschein sehr lecker zu Abend, für Jan gab es Huhn und Reis mit vielen verschiedenen scharfen Soßen und Tatj aß King Prawns – fantastisch! Zum Nachtisch gab es Obst und Bananenpancakes mit Eis und Schokosoße. Beim abschließenden Strandspaziergang kaufte Jan sich noch einen gegrillten Maiskolben mit enorm scharfer Chillisoße an einem kleinen Stand. Zurück in unserer Villa schwammen wir unter dem funkelnden Sternenhimmel noch eine Runde im Pool, beobachteten die Geckos und skypten mit unserer Family.

Wir schliefen gemütlich aus und bekamen dann wieder unser Frühstück auf dem Zimmer zubereitet. Heute wählten wir das Healthy-Breakfast, mit Toast & Baguette, Marmelade, Honig, gebratenem Speck, gegrillten Tomaten, Rührei, Fruchtsaft, Obstteller, Müsli & Joghurt. Gestärkt spazierten wir dann den Strand entlang, diesmal in nördliche Richtung, vorbei an bunten Fischerbooten und liefen dann in den Ort hinein. Vom ersten Moment an waren wir begeistert! Wir spazierten an kleinen Ständen und Garküchen vorbei, an bunt geschmückten Tempeln, überall duftete es nach Räucherstäbchen. Wir beobachteten, wie Frauen kleine Opferschalen mit Blüten, Obst, Keksen, Reis, Zigaretten und Räucherstäbchen an die Tempel stellten und diese mit Wasser bespritzten um sie zu weihen. Dreimal täglich werden diese Opferschalen an alle Haustempel, öffentliche Tempel, in Autos und Hotelzimmer, an große Bäume oder unübersichtliche Kreuzungen gestellt um die Geister und Götter gnädig zu stimmen. So lange das Räucherstäbchen brennt sind die Geister da um sich an den Gaben zu bedienen, danach werden sie meist von den vielen herumstreunenden Hunden und Hühnern gegessen. Dann nimmt es einem auch niemand mehr übel, wenn man versehentlich auf eine der überall herumliegenden Schälchen tritt. Obwohl Indonesien der Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt ist, leben auf Bali zu 93% Hindus. Sie praktizieren ihren Glauben jedoch etwas anders als beispielsweise in Indien, man nennt das die Hindu-Dharma-Religion. Religiöse Zeremonien und Riten, Geister und Dämonen und ein sehr stark ausgeprägter Aberglaube bestimmen das Leben. Jedes Haus besitzt einen eigenen Haustempel, der teilweise größer als das eigentliche Wohnhaus ist. Jährlich nehmen alle Balinesen an dutzenden Zeremonien im Familien- oder Dorftempel teil. Von der Geburt, über die Zahnfeil-Zeremonie, dem Reinigungsritual beim Einsetzten der Menstruation, der Hochzeit bis hin zur Feuerbestattung – alles wird aufwendig und groß gefeiert. In der Regel werden solche Feiern von großen Festessen, Gamelanmusik, Kecak- und Legong-Tänzen und einem Hahnenkampf begleitet. Arbeitgeber geben ihren Angestellten hierfür regelmäßig mehrere Tage frei, die Familie steht immer und überall an erster Stelle.

Der Verkehr um uns herum war chaotisch, unzählige vollbeladene Roller fuhren kreuz und quer, ein System konnten wir nicht wirklich entdecken. Wie selbstverständlich fuhren Autos zu viert nebeneinander auf zweispurigen Straßen. Alle Menschen grüßten uns freundlich, alte Frauen schenkten uns ein fröhliches, zahnloses Lächeln. Die Kinder winkten aufgeregt wenn wir vorbeiliefen und riefen laut „Hello, hello“ – wir fühlten uns willkommen. Nach 2 Stunden waren wir jedoch so dermaßen nass geschwitzt, dass wir zurück zu unserer Villa gingen und den restlichen Tag an unserem Pool verbrachten. Gegen 17 Uhr ließen wir uns mit dem Hotelshuttle nach Kuta fahren. Hier ging es definitiv nicht mehr so beschaulich zu. Viele Taxifahrer, viele Touristen, viele kleine Läden mit den üblichen „Versace“-Handtaschen und „Rayban“-Pilotenbrillen. Wir schlenderten durch die Discovery Mall, schauten den Surfern am berühmten Kuta-Beach beim Wellenreiten zu und besichtigten das Denkmal zur Erinnerung an die islamistischen Bombenanschläge vom 12. Oktober 2002, bei welchem über 200 Menschen (die meisten von ihnen Touristen) ihr Leben verloren als der Sari Club in die Luft gesprengt wurde. In der Sandbar aßen wir dann lecker zu Abend, für Jan gab es Mie Goreng und für Tatj Satay-Spieße in Erdnusssoße mit Reis und Sambal, dazu frisch gepressten Ananassaft, der so lecker war, dass Tatj erstmals in ihrem Leben ihr Glas vor Jan leer getrunken hatte ;). Anschließend bummelten wir durch die Gassen mit den kleinen Verkaufsständen, die Verkäufer hielten sich im Vergleich zu anderen Ländern zwar noch zurück, nervig war es wieder mal trotzdem ständig in andere Läden hineingedrängt zu werden. Am Ende des Tages hatten wir für knapp 20 Euro 2 T-Shirts für Jan, 2 Kleidchen und eine Hippie-Hose für Tatj erstanden. In einer australischen Sportsbar gönnten wir uns noch ein Bintang und fuhren dann durch den zähfließenden Verkehr mit dem Blue Bird Taxi für einen Apfel & ein Ei zurück nach Jimbaran in unser Hotel. Es war interessant Kuta mal erlebt zu haben, wie erwartet war es uns aber zu voll und zu laut. Überall dröhnten laute House-Bässe aus den Bars und Clubs, Massen halbnackter, betrunkener Australier schoben sich durch die Straßen und ständig wurden wir gefragt ob wir eine „Massage“, „Valium“ oder gar „Kokain“ wollten. In unserer Villa beendeten wir den Tag wieder mit einer Runde im Pool und zwei weiteren Bintang.

 

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Strand und entspannten uns hier in der Sonne. Am Nachmittag sprangen wir noch einmal in unseren Pool bevor wir um 16:30 Uhr zu unserer gebuchten Tour an den Pura Luhur Ulu Watu Tempel auf der Halbinsel Bukit Badung ganz im Süden Balis abgeholt wurden. Eine Dame Namens Mayanadi stellte sich uns als unser heutiger Guide vor und gemeinsam fuhren wir durch die karge Landschaft der Halbinsel zu einem der heiligsten Tempel Balis, der auf einer Felsklippe thront und dem Gott Shiva gewidmet ist. Am Eingang liehen wir uns Sarongs aus und liefen danach durch ein bogenförmiges Portal flankiert von zwei Ganesha-Statuen durch die Außenanlagen und genossen den Blick von den steilen Klippen. Das Innere des Tempels ist den Balinesen vorbehalten. Jan fütterte die vielen herumhüpfenden Affen mit Bananen, die unvorsichtigen Besuchern schon mal die Hüte oder Sonnenbrillen von der Nase klauten. Nach Sonnenuntergang nahmen wir in einem kleinen Amphitheater Platz und schauten uns hier den traditionellen Kecak-Tanz an, bei dem 50-70 Männer im Kreis sitzen und sich durch rhythmische Kecak-Rufe in eine Art Trance versetzen. Zwei prunkvoll gekleidete Mädchen tanzten hierzu die Liebesgeschichte zwischen dem Prinzenpaar Rama und Sita vor. Der Höhepunkt ist erreicht, als der weiße Affe barfuß durch ein großes Feuer springt. Auch wenn die Aufführung sehr touristisch war, war es spannend es einmal zu sehen, ist es doch eine der wenigen Möglichkeiten diesen Traditionstanz einmal zu erleben. Der Tempel an sich hat uns eher enttäuscht, es gab nicht viel zu sehen, besonders hübsch fanden wir ihn auch nicht (da gab es beim Spaziergang durch Jimbaran hübschere Haustempel zu bestaunen) und 50 Euro war dieser 3-stündige Trip schon mal gar nicht wert… Mayanadi war jedoch sehr nett und hat uns auf der Heimfahrt noch einige spannende Anekdoten aus dem Leben auf Bali erzählt. Sie klärte uns beispielsweise darüber auf, dass die dubiose Frucht, die Tatj am Morgen beim Frühstück gegessen hatte und die aussah wie eine Knoblauchknolle, eine Mangostane war, die nur hier auf Bali wächst. Im Gespräch mit ihr merkten wir, wie ernst und tief verankert der Glaube an Wiedergeburt, Geister und Dämonen bei den Menschen war, auch wenn der Lebensstil immer westlicher und offener wurde. Es ist beispielsweise nicht mehr ungewöhnlich, wenn man eine Freundin hat ohne verheiratet zu sein oder wenn man erst mit 30 heiratet oder nur zwei Kinder bekommt (bis vor kurzem waren 10-15 Kinder keine Seltenheit). Nur gar keine Kinder zu bekommen – das ist unvorstellbar. Auch wir wurden den ganzen Tag über von jedem gefragt wo denn unsere Kinder wären bzw. wie viele wir denn jetzt nach unserer Hochzeit planen würden... Als besonders amüsant ist uns ihre Übersetzung des Namens unseres Hotels in Erinnerung geblieben: „Ahimsa ist balinesisch und heißt übersetzt, dass man niemals toten wird“ – hier fehlte die Vokabel für sterben :). Zurück in Jimbaran liefen wir den Strand diesmal in nördliche Richtung weil wir auch hier die Rauchschwaden der Kokosnussfeuer für die Seafood-Warungs am Himmel entdeckten. Auch heute war das Essen und der Abend wieder fantastisch, mit den Füßen im Sand und den Blick aufs Meer saßen wir lange bei Kerzenschein zusammen, schmiedeten Zukunftspläne, sprachen über Gott und die Welt und speisten dabei fürstlich: vorab gab es Erdnüsse, Gemüse und Maissuppe, zum Hauptgang Chicken-Satay mit Reis und verschiedenen Soßen und Dips sowie Thunfischsteak mit Gemüse und Kartoffeln, zum Nachtisch Wassermelone. Zurück im Hotel versuchten wir den Gecko, den wir Nachts immer laut „Ge – Ko“ aus unserem Bad rufen hörten, hinter dem Spiegel hervorzulocken. 40 Minuten legten wir uns mucksmäuschenstill auf die Lauer, doch er wollte einfach nicht aus seinem Versteck hervor kommen. Irgendwann wurde es Jan zu doof und er hängte kurzerhand den 1,50 m hohen Badezimmerspiegel ab. Darunter verbarg sich ein wunderschöner gefleckter ca. 30 cm langer Gecko :).

Heute gab es zur Abwechslung mal indonesisches Frühstück – Nasi Goreng und einen Teller mit frischem Obst, sehr lecker! Danach kämpfte Jan Tatj zuliebe noch kurz mit einer, Tatjs Ansicht nach „Monster-Küchen-Scharbe“, wir schwammen noch eine kleine Runde im Pool und ließen uns dann mit dem Hotelshuttle wieder nach Kuta fahren. Wir streiften noch einmal durch die Discovery Mall und die Gassen mit den vielen kleinen Läden und tranken kalten Ice-Tea in einer Bar bevor wir uns ein Taxi heranwinkten und uns weiter nach Seminyak fahren ließen. In Seminyak ging es deutlich ruhiger zu als in Kuta, allerdings war der Strand total verbaut und die Läden überteuert – uns überzeugte es nicht wirklich. Wir bummelten über einen Markt und durch einige Läden, erstanden noch ein paar Hippie-Hosen für Tatj und T-Shirts für Jan und setzten uns auch hier noch einmal in eine Bar. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Taxi zurück nach Jimbaran, erfrischten uns (wie sollte es anders sein) im Pool und machten uns ein letztes Mal ausgehfein für die Seafood-Strand-Warungs. Wir entschieden uns diesmal für das Bakti-Seafood-Café, was sich jedoch leider als nicht ganz so super wie die anderen erwies. Jan´s Mie Goreng war zwar ganz okay und es gab auch hier wieder Nüsse vorweg und einen Obstteller zum Nachtisch, Tatj´s gemischter Seafood-Teller war jedoch nicht so doll, zu viel Tintenfisch und Muscheln, zu wenig Krabben und Fisch. Beim Blick in den Himmel fiel uns erstaunt auf, dass der Mond hier auf der Südhalbkugel quasi falsch herum steht und andersrum zu- und abnimmt als auf der Nordhalbkugel. Spontan beschlossen wir diesmal nicht am Strand, sondern durch die Stadt zurück zu laufen um noch an einem Supermarkt anzuhalten. Wir hatten das Warung kaum verlassen, da liefen wir direkt einem Angestellten unseres Hotels in die Arme, der uns gleich erkannte und uns mit zum Hotel nahm. Im Auto saß bereits ein australisches Pärchen aus Melbourne. Wir kamen mit den Beiden ins Gespräch und stellen fest, dass sie ebenfalls am 26.04. geheiratet haben und hier ihren Honeymoon verbringen – allerdings hatten sie bei ihrer „Herbsthochzeit“ nicht so viel Glück mit dem Wetter wie wir :). Zurück in unserer Traumvilla packten wir die Koffer und stellten alles für den Beginn der Rundreise durch den Westen Balis am nächsten Morgen bereit.

Nach einem letzten leckeren Frühstück in unserer Villa checkten wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem wunderschönen Resort aus, die Freude über das vor uns Liegende überwog jedoch. Unser Fahrer Okra und unser Guide Largos (der jedoch Tommy genannt werden wollte) warteten bereits auf uns. Largos war 34, Single (auf dringender Frauensuche) und lebte in Denpasar. Er war zwar ganz nett und sprach recht gut Deutsch, war uns jedoch von Anfang an nicht richtig sympathisch. Wir werden ihn jedoch in den nächsten Tagen sowieso nicht allzu oft zu Gesicht bekommen weil er die meiste Zeit schläft, telefoniert oder uns einfach irgendwo abstellt und alleine lässt – doch der Reihe nach. Beim Einsteigen fielen uns sofort die Opferschale in der Windschutzscheibe (die Okra tatsächlich dreimal täglich austauschte) und ein kleiner Wimpel am Rückspiegel mit einem Hakenkreuz auf. Gerade für uns Deutsche ein sehr ungewohntes Bild, auch wenn wir wussten, dass das bei den Hindus ein Sonnensymbol ist. Unser kleiner klimatisierter Van fuhr los und Largos erzählte viel über das Land, seine Menschen und den Glauben. Zu den chaotischen Verkehrsregeln erzählte er uns, dass man mit 17 Roller fahren darf (wobei wir ständig Rollerfahrer sahen, die höchstens im Grundschulalter waren) und Auto ab 18. Es gab eine theoretische und praktische Prüfung, wenn man durchfiel steckte man dem Prüfer ein paar Rupiah zu und alles war erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit war innerorts 40 Km/h und außerorts 80 Km/h, doch das war alles „sehr flexibel“ – nett ausgedrückt ;). Korruption war hier an der Tagesordnung, weshalb Polizisten ein schlechtes Ansehen genossen. Lustig war auch eine Anekdote über das Sexualleben balinesischer Hindu-Priester. Ihnen ist es nicht untersagt Sex zu haben, sie müssen jedoch vorher die Geister in sich entlassen. Hierzu müssen sie am Abend vorher aus Kokosnussschalen ein Feuer vor ihrer Haustür entfachen. Am nächsten Morgen entzünden sie erneut ein Kokosnussfeuer um die Geister wieder einzuladen. So weiß immer das ganze Dorf Bescheid, wie es um das Privatleben des Priesters derzeit bestellt ist ;). Plötzlich stoppte unser Wagen und wir fanden uns in einer Batik-Werkstatt in Batubulan wieder. Nanu – hiervon war im Tourprogramm aber nicht die Rede?! Im Schnelldurchlauf bekamen wir von einer jungen, gelangweilten Dame erklärt, wie man Seidentücher webt und anschließend Motive mit Bienenwachs aufgetragen werden und schon standen wir in einem riesigen Verkaufsraum, in welchem die junge Verkäuferin uns nicht von der Seite wich... Wir schauten uns um, kauften aber nichts und gingen wieder hinaus zu Largos ans Auto. „Na, nichts gefunden?“ fragte dieser erstaunt. „Nein, wir hatten ja auch nicht vor einzukaufen, sondern wollten wie geplant durch die Reisplantagen im Landesinneren wandern“ antworteten wir. Largos lachte nur und weiter ging die Fahrt. Nächster Halt war eine Gold- und Silberwerkstatt in Celuk, wo die Angestellte uns nicht einmal begrüßte, sondern direkt gelangweilt ihren 2-Minuten-Text über die Gewinnung und Verarbeitung von Silber runterratterte, bevor sie uns in den schicken Verkaufsraum führte… Diesmal ließen wir uns bequatschten und kauften 1 Kette und 2 Paar Ohrringe, die wir von 292 Dollar auf 110 Dollar runterhandelten – wer´s glaubt wird selig… Gegen eine Holzschnitzerei wehrten wir uns dann vehement bevor wir uns wenige Minuten später in der Nähe von Ubud in einer Galerie wieder fanden – wo zum Teufel waren wir hier denn nur hinein geraten?! Wir schauten uns die schönen Gemälde an, kauften jedoch wieder nichts. Zurück im Auto sah Largos uns wohl unseren Zorn an worauf er schnell sagte „Und jetzt fahren wir in die Plantagen!“. Wir freuten uns und stiegen am nächsten Stopp erwartungsvoll aus. Leider handelte es sich nicht um eine ganz normale bewirtschaftete Plantage, sondern um einen kleinen Park, in welchem alle Pflanzen, die es hier auf der Insel gab, wuchsen und fein säuberlich mit Namensschildern beschriftet waren. Wir liefen an Kaffee und Mangostane, Mangos und Nelken, Bananen, Kokosnüssen und riesigen Weihnachtssternen vorbei. Dann wurden wir an einen kleinen Tisch geführt wo wir (immerhin gratis) eine Kostprobe von vielen verschiedenen Kaffee- und Teesorten, vom Mangostane-Tee über Ginseng- und Kokoskaffee bis hin zum Ingwer-Kaffee bekamen. Tatj fragte dann nach dem berühmten Luwak-Kaffee, dem teuersten Kaffee der Welt, der hier aus der Region stammte. Der Fleckenmusang (eine Art Wildkatze) frisst die Früchte einer bestimmten Kaffeesorte, verdaut jedoch nur das Fruchtfleisch und scheidet die Bohnen wieder aus. Diese werden eingesammelt und hieraus wird Luwak hergestellt, das Kilo kostet bei uns zu Hause um die 220 Euro, hier in Indonesien keine 50 Euro. Salopp gesagt ist es Kaffee aus Katzenscheiße – aber versuchen wollte sie ihn doch einmal wo sie schon mal da war. Gegen einen kleinen Obolus bekam sie eine Tasse serviert. Er war gut, nicht zu bitter aber geschmacksintensiv, aber insgesamt doch nicht so außergewöhnlich wie erwartet. Als wir zum Ausgang des Parks schlendern erwartet uns – na was wohl – ein Verkaufsraum. So schnell konnten wir gar nicht schauen da hatten wir schon ein Päckchen überteuerten Ginsengkaffee gekauft, von dem Tatj zuvor wohl zu oft betont hatte, wie lecker sie ihn fand. So langsam hatten wir wirklich genug vom selbstverliebten Largos und diesem Trip, für den wir schließlich eine ganze Stange Geld gezahlt hatten… Endlich begann dann am frühen Mittag der im Tourenplan aufgeführte Teil der Reise, wir fuhren hoch in die Berge durch das zentrale Bergland Balis. Um uns herum wurde es immer ursprünglicher und grüner, endlose Kaffee- und Nelkenplantagen wechselten sich mit dichtem Dschungel und Palmenwäldern ab. Und endlich sahen wir das erste Mal Reisterrassen – die Landschaft sah aus wie gemalt, wunderschön. Zum Mittagessen hielten wir an einem tollen Lokal mit indonesischem Buffet, von der Terrasse hatte man einen wahnsinns Ausblick über die Reisterrassen. Es war zwar eine absolute Touristen-Absteige, neben uns kamen nur Japaner und andere Europäer mit ihren Tourenguides hierher, schön war es aber trotzdem. Nach dem Essen fuhren wir durch das hübsche Bergdorf Bedugul und weiter an den Bratan See. Hier besichtigten wir den Pura Ulun Danu Bratan, der der Wassergöttin Dewi Danu gewidmet ist und auf einer kleinen Insel im See thront. Die Parkanlage war sehr schön, neben dem hinduistischen Tempel gab es eine buddhistische Stupa und in Sichtweite eine Moschee sowie eine kleine christliche Kirche, ein weiteres Beispiel für die Vielfalt Balis. Dieser Tempel kam zwar immer noch nicht an die eindrucksvollen buddhistischen Anlagen in Thailand heran, gefiel uns aber schon deutlich besser als der Ulu Watu. Unsere Fahrt ging anschließend weiter durch traumhafte Landschaft, Dschungel und Plantagen bis nach Munduk. Wir durchfuhren kleine Dörfer mit einfachen Wellblechhütten, in welchen Kinder am Wegesrand selbstgebastelte Drachen steigen ließen, Hühner und Hunde umherliefen, Frauen ihre Kleidung im Fluss wuschen, junge Männer in weißen Gewändern zum Gebet in die Tempel strömten. Wir sahen Frauen riesige Lasten auf ihren Köpfen balancieren und Männer auf unglaublich beladenen Rollern fahren. Alte zahnlose Frauen knieten betend vor ihren Haustempeln und stellten Operschalen ab. All das war so schön, so fremd, so beeindruckend für uns, zog jedoch leider nur im Eiltempo an der Fensterscheibe an uns vorbei. Einen einzigen Fotostopp ermöglichte Largos uns nur, von welchem wir einen tollen Ausblick auf den unter uns liegenden Bratan-See hatten. In Munduk wanderten wir ca. 15 Minuten zu einem ganz netten Wasserfall, der jedoch kein großes Highlight darstellte. Wir machten 1, 2 Fotos und wanderten unter lautem Grillengezirpe zurück zum Auto. Nächste Station waren die Air Panas Banjar Schwefelquellen. Auf dem kurzen Weg dorthin tummelten sich viele Verkaufsstände, die wir uns auf dem Rückweg genauer anschauen wollten. Aus acht steinernen Figuren floss das Wasser aus einer natürlichen heißen Quelle in das erste Becken (35 Grad), von dort in ein weiteres Becken (30 Grad) und schließlich in ein letztes Becken mit angenehmen 25 Grad. Es roch kaum nach Schwefel, eher nach Eisen und dampfte auch nicht. Largos wollte uns nur einen kurzen Blick darauf werfen lassen und drängte uns zur Weiterreise, wir protestierten und bestanden auf ein Bad, soll ja schließlich gesund sein. Nach dem Bad war Tatj so sauer und enttäuscht von dieser „Kaffeefahrt“, dass sie den Verkäuferinnen an den Markständen gar keine Beachtung schenkte und wütend zum Auto stapfte. Erst auf der Weiterfahrt realisierte sie, dass die Damen ihr ihre Hippie-Hosen für gerade mal 0,50 Euro angeboten hatten, in Kuta hatte sie bis zu 10 Euro für eine gezahlt… :(. Largos versuchte uns zu überreden, den letzten Programmpunkt für heute ausfallen zu lassen, es sei ja schließlich schon viel zu spät. Wieder protestierten wir woraufhin er genervt nachgab und so fuhren wir zum Brahma Vihara Arama, einem buddhistischen Meditationskloster, welches wir bereits nach 10 Minuten erreichten (so viel zum Thema „viel zu spät“). Wir schlüpften in Sarongs und schauten uns auf dem Gelände um. Neben verschiedenen kleinen Tempeln und Pagoden mit liegenden oder sitzenden Buddhas gab es einen großen Garten mit Frangipani-Bäumen und einen Teich mit Seerosen. Die Anlage gefiel uns sehr gut, es war ruhig und man hatte eine tolle Aussicht, hier zu meditieren konnten wir uns gut vorstellen. Largos wartete bereits ungeduldig am Ausgang auf uns und wir fuhren weiter nach Pemuteran, wo wir die erste Nacht unserer Rundreise im Taman Sari Cottages verbringen sollten. Largos setzte uns dort ab, wünschte uns eine gute Nacht und schon war er verschwunden. Wir bekamen wieder einen Begrüßungsdrink und wurden durch die hübsch angelegte und sehr grüne Anlage zu einem kleinen mit bunten Blumen umwachsenen Bungalow geführt. Wir hatten eine große Terrasse mit Sofa, ein gemütliches Bett mit Moskitonetz und wieder ein Bad im Freien. Highlight war die große (nicht einmal überdachte) Dusche mit einer lebensgroßen steinernen Figur, aus deren Eimer das Duschwasser floss. Das Hotel verfügte über ein SPA und einen Swimmingpool und lag direkt am dunkeln Lavasandstrand mit einem hübschen Strandrestaurant. Wir beschlossen noch ein kurzes Bad im Meer zu nehmen, leider war es ohne Badeschuhe einfach zu felsig und die starke Brandung schleuderte Tatj direkt einen großen Stein an den Knöchel (welcher daraufhin noch zwei Wochen schmerzen würde). Nachdem wir uns frisch gemacht hatten und die Sonne untergegangen war, gingen wir zum Strandrestaurant wo wir einen tollen kleinen Tisch direkt vorne am Meer bekamen. Über uns baumelten Lampions in den Bäumen, auf den Tischchen standen Kerzen. Wir aßen sehr lecker zu Abend, schrieben in unserem Reisetagebuch und ließen diesen ereignisreichen Tag Revue passieren. Wir hatten viel gesehen und erlebt und konnten es kaum abwarten noch mehr zu entdecken. Blieb uns nur zu hoffen, dass Largos sich mal am Riemen reißen und auf seinen Job konzentrieren würde, statt ununterbrochen mit irgendwelchen Damen zu telefonieren und uns genervt und gelangweilt im Eiltempo durch Bali zu scheuchen…

Die Nacht war leider etwas unruhig, durch die dünnen Strohwände hat man die unterschiedlichen Vögel- und Grillengeräusche doch lauter gehört, als es Tatj lieb war. Trotzdem standen wir pünktlich um 07:30 Uhr auf der Frühstücksterrasse und bestellten uns das American Breakfast, also Toast, Marmelade und Rührei. Nach einigen Minuten kam ein kleiner Obstteller, der Kaffee und ein frisch gepresster Fruchtsaft – doch das war´s. Gegen 8:00 Uhr fragten wir höflich nach, was denn mit unserem Frühstück wäre, denn in einer halben Stunde würde unsere Rundreise weiter gehen. Es sei noch in der Mache… Nach einer Dreiviertelstunde verließen wir unverrichteter Dinge das Restaurant, checkten aus und Jan erklärte der Dame an der Rezeption, dass wir kein Frühstück bekommen hatten (was aber schließlich bezahlt war). Man entschuldigte sich zwar, ein Lunchpaket oder einen Preisnachlass auf´s Abendessen gab es jedoch leider nicht – sehr schade! Wir fuhren zum westlichsten Zipfel von Bali an den Hafen von Labuhan Lalang, von wo aus wir gemeinsam mit Elke und Klaus zum Schnorcheln aufbrachen. Das Ehepaar aus Berlin machte eine 8-tägige Rundreise über Bali und wir würden die letzten 3 Tage gemeinsam verbringen. Auch sie waren mit der lokalen Agentur Go Vacation unterwegs, hatten jedoch einen viel sympathischeren und engagierteren Guide als wir. Den Schnorcheltrip unternahmen wir gemeinsam mit einem erfahrenen Schnorchel-Guide, Butu. Gemeinsam mit ihm fuhren wir zur Insel Pulau Menjangan und schnorchelten hier an zwei Stellen, einmal vom Strand und einmal vom Boot aus. Das Meer war ruhig und die Unterwasserwelt absolut atemberaubend! Tausende bunte Fische schwammen um uns herum, kleine und große, gelbe, rote, blaue, grüne; unter uns, neben uns, über uns. Wir sahen einen blauen Seestern, bunte Korallen, Clownfische in ihren Anemonen, zuschnappende Muscheln, bunt schillernde Papagei-Fische – es war unglaublich schön! Butu wies uns immer wieder auf besonders schöne Dinge hin, ließ uns viel Zeit und setzte Jan und Klaus eine Spider-Koralle auf die Hand, die sich direkt festklammerte. Zurück an Land duschten wir uns in einer echten Rambo-Dusche (das weckte Erinnerungen an die Rambo-Tour auf Cuba ;)) und aßen im „Wild-Wild-West-Restaurant“, einem einfachen Warung, Nasi Goreng zu Mittag (für uns quasi zum Frühstück). Beim Essen tauschten wir mit Elke und Klaus Reiseanekdoten aus und auch ihr Guide und ihr Fahrer saßen bei uns und erzählten – nur Largos seilte sich mal wieder zum telefonieren ab. Anschließend ging die Fahrt weiter durch den Taman Nasional Bali Barat, wo wir am Wegesrand immer wieder freilebende Makaken in den Wäldern toben sahen, bis nach Gilimanuk. Von hier setzten wir mit einer großen Autofähre in ca. einer Stunde nach Java über. Mit einer Gesamtfläche von knapp 127.000 km² ist Java deutlich größer als Bali und mit ihren 130 Millionen Einwohnern ist sie die Insel mit den meisten Einwohnern der Welt. Im Gegensatz zu Bali ist hier der Islam die vorherrschende Religion, was auch gleich zu erkennen war: die bunten Tempel waren verschwunden, in regelmäßigen Abständen sahen wir Moscheen und viele Frauen (wenn auch bei weitem nicht alle) trugen Kopftuch. Im Supermarkt kauften wir eine Flasche Cola, auf deren Etikett das Wort „Halal“ abgedruckt war – das ist arabisch und bedeutet „nach islamischem Recht erlaubt“. Ansonsten fiel uns auf, dass Java deutlich untouristischer und vom ersten Eindruck her ärmer als Bali ist. Unsere Fahrt führte uns immer höher auf das Ijen-Plateau durch dichten Dschungel, am Wegesrand hingen Bananen, Durian, Kokosnüsse und Mangos in den Bäumen und wir passierten wunderschöne, kunstvoll angelegte Reisterrassen. Die letzten vier Kilometer bis zu unserem Hotel, dem Ijen-Resort, waren eine echte Schaukelfahrt über einen unebenen Feldweg. Um 14:30 Uhr Java-Zeit (im Vergleich zu Bali haben wir eine Stunde Zeit gewonnen) checkten wir im wunderschön abgelegenen Hotel ein, bekamen zur Begrüßung einen Ananas-Papaya-Saft und bezogen ein schönes Zimmer mit einem gemütlichen Balkon und Blick ins Grüne. Das Hotel hatte einen traumhaften Überlaufpool mit Blick in die umliegenden Reisfelder. Wir genossen die himmlische Ruhe, man hörte nur die Vögel, Frösche und Grillen – und in regelmäßigen Abständen den Muezzin. Wir verbrachten den restlichen Tag am Pool, am Abend gingen wir ins Hotelrestaurant mit einer schönen Terrasse essen. Hier in den Bergen kühlte es abends endlich mal etwas ab, Tatj zog sich sogar ein Strickjäckchen über – wie angenehm! Unter einem lauten Grillenkonzert gab es Burger für Jan und Mie Goreng und Satay für Tatj, den Abend ließen wir dann auf unserem Balkon ausklingen.

Um 5 Uhr klingelte der Wecker, wir lagen jedoch bereits seit 03:15 Uhr durch die lauten Rufe des Muezzin wach…Zum Frühstück gab es Schokocroissants und Toast mit Rührei, Honig und Marmelade und dann wurden wir auch schon von unserem heutigen local Guide, einem 24-jährigen netten Kerl, der etwas englisch sprach, abgeholt. Elke und Klaus waren bereits eine Stunde früher losgezogen, Largos nahm sich den heutigen Tag komplett frei von uns… In einer Stunde ging es mit einem Jeep in einer absoluten Kamikaze-Tour höher auf das Ijen-Plateau hinauf, dann begann unsere Wanderung auf den noch aktiven 2.200 m hohen Vulkan (letzter Ausbruch 2010, kleinere Eruptionen gibt es jedoch regelmäßig). Die Wanderung war nicht ohne, der Weg stellenweise wirklich steil. Unterwegs kamen uns immer wieder Schwefel-Träger entgegen. Die Männer laufen für das Unternehmen BWI ihr ganzes Leben lang zweimal am Tag auf den Vulkan, runter in den Krater und wieder zurück und tragen dabei 70-110 Kg Schwefelsteine in einfachen Bambuskörben auf ihren Schultern – und das für 3 Euro am Tag – unfassbar! Auf halber Strecke kamen wir an die Wiegestation der Schwefelträger, die uns gierig die mitgebrachten Nelkenzigaretten (Kretek) abschwatzten. Hier gab es auch einen kleinen Getränkeverkauf und hier trafen wir auch auf Elke und Klaus. Nach ca. 1,5 Stunden kamen wir endlich oben am Kraterrand an, der Anblick war unglaublich. Bizarr geformte, erkaltete Lavafelder, unter uns der unnatürlich türkis-farbene und 50 Grad heiße Kratersee, drum herum die gelben Schwefelsteine. Überall dampfte und rauchte es übel riechend aus der Erde. Etwa 200 m unter uns konnten wir die BWI-Arbeiter beim Abbau des Schwefels beobachten. Nachdem wir die Szenerie einige Zeit beobachtet hatten, stieg plötzlich eine besonders große Rauchsäule in den Himmel, es war wohl eine kleine Blase geplatzt. Es stank bestialisch und so machten wir uns schnell an den deutlich einfacheren Abstieg. Unterwegs trafen wir auf eine Gruppe Tschechen und ein holländisches Pärchen und quatschen ein Weilchen mit der Nachbarschaft ;). Anschließend ging die Holperfahrt zurück an unser Hotel wo wir bereits gegen 11:00 Uhr wieder ankamen. Unterwegs konnten wir die Arbeiter mit ihren typischen spitzen Strohhüten in den Reisfeldern beobachten und sahen, wie sie mit Wasserbüffeln die Terrassen pflügten (Largos meinte später hierzu: Ihr Deutschen habt BMW, wir haben hier WBM = Wasserbüffelmaschinen ;)). Im Hotel stellten wir entsetzt fest, wie sehr wir und unsere Kleidung nach faulen Eiern rochen und machten uns schnell frisch. Im Hotelrestaurant wartete ein leckeres Mittagessen bestehend aus Spargelcremesuppe mit Knoblauchbaguette, Hühnchenbrustfilet mit Speck & Käse und Pommes und gebackene Bananen mit Schokosoße auf uns – genau das richtige nach der anstrengenden Wanderung :). Vollgefuttert und geschafft warfen wir uns anschließend auf die Liegen am Pool und verbrachten hier den Nachmittag. Am frühen Abend gingen wir duschen (wobei es einen kurzen Stromausfall gab, dauerte aber nicht lange an) und trafen uns dann mit Elke und Klaus in der Lobby. Gemeinsam spazierten wir den Feldweg entlang in ein kleines Bergdorf, in welchem es ein einfaches Warung gab. Wir mussten uns zwar mit Händen und Füßen verständigen, bekamen aber trotzdem leckeres Nasi und Mie Goreng und gebackene Bananen. Mit einigen kühlen Bintang verlebten wir einen netten kurzweiligen Abend mit Klaus und Elke und ließen uns auch von einem kurzen Regenschauer nicht weiter stören. Zurück im Hotel packten wir unsere Sachen für die Abfahrt am nächsten Morgen und legten uns schlafen. Am nächsten Tag würde ein großes Beschneidungsfest im Bergdorf stattfinden, schade, dass wir das nicht mehr miterleben konnten. Generell fanden wir es sehr schade nicht mehr von Java mit seinen netten Menschen, der großartigen Natur und dem ungewöhnlich offenen Islam kennen gelernt zu haben. Trotzdem freuten wir uns auf die Rückkehr nach Bali und waren gespannt, was uns in Ubud erwarten würde.

Die Nacht war glücklicherweise deutlich ruhiger als die vorherige, offensichtlich hat der Wind den Muezzin in eine andere Richtung getragen. Trotzdem waren wir wieder früh auf den Beinen und tranken erstmal eine Tasse Kaffee auf unserem Balkon bevor wir gemütlich zum Frühstück schlenderten. Elke und Klaus sind bereits eine Stunde vor uns weitergefahren und so frühstückten wir alleine. Um 08:00 Uhr holte Largos uns ab und wir fuhren zurück an die Fähre. Die Programmpunkte „Nelken- und Kaffeeplantagen“ ließ er wortlos ausfallen, wir protestierten jedoch nicht, mittlerweile waren wir einfach nur froh diesen komischen Kauz bald los zu sein. Mit der Fähre ging es zurück nach Bali, unterwegs nahmen wir an einer Spendenaktion für ein Kinderheim auf Java teil. Zurück in Bali verloren wir eine Stunde Zeit und konnten live miterleben, dass Beamtenwillkür hier tatsächlich an der Tagesordnung ist - obwohl er nichts falsch gemacht hatte musste auch unser Fahrer Okra einige Rupiah an einen Polizisten abdrücken. Largos versuchte uns dann einzureden, dass wir doch sicher müde und geschafft von dem Trip nach Java wären und sicher froh wären, möglichst schnell in unserem Hotel in Ubud anzukommen. Den nächsten Programmpunkt, den Meerestempel Rambut Siwi, könnten wir doch ruhig ausfallen lassen. Wieder einmal Protest unsererseits und so fuhren wir die bezaubernde Westküste mit ihren langen schwarzen palmenbestandenen Sandstränden entlang bis zum Tempel. Hier trafen wir ein letztes Mal auf Klaus und Elke, die gerade mit der Besichtigung fertig waren und nun ihr letztes Rundreisehotel ansteuern würden. Wieder einmal beneideten wir sie um ihren netten sympathischen Guide, während Largos uns in den Eingangsbereich drängte um Sarongs für uns auszuleihen. Wir zahlten das Doppelte wie im Reiseführer angegeben und fragen uns bis heute, ob tatsächlich die Preise aufgeschlagen haben oder ob Largos da nicht seine Hände im Spiel hatte… Der Tempel Rambut Siwi war jedoch sehr schön, wenn nicht sogar der Schönste, den wir auf unserer Balireise gesehen haben. Alles war so ruhig und friedlich, kein einziger anderer Tourist war da, zwischen den Tempelanlagen blühten unzählige Frangipanibäume und man hatte einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Nach der Besichtigung gab es in einem einfachen Warung Mittagessen, Suppe, Reis & Gemüse, Satayspieße, Hühnchen süß-sauer, Ananas und Bananen. Zurück im Wagen versuchte Largos wieder sein Glück – die Fahrt zum letzten Programmpunkt, dem Meerestempel Tanah Lot, würde einen riesigen Umweg auf dem Weg nach Ubud darstellen und wir wären mindestens noch fünf Stunden unterwegs, bis wir im Hotel ankommen wäre es dunkel, selbst von hier aus würde die Fahrt nach Ubud noch vier Stunden dauern. Wir waren mittlerweile einfach nur noch genervt und enttäuscht von ihm, ein Blick in den Reiseführer verriet uns, dass Tanah Lot dem Ulu Watu (der uns bereits nicht sonderlich gefallen hat) sehr ähneln würde und so gaben wir uns geschlagen und stimmten zu direkt nach Ubud zu fahren. Die Fahrt führte weiter die wunderschöne Westküste mit vielen Reisfeldern entlang durch kleine Dörfer, in denen die Haustempel doppelt so groß wie die Wohnhäuser waren und kaum Touristen unterwegs zu sein schienen. Trotz Zigaretten- und Eispause kamen wir bereits 2,5 Stunden später im Ubud Village Resort an – vonwegen mindestens vier Stunden… Auch wenn uns Largos wirklich sehr enttäuscht hat und wir uns grün und blau ärgerten weit über 1.000 Euro für diese 4 Tage mit ihm (von denen er in Summe ja höchstens 2 bei uns war und in dieser Zeit auch meist nur geschlafen oder telefoniert hatte) gezahlt zu haben, beschlossen wir fair zu sein und füllten seinen Bewertungsbogen mit vielen 1en und nur einigen 2en und 3en aus. Wir überlegten kurz und beschlossen dann ihm und Okra jeweils gleich viel Trinkgeld zu geben, da Largos ja auch nicht mehr Arbeit mit uns hatte als er. Okra nahm das Geld dankend an, dann verabschiedete Tatj sich von Largos und folgte den Kofferträgern des Ubud Village Resorts und Jan gab Largos sein Trinkgeld. Dieser rief Jan daraufhin zurück und gab ihm das Geld wieder. Wir wussten erst gar nicht was los war und fragten ihn, ob es denn zu viel wäre. Daraufhin flippte er völlig aus und wurde richtig sauer – offensichtlich war es ihm zu wenig und er war sich zu fein dafür es anzunehmen. Pech gehabt, wir drehten uns um – und waren Largos endlich los. Glücklicherweise blieb er bis zum Ende der Reise die einzig negative Erfahrung, die wir machen mussten… Der Empfang im Ubud Village Resort war sehr nett und herzlich, wir bekamen kühle Tücher und den obligatorischen Begrüßungscocktail und die offene Lobby mit den gemütlichen Sitzgelegenheiten und dem Blick in die hübsch angelegte grüne Hotelanlage mit Teichen und Brücken erinnerten uns an unser heißgeliebtes Hyatt-Hotel in Hua Hin in Thailand, auch der Duft nach Frangipani-Blüten und Räucherstäbchen passte. Unsere zweite Poolvilla stand der ersten aus Jimbaran in nichts nach. Am Eingang wurden wir von einem Schild „Welcome to your private Villa Mr. and Mrs. Fischer“ begrüßt. Im Garten gab es einen Pool, zwei Liegen und ein gemütliches Tagesbett. Das Schlafzimmer mit großem Himmelbett war klimatisiert, neben dem Sofa standen ein Obstkorb und Pralinen für uns bereit. Es gab eine Indoor- sowie eine Outdoor-Dusche und im Außenbereich war neben zwei Fischteichen eine Badewanne in den Teakholzboden eingelassen, in welcher bereits ein Rosenblütenbad eingelassen war – wunderschön! Auch außerhalb der Villa ließ das Hotel keine Wünsche offen, es gab ein SPA, ein Restaurant, eine Bar, einen großen Pool, gratis Afternoon-Tea und Frühstück, DVD- und Fahrrad-Verleih, Fitnessstudio, Yoga- und Kochkurse, gratis Wifi usw. Natürlich testeten wir als erstes unseren Pool bevor wir uns frisch machten und nach einem kurzen Erkundungsspaziergang durch die Anlage mit dem gratis Shuttle ins Zentrum von Ubud hinein fuhren. Ubud riss uns sofort in seinen Bann, die Stimmung war wunderbar entspannt, es gab unzählige Bars und Restaurants, kleine Boutiquen, Galerien und hübsch verzierte Tempel. Die Menschen waren super freundlich und nicht so laut und aufdringlich wie beispielsweise in Kuta. Auch hier wurden wir oft gefragt, ob wir ein Taxi benötigten, wenn wir daraufhin „Nein danke“ sagten antwortete man uns „Okay kein Problem, schönen Abend noch!“ – wann hat man so was schon mal erlebt… Wir ließen uns durch die Gassen treiben und entschieden uns dann für ein hübsches Open-Air-Restaurant mit Organic Food. Das Essen war fantastisch (Hähnchenbrustfilet und scharfe Thunfischpizza) und dazu gab es Kokosnusssaft direkt aus der Kokosnuss. Der Hotelshuttle brachte uns dann zurück in unsere Villa und wir lagen noch lange auf unseren Liegen und beobachteten den Sternenhimmel.

Nach einer unglaublich gemütlichen Nacht stand Tatj früh auf und setzte sich mit einer Tasse Kaffee raus in die Sonne um den anstehenden Tag zu planen während Jan noch schlief. Später gingen wir ins Restaurant und bekamen ein sehr leckeres und üppiges a la carte Frühstück. Mit dem Hotelshuttle fuhren wir dann zum Monkey Forest. Mitten in Ubud liegt hier ein dichter Streifen Urwald mit drei wild bewucherten Tempeln und einem Friedhof. Wie der Name schon sagt leben hier auch eine ganze Horde Makaken, vor denen man sich in Acht nehmen sollte, nicht nur einmal sahen wir einen Strohhut, eine Sonnenbrille oder eine Einkaufstüte flöten gehen… Wir spazierten durch den angenehm kühlen Wald runter zum Fluss, besichtigten die Tempel und schauten den Affen beim Toben zu. Jan entdeckte sogar einen kleinen Waran, als Vorgeschmack auf unsere nächste Station :). Beim Streifzug durch die Wälder wurde auch Jan einmal von einem wild gewordenen Affen angefallen, der uns unsere Wasserflasche klaute. Nach dem Besuch des Monkey Forests schlenderten wir noch lange durch Ubud, kauften ein paar Kleinigkeiten und beobachteten aus einem gemütlichen Künstlercafé das Treiben auf der Straße – die Stimmung hier in Ubud war wirklich unglaublich entspannt und angenehm, kein Wunder, dass soviel Auswanderer hier hängen blieben. Wir beschlossen heute auf den Shuttle zu verzichten und zurück zum Hotel zu laufen, unterwegs erstanden wir im Supermarkt noch einige Bintang und ein Eis und machten es uns damit dann in unserer Poolvilla gemütlich. Am späten Nachmittag gingen wir zum Afternoon-Tea an die Hotelbar, es gab Kaffee und Tee und ein Tablett voll süßer und herzhafter indonesischer Leckerbissen – super lecker! Wir chillten anschließend noch etwas an unserem Pool bevor wir am Abend wieder nach Ubud hinein fuhren und zum „Warung Schnitzel“ liefen, welches wir gestern entdeckt hatten und Jan unbedingt ausprobieren wollte. Tatj war erst dagegen – deutsche Küche im Urlaub - doch auch der Reiseführer pries es als echtes Highlight an, also gab sie nach. Und wir wurden nicht enttäuscht – was ein deutscher Metzger und ein balinesischer Restaurantleiter hier gemeinsam auf die Beine gestellt haben, sucht wirklich seines gleichen! Auf zwei offenen Terrassen (Raucher und Nichtraucher), die unglaublich liebevoll, künstlerisch kreativ und gemütlich dekoriert und eingerichtet waren (Highlight war das Badezimmer mit unzähligen Pflanzen, Kerzen, Gemälden und Schreinen) befindet sich ein erstklassiges Restaurant mit excellentem Service und einer super kreativen Speisekarte – deutsch-balinesisches Bio-Food. Nach einem gratis Appetizer gab es „Deutsche Bratwurst“ für Jan und vegetarische Gemüsecrepes mit Pilz-Kokos-Soße für Tatj – unglaublich lecker. Wir blieben lange sitzen und unterhielten uns, zum Abschluss gab es noch einen hausgemachten Jasmin-Ingwer-Tee. Mit dem letzten Shuttle fuhren wir zurück ins Hotel und schliefen auch in dieser Nacht wieder himmlisch gut.

Nach einem recht frühen Frühstück (heute gab es zusätzlich noch Ananas-Pfannkuchen, die hart antrainierte Hochzeitsfigur schmilzt wirklich langsam dahin) fuhren wir bewaffnet mit unseren Wanderschuhen früh nach Ubud hinein und wollten einem Lonely Planet Tipp folgen und eine 9 Km lange Wanderung durch Reisterrassen ins Ayung-Tal unternehmen. Leider führte der Weg zu Beginn nur an einer Straße (wie immer auf Bali ohne Gehweg) entlang und es war unfassbar heiß, die Sonne knallte unbarmherzig auf uns herab. So brachen wir das Ganze recht schnell ab und waren 2 Stunden später wieder fix und fertig zurück im Hotel um uns kurz im Pool abzukühlen. Solche Wanderungen sollte man wohl wirklich vor Sonnenaufgang starten… An einem kleinen Stand vor dem Hotel liehen wir uns dann für 3 Euro am Tag einen Roller aus und kurvten damit bei erfrischendem Fahrtwind durch die Region. Jan fand sich sehr schnell in den chaotischen balinesischen Linksverkehr ein und benutzte seine Hupe wie die Einheimischen ;). Wir fuhren durch kleine Künstlerdörfer wie Mas und Pengosekan, sahen eine Prozession mit einem Sarg an uns vorbeiziehen und kamen an unzähligen Steinmetz- und Holzschnitzwerkstätten, Korbflechtereien und Glasbläsereien sowie zig Galerien vorbei. In einem einfachen Warung, in welchem wir uns wieder mit Händen und Füßen verständigen mussten, machten wir kurz Rast um etwas Kaltes zu trinken. Die zierliche Frau war ganz aufgeregt Touristen bei sich zu haben und sehr freundlich. Für die beiden Getränke zahlten wir mit 25% Trinkgeld 57 Cent… Irgendwann war der Tank unseres Rollers leer und wir hatten das Glück eine der wenigen Tankstellen zu finden. In der Regel kaufen Rollerfahrer an kleinen Straßenständen abgefülltes Benzin in Vodka- oder sogar Plastikflaschen, da es nicht viele Tankstellen auf Bali gibt. Für 1 Euro tankten wir den Roller voll und fuhren dann zurück an unser Hotel. Nach einem kurzen Sprung in den Pool gingen wir wieder zum Afternoon-Tea und planten die nächsten Tage. Am Abend nahm Tatj noch ein Bad in der Wanne, beendete dies aber recht abrupt als ein Frosch aus dem Teich Anstalten machte ihr Gesellschaft zu leisten... Das sind die Nachteile des Outdoor-Badezimmers: es hört sich so toll und exotisch an, aber wenn Morgens beim Zähneputzen ein Gecko hinter dem Spiegel hervor lugt, du beim Duschen von Schnaken gepiesackt wirst und ein Frosch sich mit einem lauten „Platsch“ zu dir in die Wanne gesellt, sind die Grenzen der Abenteuerlust der meisten Europäerinnen doch erreicht ;). Mit unserem Roller fuhren wir noch kurz an einem ATM vorbei und machten uns dann auf die Suche nach einem Restaurant zum Abendessen. Wir entschieden uns für das Warung Bamboo, wo wir einen tollen Tisch mit Blick auf das Geschehen auf der Straße bekamen und für keine zehn Euro vier Getränke, Knobibaguette vorneweg und anschließend Thunfischsteak mit Pommes & Gemüse und gegrillte Schweinespieße mit Ananas & Peperoni & Reis serviert bekamen. Zurück im Hotel bekamen wir eine Honeymoontorte und Kaffee auf unserer Terrasse serviert und genossen den Abend.

Als wir am nächsten Morgen aufwachten regnete es in Strömen, also blieben wir noch in unserem gemütlichen Bett liegen und schauten TV - es lief gerade ein Reisebericht mit dem Thema „Urlaub in Deutschland, die Mosel und das Rheintal“, interessant das ganze mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Nach einem ausgiebigen und gemütlichen Frühstück regnete es noch immer und so legte Tatj sich noch einmal auf´s Ohr und Jan las in unserem Tagesbett bis es gegen Mittag endlich aufhörte zu regnen. Mit unserem Roller kurvten wir noch einmal knapp 100 Km durch´s Umland, durch kleine Dörfer, stattliche Tempel und grüne Reisfelder. Der Verkehr war hier in Ubud zwar deutlich ruhiger als im Süden Balis, trotzdem war es schon heftig für uns – es gab kaum Regeln, für Roller schon mal gar nicht, die durften auch falschrum in Einhahnstraßen fahren, an einer Kreuzung hat der Vorfahrt, der als erstes Gas gibt und hupt – schon verrückt, aber irgendwie funktioniert es, man darf einfach nur nie stehen blieben, sondern muss immer mitfliesen. Jan meisterte den Verkehr absolut super, wir sahen unterwegs allerdings ständig Touristen mit verbundenen Armen und Beinen, die wohl nicht ganz so viel Glück hatten. Am späten Nachmittag gaben wir unseren Roller ab, die Dame wollte von uns kein einziges Mal einen Führerschein oder Pass sehen. Nach einer obligatorischen Runde im Pool fuhren wir ein letztes Mal mit dem Shuttle ins Zentrum und bummelten über den Touri-Markt gegenüber dem Ubud Palace mit unzähligen Ständen voller Sarongs, Bilder und den allgegenwärtigen Bintang-Shirts. Da es unser letzter Tag in Ubud war, beschlossen wir heute ins Nomad zu gehen. Dieses Restaurant wird zwar im Reiseführer nicht erwähnt, aber es sah sehr schick von Außen aus und wir haben die letzten Tage immer beobachtet, dass die Gäste Schlange stehen um einen Tisch zu bekommen. Am Eingang wurden wir herzlich begrüßt und bekamen jeder eine Frangipani-Blüte hinter das Ohr gesteckt. Diese funktionieren hier übrigens wie bei uns daheim Kleeblätter, eine Blüte mit 6 statt 5 Blättern gilt als Glücksbringer. Bis auf die Blüten am Ohr hatte das Restaurant aber nicht viel zu bieten. Die Tische standen viel zu eng beieinander, die Kellner machten einen sehr gelangweilten Eindruck, das Wifi funktionierte nicht. Wir entschieden uns für eine Portion Gado-Gado vorweg, Satay mit Kokosreis für Tatj und Burger für Jan, was alles ganz okay, aber nicht der Oberknaller war. Im Supermarkt erstanden wir noch einige Räucherstäbchen und Anti-Mosquito-Spiralen für zu Hause und fuhren zurück ans Hotel um uns um unsere Abreise am nächsten Morgen zu kümmern. An der Rezeption fing uns der Concierge ab – es war bereits alles erledigt. Er hat unsere Flüge bereits bestätigen lassen, um 04:00 Uhr werden wir in der Lobby abgeholt, die Endabrechnung hat man uns bereits fertig gestellt, das Frühstück packt man uns als Lunchpaket zum Mitnehmen – er fragte uns lediglich um wie viel Uhr wir gern den Weckruf hätten – was für ein Service! So brauchten wir uns um nichts mehr zu kümmern und konnten den Abend bei Bintang auf unserer Terrasse genießen.

Die letzte Nacht in Ubud zeigte sich uns leider nicht von ihrer besten Seite, es schüttete wie aus Eimern, wodurch wir oft wach lagen und um 03:30 Uhr klingelte bereits der Wakeup-Call. Wir packten die restlichen Sachen zusammen, checkten aus und wurden bereits von einem Fahrer samt Guide erwartet. Der Junge lernte seit vier Monaten Deutsch und freute sich sehr mit uns etwas üben zu können (auch wenn wir mitten in der Nacht nicht sonderlich begeistert davon waren taten wir ihm den Gefallen, er war einfach so nett und eifrig). Bereits nach einer Stunde kamen wir in Denpasar an und checkten (trotz 45 Kg Koffern) problemlos und schnell in unseren Garuda Flug nach Flores ein. Die Sicherheitskontrollen bei den Inlandsflügen waren recht locker, am Schalter für die Ausreisesteuer wurden wir durch gewunken (warum wissen wir bis heute nicht) uns so standen wir bereits wenig später am Gate. Wir futterten unsere Frühstückspakete aus dem Hotel und tranken in einer kleinen Bar noch einen Kaffee, dann ging es auch schon los. Tatj war nicht sonderlich begeistert, als sie die kleine Maschine mit den Propellern sah, hatte sie doch im Hinterkopf, dass die Garuda erst vor kurzer Zeit von der schwarzen Liste gestrichen wurde. Doch der Flug verging schnell und angenehm, dank Notausgangplätzen hatten wir viel Beinfreiheit, wir bekamen einen kleinen Snack und Getränke, hatten tolle Ausblicke auf die vielen kleinen indonesischen Inseln mit ihren Korallenriffen unter uns und nur 1,5 Stunden später landeten wir auf dem Komodo-Airport in Labuan Bajo auf Flores. Eine Durchsage der Stewardessen informierte uns darüber, dass der Flieger nur 15 Minuten stoppte, alle Gäste die nach Labuan Bajo wollten aussteigen sollten und er anschließend weiter nach Ende, einer größeren Stadt auf der anderen Seite von Flores, fliegen würde – lustig, fast wie Busfahren :). Die Türen öffneten sich, wir stiegen aus und liefen mit den anderen Passagieren über das Rollfeld zu einem kleinen Häuschen. In dem leeren Raum gab es nichts außer Aschenbecher, also rauchten wir erstmal eine und harrten gespannt der Dinge die da kommen würden. Kurz darauf begannen einige Männer die Koffer aus dem Flieger zu holen und gegen Vorlage des Gepäckabschnitts an die wartenden Gäste zu verteilen. Als wir unsere Koffer hatten gingen wir zur Tür auf der anderen Seite des Raumes – und standen mitten im Feld. Willkommen am Komodo-Airport :). Einige Taxifahrer und Reiseführer hatten sich hier versammelt, darunter auch ein sympathisch aussehender Mann um die 40, der ein Schild mit unserem Namen hochhielt. Er stellte sich uns als Argus, unser Guide für die nächsten 4 Tage, vor und sprach überraschenderweise Deutsch. Uns fiel ein Stein vom Herzen – Argus machte wirklich einen offenen, netten Eindruck! Gemeinsam mit unserem Fahrer Nedi fuhren wir ca. 15 Minuten an unser Hotel Bintang Flores. Unterwegs machten wir einen kurzen Fotostopp an einer Stelle, von wo man einen tollen Blick über Labuan Bajo und den Hafen hatte. Unser erster Eindruck von Flores war durchweg positiv. Mit gerade mal 1,5 Millionen Einwohnern war Flores deutlich weniger besiedelt als Bali oder Java, über 90% der Bevölkerung hier waren Christen. Die Insel ist bislang kaum touristisch erschlossen, lediglich hier in Labuan Bajo, am äußersten Westzipfel, gab es einige bessere Hotels und Warungs weil von hier aus die Boote nach Komodo und Rinca ablegten. Insgesamt wirkte alles etwas ärmer und einfacher als auf Bali. Auf dem Flug hierher hatten wir die sogenannte Wallace-Linie überschritten, eine biogeografische Linie, die die asiatische von der australischen Flora und Fauna trennt. Und das sahen und bemerkten wir sofort! Es war zwar heiß, gab jedoch nur eine geringe Luftfeuchtigkeit, das Klima war viel trockener. Und auch die Pflanzenwelt hatte sich verändert, es war nicht mehr so üppig grün, sondern eher etwas steppenartig um uns herum. Unser Hotel war schön, die Zimmer waren groß genug und sauber, nur einen Balkon hatten wir leider nicht. Dafür gab es einen schön angelegten grünen Garten und einen wunderschönen Pool. Der kleine Strand sah mit seinen Kokospalmen zwar ganz süß aus, das Meer war aber leider so schmutzig, dass es nicht zum Baden einlud. Wir entspannten uns erstmal 2, 3 Stunden vom frühen Aufstehen und trafen uns um 13 Uhr wieder mit Argus in der Lobby. Gemeinsam fuhren wir in ein Warung im Zentrum von Labuan Bajo, wo wir leckeres Nasi Goreng zu Mittag aßen während Argus uns viel von der Insel erzählte. Anschließend fuhren wir zur Batu Cermin, einer Höhle, die lange Zeit unter Wasser gelegen hatte. Gemeinsam mit einem jungen lokalen Führer und Argus liefen wir erst ein Stückchen durch den Wald, bekamen dann Helme aufgesetzt und kletterten anschließend durch die teilweise nur kniehohe und wirklich enge Höhle. Neben Stalaktiten und Stalagmiten, glitzernden Salzkristallen und getrockneten Korallen sahen wir sogar Fischfossile und eine versteinerte Schildkröte. An der Decke hingen Fledermäuse und am Boden erfreuten sich die Männer über handtellergroße Spinnen und riesige Heuschrecken. Die Tour machte Spaß und war sehr interessant, allerdings war es wirklich abartig heiß in der Höhle und als der Guide die Taschenlampe ausschaltete um uns zu zeigen, wie zappenduster es hier drin war, verging Tatj bei dem Gedanken an das ganze Krabbelgetier doch langsam der Spaß. Auch auf dieser Tour waren wieder alle Menschen, denen wir begegnet sind, unglaublich freundlich, herzlich und aufgeschlossen, man fühlte sich überall willkommen. Zurück im Hotel gingen wir noch mal kurz an den Pool, Dank der Wolken wurde es mit einem tollen Sonnenuntergang jedoch wieder nichts. Am Abend gingen wir ins Hotelrestaurant essen (Abendessen ist diesmal in unserem Ausflugspaket inklusive) und bestellten sehr leckere Burger und Steak mit Pfeffersoße und Pommes. Leider bekam Tatj dann starke Kopfschmerzen und so gingen wir früh auf´s Zimmer und legten uns schlafen.

Trotz der etwas lauten Klimaanlage haben wir gut geschlafen und der Weckruf um 05:30 Uhr riss uns unbarmherzig aus dem Schlaf. In Anbetracht des bevorstehenden Ausflugs waren wir jedoch schnell auf den Beinen – heute ging es nach Komodo, Jan würde sich einen Lebenstraum erfüllen! Wir packten unsere Rucksäcke, bekamen vom Hotel Frühstückspakete und machten uns bei aufgehender Sonne mit Argus auf den Weg zum Hafen. Hier kletterten wir kurzerhand über zwei Boote, auf denen die Skipper unter freiem Himmel noch schliefen, hinweg bis wir unser Holzboot erreichten. Vorne gab es zwei gepolsterte Sitzbänke und einen Tisch, danach das kleine Führerhäuschen und eine Kajüte, hinten eine provisorische Toilette und eine winzige Küche. Trotz dieser recht einfachen Verhältnisse wurden wir den ganzen Tag nach Strich und Faden verwöhnt. Unser Kapitän, ein sympathischer Mann Ende 30, der leider kein Englisch sprach und sein Skipper, ein junger Kerl um die 20 mit der typisch stylischen Asia-Frisur, schwarzen Knöpfen im Ohrläppchen und einem rosafarbenen T-Shirt mit der Aufschrift „Marc Jacobs“, waren unglaublich nett und bemüht um uns. Noch vor Abfahrt bekamen wir Sitzkissen um es uns bequem zu machen, dann gab es Kaffee oder Tee, eine Schale mit Bananen (auch wenn sie hier von Außen nicht so appetitlich aussehen – Tatj liebte diese kleinen grünen Dinger) wurde bereit gestellt und aus einer Eiswürfeltruhe gab es den ganzen Tag über kaltes Wasser. Los ging die 4-stündige Fahrt durch das tiefblaue Meer zur Insel Komodo in der schönen Morgensonne. Wir fuhren an unzähligen kleinen und größeren Inselchen vorbei, manche grün bewachsen, andere nur vertrocknete bräunliche Hügel – fast alle waren sie unbewohnt. Auf der kompletten Tour passierten wir nur 4 Fischerdörfchen. Bunte Holz- und Blechhüttchen standen auf Stelzen am Strand, Strom bezogen sie von einem Generator, Toiletten gab es keine. In diesen Dörfchen lebt man ausschließlich vom Fischfang, immerhin gibt es eine Basisschulausbildung für die Kinder. Die Fahrt verlief ruhig, nur ein einziges Mal kam unser Boot ins Schaukeln und der Tisch rutschte einmal quer über´s Deck. Über uns kreisten große Seeadler, um uns herum sprangen Schwärme von Thunfischen im Wasser umher, ab und an streckte eine Schildkröte ihren Kopf aus dem Wasser – es war herrlich! Wir verputzten unsere Frühstücksboxen und ließen es uns gut gehen. Nur Argus konnte keine Minute ruhig sitzen, ständig sprang er auf, lief umher, plauderte ununterbrochen, rauchte eine Kretek nach der anderen, fing an sich Karten zu legen oder mit irgendwelchen Gegenständen rumzuspielen – dieser Mann hat wirklich Hummeln im Arsch, er kam uns vor wie ein kleines aufgedrehtes Kind ;). Als wir an der Insel Rinca vorbeifuhren, die wir Morgen besichtigen würden, wurde Argus plötzlich hektisch – er hatte ein Jungtier, einen kleinen, ca. 3-jährigen Waran am Ufer entdeckt. Auch unser Kapitän und sein Skipper wurden ganz hektisch, drehten bei und fuhren so nah wie möglich ans Ufer heran. Natürlich war auch Jan kaum noch zu bremsen und Tatj hatte wirklich Angst, dass ihr Boot kentern würde, so hektisch wie die vier Männer sich über die Reling beugten. Offensichtlich hat keiner der drei Einheimischen jemals einen Waran im Vorbeifahren vom Boot aus gesehen – ein erfolgversprechender Start in diesen Tag also :). In Komodo angekommen lernten wir unseren Ranger kennen, auch wieder ein sehr netter junger Mann, und wählten gemeinsam die mittelschwere Wanderroute aus. Komodo hat eine Fläche von 390 Km² und nur ein einziges Fischerdorf mit etwa 2.000 Einwohnern. Sie gehören dem Islam an und sind Nachfahren ehemaliger Strafgefangener, die hier auf der Insel ausgesetzt wurden. Heute leben sie entweder vom Fischfang oder sind Ranger (ohne die man die Insel aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Warane nicht betreten darf). Man schätzt den Bestand an Komodowaranen weltweit auf etwa 4.000 Exemplare, etwa die Hälfte von ihnen lebt hier auf Komodo (somit kommt auf jeden Einwohner etwa ein Waran). Ca. 1.500 Exemplare leben auf der kleineren Insel Rinca, die wir Morgen besuchen würden, die restlichen verteilen sich auf den Norden Flores und zwei weitere winzige Inseln in der Nähe. Die Landschaft auf Komodo erinnerte uns eher an Kroatien, alles war ausgetrocknet und verdörrt, es roch nach Pinienwäldern. Mit Wanderschuhen und bewaffnet mit einem großen gegabelten Stock machten wir uns zu Viert auf den Weg ins Dickicht. Wir sahen mehrere Wildhühner, Wildschweine, Rehe und Hirsche – alles Waran-Futter. Dann, an einem Wasserloch, ein ca. 4 Jahre altes Jungtier, das jedoch schnell wieder im dichten Gestrüpp verschwand. Kein Wunder, dass es so ängstlich war, schließlich sind Warane Kannibalen. Einmal pro Jahr legen Warane Eier, bevorzugt in sandige Bruthügel, die sie ca. 3 Monate bewachen (in dieser Zeit dürfen zum Schutz der Tiere auch keine Touristen auf die Insel). Anschließend verlieren sie jedoch leider ihren Mutterinstinkt und lassen die Eier alleine. Nach insgesamt ca. 8 Monaten schlüpfen die kleinen Warane und leben die ersten drei Lebensjahre zumeist auf Bäumen, um sich vor ihren älteren Artgenossen zu schützen. Erst wenn sie zu groß und schwer zum klettern sind, bleiben sie am Boden. Generell essen Komodowarane so ziemlich alles, Hauptsache Fleisch. Da sie von Natur aus faul sind bevorzugen sie Aas, wenn sich keins findet gehen sie auch jagen. Selbst riesige Wasserbüffel können sie erlegen, durch einen hinterlistigen Biss in die Achillesferse – den Rest erledigt das Gift an ihrer Zunge. Argus hat das sehr schön ausgedrückt: „Die Drachen sind seeeeehr anstrengende Tiere“ ;). Auf unserer weiteren Tour entdeckte Jan noch zweimal weitere Jungtiere, der Guide war ganz begeistert von ihm „Good eyes, they are very camouflage“ ;). Von einem kleinen Berg aus genossen wir die tolle Aussicht über die Insel und das Meer, dann liefen wir hinunter zur Ranger-Küche. Hier finden sich immer große Exemplare, da der Geruch des Essens sie anzieht. Wir sahen drei Stück, ein junges Männchen, ein Weibchen und ein mit ca. 2,5 Metern recht großes Männchen. Lange beobachteten wir sie und schossen unzählige Fotos. Auf dem Rückweg zum Boot entdeckte Jan mit seinen Adleraugen noch ein weiteres Jungtier, das jedoch schnell wieder verschwand. Zurück an Board schipperten wir ca. eine halbe Stunde um Komodo herum an eine wunderschöne Bucht, die „Pink Beach“ genannt wird. Durch verschiedene Korallenablagerungen schimmerte der Sand in der Brandung richtig rosa. Unterwegs mixte unser Kapitän uns frische Bananenshakes – lecker! Wir bewaffneten uns mit unserer Schnorchelausrüstung, kletterten über eine Holzleiter von Board und schnorchelten. Wieder war es wunderschön, wieder sahen wir unglaublich bunte Korallen und unzählige farbenfrohe Fische. Nach einer guten Stunde wurde es Tatj etwas zu frisch, Jan schnorchelte auf der Suche nach den hier lebenden Riffhaien noch etwas weiter, entdeckte jedoch lediglich eine riesige Krake. Langsam setzte sich unser Boot Richtung Flores in Bewegung und für uns gab es Mittagessen. Unglaublich was unser Skipper uns da gezaubert hatte, es gab gegrillten Fisch und Calamaris, Reis, gebratene Nudeln mit Gemüse, eine Art Krautsalat und eine Art Kartoffelsalat – alles super lecker. Satt, glücklich und voll neuer Eindrücke lagen wir anschließend an Deck in der Sonne. Zwischenzeitlich wurde es aufgrund der Untergrundströmungen etwas wackelig, doch unser Kapitän manövrierte uns sicher durch die unruhigen Stellen – Hati-Hati Tatj :). Und dann (als ob der Tag noch besser werden könnte), sahen wir in der tief stehenden Sonne 2 Rückenflossen aus dem glitzernden Meer blitzen – Delfine! Kurze Zeit schwammen sie direkt neben und unter uns herum bevor sie wieder abtauchten. Was für ein perfekter Tag! Unser Kapitän servierte uns dann noch frische Wassermelone und wir fuhren die letzten Meter zurück an den Hafen von Labuan Bajo, wo wir am Abend ankamen. Der Anlegesteg war bereits voll, ein Boot schaukelte neben dem anderen, auf allen saßen ein Kapitän und ein junger Skipper und begrüßen unsere Beiden freudig. Mit deren Hilfe schoben wir kurzerhand zwei Boote zur Seite und quetschten uns in eine neu geschaffene Lücke hinein, so einfach geht das hier. Mit Hilfe unserer Schnorchelholzleiter kletterten wir an Land und fuhren zurück zum Hotel. Unterwegs stoppten wir noch kurz im Supermarkt. Labuan Bajo sah wirklich ganz hübsch aus, es gab viele Tauchbasen und kleine Verkaufsstände, echtes Backpackerfeeling kam hier auf. Wir nahmen uns vor, das Örtchen am letzten Tag unserer Floresreise etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Hotel angekommen machten wir uns frisch und gingen zum Abendessen. Leider ging es Jan heute kreislauftechnisch nicht so gut, irgendwie spürten wir beide noch das Schaukeln der Wellen um uns herum, und so gingen wir gleich nach dem Essen auf unser Zimmer, aktualisierten unser Reisetagebuch und schauten noch etwas TV.

Um kurz vor 6, wenige Minuten bevor der Wecker zu klingeln begann, wachten wir ausgeschlafen auf, machten uns fertig und gingen zum Frühstück. Zu Jan´s großer Freude gab es hier Buffet, neben verschiedenen indonesischen warmen Speißen gab es Rührei, Pfannkuchen sowie Toast mit Marmelade und Honig. Um 07:30 Uhr holte Argus uns wieder ab, wir fuhren an den Hafen und bestiegen wieder unser Holzboot. Heute war Feiertag und somit schulfrei, weshalb unser Kapitän seinen kleinen Sohn dabei hatte. Er turnte begeistert auf dem Boot herum und versuchte zu helfen wo er nur konnte, für uns Touris interessierte er sich jedoch gar nicht. Unsere angenehme Fahrt dauerte heute nur zwei Stunden, unterwegs sahen wir wieder einige Delfine, dann legten wir bereits in Rinca an. Auf der Fahrt gab es auch heute wieder Tee und Kaffee und Argus versuchte unserem Kapitän Deutsch und Englisch beizubringen, allerdings recht unsystematisch, statt mit einfachen Vokabeln wie „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ begann er dem verwirrt dreinblickenden Mann zu erklären, was Umlaute sind und konjugierte unregelmäßige Verben durch (Der Baum – Die Bäume ;)) Immerhin wir lernten dabei einige weitere Vokabeln auf Bahasa Indonesia, z.B. der Baum = pohon, die Bäume = pohon pohon :). Rinca ist nur 25 Km lang und 12 Km breit – rechnerisch standen unsere Chancen einen großen Waran auf der Wanderung zu treffen also besser als gestern. Begrüßt wurden wir jedoch erstmal von einigen Affen. Dann traten wir durch das Eingangstor in den Nationalpark – und standen direkt vor einem sehr großen Weibchen, das gerade gemächlich den Weg entlang trottete. Jan war selig! An der Rangerstation warteten wir ein Weilchen auf unseren Ranger und konnten dabei ein weiteres großes Exemplar sowie zwei Jungtiere beobachten. Hier auf Rinca waren deutlich mehr Touristen als gestern in Komodo (wo wir eigentlich gar keinen begegnet waren) und überraschenderweise sprach der Großteil von ihnen Deutsch. Unser Ranger Dino erklärte uns, dass die meisten Touristen die hierher kommen Deutsche sind, ansonsten noch Schweizer, Holländer, Franzosen, Spanier und ab und an mal ein Amerikaner. Wir fragten ihn, was mit den ganzen Asiaten und vorallem mit den unzähligen Australiern sei, denen wir auf unserer Reise überall begegneten. „Die kommen nicht bis hierher um sich die Natur anzuschauen, die liegen nur in Bali am Strand herum und trinken Bier.“ Ganz Unrecht hatte er damit tatsächlich nicht… Wir liefen dann zuerst an der Rangerküche vorbei, wo wir sechs stattliche Warane faul im Schatten herumliegen sahen und sie eine Weile beobachteten. Unsere Wanderung führte uns dann durch ein ausgetrocknetes Flussbett, über einen kleinen Hügel und durch einen dichten Wald. Wir sahen viele Affen in den Bäumen toben, einen großen Wasserbüffel in einem Wasserloch, Landkrabben und Schlammspringer und schließlich, direkt vor uns auf dem Weg, ein ca. 1-jähriges Waranbaby. Hier auf Rinca gibt es auch Krokodile und verschiedene Schlangen wie Kobras und Vipern, denen begegneten wir aber glücklicherweise nicht. Dino war super nett, erklärte uns viel über die Warane und die Insel und zeigte uns auch ein Warannest. Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt! Zurück an Board gab es frische Papaya und kurz darauf schon Mittagessen: Omelette und Gemüsesalat, Kartoffeln-Karotten-Pfanne, Calamaris, gebratene Nudeln und natürlich Reis, alles wieder super lecker. Die Fahrt danach war sehr ruhig und wir genossen den frischen Fahrtwind und den Blick auf´s Meer. Einige Zeit später legten wir an einer unbewohnten Insel, mit türkisfarbenem Wasser und schneeweißem Sandstrand an. Wir schlüpften wieder in unsere Schnorchelausrüstung und tauchten ab. Direkt vor uns zog ein weißer max. 30 cm kleiner Fisch gemächlich seine Bahnen. Als er uns sah drehte er auf uns zu, blähte die Backen auf uns schwamm direkt auf Tatj´s Brille zu. Huch, erschrocken schoss Tatj aus dem Wasser raus. Was war denn mit dem los, wieso war der denn so kampfeslustig?! Wir tauchten wieder ab – und wieder schoss der kleine Frechdachs direkt auf Tatj´s Brille zu. Als es ihm ein weiterer Fisch gleichtat hatte Tatj genug – sie gab sich geschlagen, diese kleinen aggressiven Viecher waren ihr nicht geheuer ;). So begnügte Tatj sich mit Baden und Sonnen während Jan wieder zum Schnorcheln aufbrach. Neben den üblichen bunten Fischen erspähte er diesmal einen großen Thunfisch und einen Kugelfisch. Neben uns waren noch 2 oder 3 weitere Touripärchen mit ihren Guides hier sowie drei große einheimische Familien, die aufgrund des heutigen Feiertags wohl einen Ausflug hierher machten. Die Kinder tollten im Wasser umher, die Jugendlichen saßen im Kreis am Strand und spielten Gitarre, die Männer dösten im Schatten und die Frauen saßen auf Decken zusammen und bereiteten irgendwas zu Essen vor. Als wir uns beim Baden umarmten fingen die kleinen Kids im Wasser an zu kichern, zeigten auf uns und formten Herzen mit ihren Fingern und als wir uns küssten kreischten und johlten sie lachend. Wir gingen dann noch etwas am Strand spazieren und sammelten Muscheln als wir an einer weiteren Gruppe Einheimischer vorbeikamen. Zwei Frauen um die 40 kamen ganz aufgeregt auf uns zu und fragten, ob sie ein Foto von sich und Jan machen dürften. Ob das nun an seiner für hier sehr ungewöhnlichen Statur oder der hellen Haut lag wussten wir nicht, stimmten aber zu :). Zurück auf unserem Boot gab es frisch gemixten Papayasaft und wir fuhren schweren Herzens zurück nach Labuan Bajo. Hier kletterten wir noch einmal abenteuerlich über drei Boote hinweg an Land und verabschiedeten uns dann von unseren beiden Kapitänen, die beiden Tage auf ihrem Boot waren ein unvergessliches Highlight unserer Hochzeitsreise für uns! Zurück im Hotel verbrachten wir den restlichen Tag bis Sonnenuntergang am Pool, schwammen und lasen und beobachteten die anderen Hotelgäste aus allen Herren Ländern. Nach dem Duschen gingen wir ein letztes Mal ins Restaurant zum Abendessen. Der Restaurantchef kam an unseren Tisch und sprach uns an, dass doch heute unser letzter Tag wäre und wir doch deshalb mal richtig zuschlagen und drei Gänge essen sollten – das ließen wir uns nicht zweimal sagen :). So bestellten wir Salat und Frühlingsrollen zur Vorspeise, Satayspieße mit Reis und Maischips sowie Hühnchensteak mit Pommes zum Hauptgang und Schokoladeneis zum Dessert – danach konnten wir uns kaum noch bewegen, aber lecker war es. Beim Essen hörten wir zufällig ein Gespräch zweier asiatischer Pärchen am Nebentisch mit (wir tippen darauf, dass ein Paar aus Japan und das andere aus Korea kam), eine ältere Dame sagte zur anderen: „Ich sag es schon immer: Ändere die Dinge, die du ändern kannst und wenn du etwas nicht ändern kannst, dann ändere deine Einstellung hierzu. Was soll ich mich über schlechtes Wetter oder ähnliches aufregen, das Leben ist doch viel zu kurz.“ Welch weise Worte einer alten Dame… Auf unserem Zimmer ließen wir dann die Tage auf Flores noch einmal Revue passieren. Wir waren beide schwer beeindruckt von der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der indonesischen Inseln, wie schon zuvor auf Java bereuten wir es, nicht mehr Zeit auf dieser Insel zu haben und nahmen uns fest vor, irgendwann noch einmal wieder zu kommen, hoffentlich mit mehr Zeit im Gepäck…

Wir schliefen aus, frühstückten und ließen uns danach vom Hotelshuttle ins Zentrum von Labuan Bajo fahren. Von hier aus schlenderten wir gemütlich zum Hotel zurück, vorbei an Tauchschulen und Backpacker-Hostels, kleinen Bars, primitiven Werkstätten und Baumärkten und den üblichen Touri-Ständchen mit gefakten Handtaschen und Sonnenbrillen. Obwohl es hier wirklich deutlich ärmer aussah als auf Bali waren die Menschen wieder genauso offen und freundlich zu uns, die Kinder winkten uns zu und die Erwachsenen scherzten mit uns. Übrigens sahen die Menschen hier auch etwas anders aus als auf Bali, sie hatten einen noch dunkleren Hautton und breitere Nasen, manche von ihnen kann man wirklich schon als Farbige bezeichnen. Im Hotel schwammen wir noch eine letzte Runde im Pool bevor wir gegen Mittag auscheckten und Argus uns an den Flughafen brachte. Wir verabschiedeten uns herzlich von ihm, versprachen das nächste Mal mit unseren Kindern und mehr Zeit wieder zu kommen ;) und stellten uns dann wieder dem interessanten Abenteuer „Komodo-Airport Labuan Bajo“ :). Ein Auszug aus unserem Reisetagebuch:

 

„16.05.14, Labuan Bajo, Flores

Wir sitzen in der Wartehalle vor dem Abflug unserer Garuda-Maschine nach Bali. Wie kann das hier sich ernsthaft Fughafen nennen?! Vom Schotterplatz Draußen, an dem Argus uns verabschiedet hat, laufen wir an zwei, drei kleinen Hütten vorbei, ein schmaler, unebener Weg, übersät mit Schlaglöchern, kaum breiter als unsere Koffer, durch den Staub. Links und rechts von uns einige Verkaufsstände mit Sarongs und natürlich Waranen aus Holz, handgeschnitzt. Neben den Garküchen sitzen Männer, Frauen und Kinder im Staub, essen oder dösen im Schatten. Kein Schild, keine Anzeigetafel, kein Hinweis darauf, dass das hier ein Flughafen sein soll oder gar wo wir lang müssen. Wir folgen dem holprigen Pfad zur Rückseite der Hütten. Kein Mensch weit und breit zu sehen. An der ersten verschmutzten Tür klebt mit Tesa ein Zettel mit der Aufschrift „Check-In“ – ernsthaft?! Wir treten ein, ein freundlicher Mann in Uniform fragt nach Pässen und Tickets. Wir zeigen ihm den Ausdruck unserer Reiseinfo, er nickt nur und legt unsere Koffer auf ein Band. Viel zu schnell fahren sie durch die Durchleuchtungskontrolle und wir erhalten sie wieder zurück. Direkt vor uns stehen drei Schreibtische, an jedem sitzt eine junge Frau, über ihnen jeweils ein Schild mit den Namen der lokalen Fluggesellschaften – Garuda, Merpati und Transnusa. Keine Warteschlangen, kein hektisches Treiben – dafür wäre in dem kleinen Raum allerdings auch kein Platz gewesen. Wir steuern den Garuda-Schreibtisch an, zeigen unsere Pässe und erhalten zwei Tickets. Ein junger Kerl nimmt unsere Koffer und legt sie auf einen Wagen hinter der Frau. Direkt dahinter sehen wir durch die Glasscheibe das Rollfeld, offensichtlich wird das Gepäck direkt von hier eingeladen. Wir werden in den Nebenraum gebeten. `Ah, wenigstens eine Handgepäckkontrolle!` denke ich, als wir in der Tür stehen. Doch das Gerät ist defekt, wir sollen nur kurz durch die Personenkontrolle laufen und dann war auch schon alles erledigt. Später beobachteten wir, dass, sollte der Piepser einmal anschlagen, auch nichts weiter passiert. Und nun sind wir hier in der Wartehalle. Ein Raum mit ca. 50 Sitzplätzen, vor uns zwei Glastüren, über der linken klebt ein Zettel mit der Aufschrift „Gate 1“ über der rechten ein Zettel mit „Gate 2“. Dahinter befindet sich direkt das Rollfeld, wo wir gleich zu unserem Flieger laufen und einsteigen werden. Bislang ist er jedoch noch nicht da, wahrscheinlich kommt er wieder aus Ende und macht hier nur kurz Zwischenstopp zum Zusteigen – schon verrückt. Ausreisesteuer zahlen wir übrigens schon wieder nicht, obwohl Argus uns noch darauf hingewiesen hatte, dass diese hier auf Flores 10.000 Rupiah pro Person betragen würde. Jan freut sich darüber, dass er in nicht mal zwei Minuten den gesamten Flughafen von Labuan Bajo ablaufen kann :). Ein Fernseher an der Wand dudelt vor sich hin, die Wartenden mustern uns neugierig, als wir eintreffen sind wir die einzigen Westler. Nach und nach füllt sich der Raum, auch einige Touristen sind dabei, die sich genauso verunsichert und amüsiert umschauen wie wir. Es laufen schon interessante Menschen hier rum. Zum Beispiel dieser: ein junger Asiate, max. 1,50 m groß, ich höre dass die anderen Leute ihn „Zhung“ nennen. Er trägt schwarze Flip-Flops, hautenge dunkellaue Levis-Jeans, die Beine auf Dreiviertel-Länge hochgekrempelt. Dazu ein eng anliegendes weißes Hemd, die Arme ebenfalls zur Dreiviertel-Länge gekrempelt, unter dem kleinen Kugelbäuchlein ist es keck an der Seite geknotet. Eine große dunkle Sonnenbrille, eine riesige Prada-Handtasche, silberne Siegelringe und eine dicke Rolex runden sein Erscheinungsbild ab. Und dazu natürlich dieser typische Gang, leicht watschelnd, die Hüften nach vorn geschoben, durchgedrücktes Hohlkreuz, und eine Hand immer auf Brusthöhe. Zum Schießen komisch :).“

 

Irgendwann wurde dann unsere Flugnummer aufgerufen und das „Boarding“ begann. An Glastür 1 stand eine junge Dame, die die Abschnitte unserer Tickets abriss, dann liefen wir zum Flugzeug. Auf dem Rollfeld standen drei kleine Maschinen direkt nebeneinander, man konnte theoretisch in jede davon einsteigen… Wir bekamen wieder die Notausgangplätze mit viel Beinfreiheit und nach einem ruhigen Flug landeten wir eine Stunde später bereits wieder auf Bali. Auch hier wurde einfach die Treppe ausgefahren und wir stiegen mitten auf dem Rollfeld aus. Um uns herum große Maschinen der Thai Airways o.ä. und keiner wusste so recht wo es lang ging. Irgendwann fanden wir dann alle den richtigen Eingang, bekamen dann unser Gepäck und am Ausgang wurden wir auch bereits wieder von einem Guide erwartet. Gemeinsam mit ihm liefen wir durch den Domestic-Teil des Flughafens (der viel schöner war wie der internationale, es gab unzählige Cafés und Bars) und dann begann die Fahrt an der Ostküste Balis entlang bis in den Norden nach Tejakula ins Alam Anda Hotel. Sofort fiel uns wieder der enorme Unterschied zum ruhigen, beschaulichen, trockenen Flores auf – alles um uns herum war wieder viel bunter, trubeliger, lebhafter, die Landschaft war saftig grün und tropisch mit vielen bunten Blüten, die Tempel in den Orten waren bunt geschmückt, das Angebot an Warungs und Läden wieder viel größer. Nur den halsbrecherischen Verkehr hatten wir nicht vermisst ;). Als wir nach 3,5 Stunden Fahrt im Alam Anda ankamen war es bereits dunkel. Wir wurden herzlich begrüßt, bekamen den obligatorischen Begrüßungsdrink und kalte Handtücher und eine junge Frau erklärte uns ausgiebig das vielfältige Angebot in der Anlage: es gab Cocktail-Happy-Hour an der Poolbar, ein SPA und eine Tauchschule, man konnte Ausflüge, Kochkurse usw. buchen, nur gratis Wifi gab es leider nicht. Zum Abschluss bekamen wir noch eine Tasche mit Räucherstäbchen, Infoflyern, einer DVD und einem Honeymoon-Massage-Gutschein – wirklich super! Auch unser Beachfront-Bungalow No. 1 war super schön und gemütlich. Er lag direkt am Meer, auf der kleinen Wiese davor standen Liegen bereit, auf der Terrasse gab es ein gemütliches Daybed und eine Sitzecke. Hier wartete ein weiterer Honeymoongruß in Form einer Flasche Rotwein auf uns. Im Bungalow gab es ein riesiges bequemes Bett, das mit Blüten dekoriert war und mal wieder ein großes Open-Air-Bad. Wir fühlten uns sofort pudelwohl! Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten gingen wir direkt ins Restaurant am Pool. Als wir unsere Zimmernummer nannten lächelte die Dame nur geheimnisvoll und nuschelte etwas von einem „special table“. Sie führte uns dann an einen etwas Abseits stehenden Tisch direkt am Wasser, der ganz toll eingedeckt und mit vielen Blüten und Kerzen dekoriert war, ein Schild begrüßte uns mit „Happy Honeymoon“ – dieses Hotel schien wirklich ein viel versprechender Abschluss zu werden! Die Speisekarte war sehr umfangreich, dazu gab es sogar noch Sonderaktionen – heute war Steinofen-Pizzatag. Nach einer Portion Frühlingsrollen und Thunfisch- Carpaccio gab es somit für jeden eine leckere große Pizza. Auf unserer Terrasse stießen wir dann mit einem Glas Rotwein auf die letzten Tage unserer Flitterwochen an und ließen uns dann von der Meeresbrandung in den Schlaf wiegen.

Jan war heute schon früh auf den Beinen und beobachtete von unserer Terrasse aus den Sonnenaufgang während Tatj noch gemütlich ausschlief. Danach gingen wir zum Frühstück und freuten uns über ein großes leckeres Buffet mit Obst, Joghurt und Müslisorten, Säften, Kaffeestückchen, Wurst und Käse, verschiedenen Brotsorten und so weiter und so weiter. Auch wenn das Hotel ein wirklich tolles Ausflugsprogramm über die ganze Insel anbot, beschlossen wir lieber noch einmal auf eigene Faust loszuziehen und mieteten uns einen Roller. Durch den enormen Wellengang heute fiel Schnorcheln leider sowieso ins Wasser. Die Nordküste Balis war noch einmal ganz anders als alle anderen Ecken, die wir bislang gesehen hatten. Es war sehr untouristisch, das Meer klatschte stürmisch an die schwarzen Felsen oder Strände, hinter uns ragten der Gunung Batur und der Gunung Agung auf. Wir fuhren die Küstenstraße in Richtung Westen entlang, der Verkehr hier war recht ruhig und so konnten wir uns während der Fahrt in aller Ruhe umsehen. Den ersten Stopp legten wir in Les ein um uns den Air Terjun Yeh Mampeh Wasserfall anzuschauen. Wir liefen vom Parkplatz aus ca. 20 Minuten einen kleinen Pfad am Fluss entlang, durch dichten Dschungel voller Rambutan- und Bananenbäume, um uns herum flatterten handtellergroße Schmetterlinge. Schließlich kamen wir am 40 m hohen Wasserfall an und erfrischten uns etwas im aufspritzenden Wasser. Anschließend setzten wir unsere Fahrt an der Küstenstraße fort, fuhren durch Tejakula bis zur zweitgrößten Stadt Balis, nach Singaraja, dem ehemaligen Hauptverwaltungssitz der niederländischen Kolonialherren. Wir fuhren am Yudha Mandala Tama Denkmal (errichtet für einen Freiheitskämpfer) und dem chinesischen Tempel Ling Gwan Kiong vorbei. Nach einem kurzen Tankstop fuhren wir die Küstenstraße wieder langsam zurück und hielten an einem einfachen Warung mit Homestay am Wegesrand an weil wir dort ein Free-Wifi-Schild entdeckt hatten und unsere Familie schon einige Zeit nichts mehr von uns gehört hatte. Die Besitzer-Familie war sehr freundlich, plauderte so gut es ging mit uns und erzählte von ihrem Homestay. Leider funktionierte das Wifi nicht, offensichtlich war der Hauptserver hier in der Region ausgefallen. Am Ende zahlten wir 2 Euro für 3 kalte Getränke und eine frittierte Banane im Teigmantel mit Honig. Wir düsten weiter zum nächsten Supermarkt und kamen dann am späten Nachmittag zurück ins Hotel. Hier sprangen wir nochmal kurz in den Pool, erledigten noch zwei, drei Sachen (auf dieser Reise spürten wir erstmals was es hieß etwas länger als die üblichen 2 Wochen unterwegs zu sein, wir mussten einige unserer Kleider zur Laundry bringen und noch Drogerieartikel nachkaufen, die langsam zur Neige gingen) und machten uns dann für unseren SPA-Termin um 18:30 Uhr fertig. Jan war ganz aufgeregt, schließlich war es sein erster SPA-Besuch. Wir nahmen in gemütlichen Sesseln Platz und bekamen ein kaltes Getränk und kühle Handtücher zur Begrüßung. Dann lernten wir unsere beiden Masseurinnen kennen und wurden in den Behandlungsraum geführt. Nach kleinen Verständigungsschwierigkeiten was die Verwendung der Einwegunterwäsche anging lagen wir dann bäuchlings nebeneinander auf zwei Liegen wurden eine halbe Stunde durchgeknetet. Jan fühlte sich nicht ganz so wohl in seiner Haut und fragte sich die ganze Behandlung über, ob das Schälchen unter seinem Kopf mit den Blüten darin wohl eine Spuckschale sei :). Bei Tatj entdecke man eine schmerzhafte Verspannung in der linken Schulter und so vereinbarte sie nach einer erfrischenden Dusche gleich einen weiteren Termin für den nächsten Tag. Wir saßen anschließend noch gemütlich bei zwei Bintang auf unserer Terrasse und quatschten (Jan befreite noch einen Baby-Gecko aus dem Vorhang) bevor wir zum Abendessen gingen. Das Nasi Goreng und das Thunfisch-Knoblauch-Steak waren wieder absolut spitze! Beim anschließenden Verdauungsspaziergang durch die Anlage machte Tatj sich wie schon so oft auf dieser Reise Gedanken über das Risiko von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, die Chancen sollen schließlich höher sein als auf einen Lottogewinn und hier hingen sie wirklich ständig über einem an den Bäumen oder lagen auf den Straßen und Wegen herum, und wir beobachteten noch eine Weile die unzähligen Riesenkrabben am felsigen Ufer bevor wir den Tag mit zwei weiteren Bintangs auf unserer Terrasse beendeten.

Wir starteten auch heute wieder mit einem super leckeren Frühstück in den Tag bevor wir wieder unseren Roller sattelten und uns diesmal die Küstenstraße in Richtung Osten vornahmen. Durch Tembok und Tianyar ging es bis nach Tulamben, wo wir den ersten Stopp an einem Tempel am Wegesrand einlegten. In aller Ruhe und ohne einer Menschenseele zu begegnen schauten wir uns den Tempel und die Bucht von Tulamben, in welcher das Frack der Liberty, ein beliebter Tauchspot, liegt, an. Weiter ging unsere Fahrt bis nach Amed, das uns mit seinen vielen Bars und Strandrestaurants und der lässigen Urlaubsatmosphäre sehr gut gefiel. An einem Warung machten wir eine Pause und tranken etwas (Wifi funktionierte leider auch hier nicht), dann erkundeten wir noch etwas die Gegend. In einem kleinen Dorf beobachteten wir, wie die Menschen den kleinen Fluss, der an ihren Hütteneingängen vorbei floss, mit in ihr Leben einbezogen. Eine Frau spülte ihr Geschirr darin, die nächste wusch ihre Wäsche, kleine Kinder wurden darin gebadet und wenige Meter weiter verrichtete ein Mann sein Geschäft… So traurig es eigentlich ist – Glück dem, der weit stromaufwärts wohnt… Mit weiteren Tank- und Supermarktstops kamen wir nach knapp 100 Km wieder zurück an unser Hotel und gaben unseren Roller ab. Wieder einmal hat Jan den verrückten asiatischen Linksverkehr mit Bravour gemeistert, worauf Tatj ernsthaft stolz war, sie selbst hätte es sich nicht sturzfrei zugetraut. Bei unserer anschließenden kurzen Poolrunde bekamen wir Honigmelone serviert und ließen es uns gut gehen. Wir versuchten noch einmal unser Glück im (sehr warmen) Meer, doch die Wellen und die Strömung waren auch heute einfach zu heftig. So machte Jan es sich mit einem Buch auf dem Daybed gemütlich während Tatj zu ihrer zweiten Massage ging. Nach Begrüßungsdrink und –tuch durfte sie sich ein Duftöl aussuchen (Frangipani natürlich), anschließend folgte ein Fußblütenbad mit Meersalz und dann begann die einstündige indonesische Ganzkörpermassage. Zum Abschluss gab es eine Dusche, Frangipanibodylotion und einen Ingwertee – soll ja gesund sein… Da die linke Schulter noch immer sehr schmerzte wurde gleich ein neuer Termin für den nächsten Tag vereinbart :). Gemeinsam beschlossen wir dann die Happy Hour an der Pool-Bar zu nutzen und setzten uns an einen kleinen Tisch direkt am Meer mit toller Aussicht und ließen uns Bintang und Cocktail schmecken. Nach einem üppigen aber wieder mal fantastischen Abendessen (Maiscracker, Knoblauchbaguette, Thunfisch-Carpaccio, Cheeseburger mit Kartoffelecken, Mie Goreng und Schokokuchen mit Sahne) gingen wir an die Bar zurück und gönnten uns ein weiteres Bintang und einen echt indonesischen Arak-Cola – und erlebten hier ein weiteres Highlight: indonesische Bauarbeiten. Beim Versenken von Betonklötzen als Wellenbrecher an einem Meereseingang hatte sich der Baggerfahrer wohl irgendwie eingebaut, musste dann am Ufer entlangfahren und versuchte gerade als wir dazu kamen irgendwie wieder an Land zu kommen. Im knapp 90 Grad Winkel versuchte er über eine kleine Mauer zu fahren, suchte mit seiner Schaufel irgendwo auf dem Gelände halt, rutschte wieder ab und drohte kopfüber ins Meer zu stürzen. Tatj hielt sich die Hände vor die Augen - das konnte man wirklich kaum mit ansehen – und Jan überlegte ob er mit den anderen Männern nicht wenigstens den Bagger stützen sollte, damit der Fahrer nicht umstürzen und ertrinken würde. Irgendwann schaffte er es tatsächlich und kam über die Mauer. Was danach folgte war auch nicht viel besser – bei seiner Fahrt zur zweiten Meereseinstiegsstelle hinterließ er eine Schneise der Verwüstung: er wälzte den gesamten Rasen beim Wendemanöver um, fuhr Pflanzen und Lampen kaputt, zerstörte den Weg zu den Bungalows und ließ beim Überqueren eine weitere kleine Mauer kurzerhand komplett einstürzen. Dann zerstörte er den Handlauf des zweiten Meereseinstiegs und fuhr die extrem steile Treppe bis zum Wasser hinunter, hier versuchte er halb im Wasser stehend Löcher für die riesigen Betonklötze zu schaufeln – immer im Wettlauf gegen die Zeit und die bald einsetzende Flut. Jedes Mal wenn er einen der Klötze mit seiner Schaufel anhob kippte er gefährlich nach vorne…Hier ein Auszug aus unserem Tagebuch:

 

„Sonntag, 18.05.14, 22 Uhr, Alam Anda

Vor mir ist es rabenschwarz, das Meer, der Himmel – den Horizont erkennt man nur durch die kleinen Lichter der Fischerboote. 31 Stück zähle ich vor mir, aufgereiht wie an einer Perlenkette. Auf dem Tisch vor mir direkt am Meer stehen eiskaltes Bintang-Bier und Arak-Cola. Um mich herum angespannte Gesichter, europäische und asiatische, hell- und dunkelhäutige. Alle starren, die Stirn in Falten gelegt, ans Meeresufer, manche haben die Hände vor den Augen zusammen geschlagen. Auf den steilen Einstiegsstufen ins Meer steht ein Bagger in extremer Schräglage, die Raupen schon komplett unter Wasser. Zwei junge Männer, höchstens 20, sitzen im Führerhaus und schaufeln Geröll aus dem Meer. Andere klettern barfuss auf riesigen Betonklötzen umher, binden sie mit rostigen Eisenketten an die Schaufel, der Bagger bekommt durch das Gewicht noch mehr Schräglage und kippt gefährlich. Die Klötze sollen als Wellenbrecher im Meer versenkt werden. Wellen klatschen gegen das bereits stark beschädigte Führerhaus des Baggers. Sie müssen sich beeilen, fertig sein bevor die Flut kommt. Die Stimmen werden lauter, jeder der Zuschauer, Hotelangestellten, Gäste und Bauarbeiter weiß es besser. Die Hotelmanagerin schüttelt nur noch den Kopf. Indonesische Baustelle – fast Mitten in der Nacht…. Um 23 Uhr haben die Männer nur die beiden Blöcke ersetzt, die sie beim baggern zuvor selbst zerstört hatten und brechen ab.“ 

Ausschlafen, frühstücken – wir ließen es heute ruhig angehen. Nach einem kurzen Blick in den sehr überteuerten Souvenirshop (10 Euro für eine kleine Flasche Sonnenmilch, man ließ sich die abgeschiedene Lage des von deutscher Hand geführten Resorts teuer bezahlen) legten wir uns lange an den Pool, schwammen, lasen, aßen ein Eis und Jan konnte heute endlich noch einmal im Meer schnorcheln. Das Hausriff war ganz schön, aber kein Vergleich zu dem unbeschreiblichen Anblick vor einigen Tagen. Am späten Nachmittag gingen wir duschen und fanden auf unserer Terrasse einen Obstteller mit einem Entschuldigungsschreiben für die störenden Bauarbeiten gestern Abend von der Hotelmanagerin Bettina– super nett, dabei empfanden wir es als echt spannende Abendunterhaltung :). Tatj besuchte anschließend wieder das SPA während Jan Buch Nummer 3 zu Ende las. Nach einem Bier an der Poolbar gingen wir ein letztes Mal zum Abendessen, für Jan gab es Frühlingsrollen und Nasi Goreng, Tatj bestellte sich Nasi Campur – einen gemischten Teller mit indonesischen Speisen – scharf, aber sehr lecker. Bei Arak-Cola ließen wir den Abend an der Bar ausklingen während aufgeregte Fledermäuse auf der Suche nach Futter haarscharf an unseren Köpfen vorbei flogen, es war der erste richtig chillige Urlaubstag und zeitgleich unser letzter Reisetag.

Nachdem wir uns beim Frühstück noch einmal richtig die Bäuche vollgeschlagen hatten legten wir uns noch einmal an den Pool um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen. Zum Abschluss noch ein Sprung ins Meer, dann machten wir uns reisefertig und checkten aus. Wir trugen uns ins Gästebuch ein, machten ein Abschiedsfoto, Bettina verabschiedete uns noch persönlich und dann wurden wir auch schon abgeholt. Quer durch die Berge ging es zurück nach Denpasar, unterwegs erlebten wir einen echten Platzregen in den Höhenlagen, sahen Jugendliche mit vollgesprayten und bemalten Schuluniformen beim Feiern (unser Fahrer erklärte uns, dass es sich um Abiturienten an ihrem letzten Prüfungstag handelte) und beobachteten, wie die Dörfer sich mit großen Strohmasten und Fähnchen auf den morgigen Feiertag vorbereiteten. Kinder ließen am Straßenrand selbstgebastelte Drachen steigen, im Hintergrund stiegen Rauchsäulen von den kleinen Müllverbrennungsplätzen auf – ein typisch balinesisches Bild. Am Flughafen erstanden wir für unsere letzten Rupiah noch etwas zu Essen und einen Magneten, zahlten diesmal planmäßig die Ausreisesteuer und saßen wenig später in unserem Flieger nach Kuala Lumpur. Auch hier brachten wir unsere letzten Ringgit noch bei Starbucks an den Mann und kauften Durian-Kekse für zu Hause, bevor wir in unseren 13-stündigen Rückflug einstiegen. Er war soweit okay, wir dösten etwas, schauten ein, zwei Filme – alles in allem war es aber doch ziemlich anstrengend und nervig. Kaum in Deutschland angekommen bekamen wir an der Passkontrolle gleich mal wieder ein Beispiel von dem, was wir nicht vermisst hatten: ein arroganter, dicker deutscher Passkontrolleur schnauzte einen chinesischen Touristen aus Hong-Kong auf deutsch (?!) vor versammelter Mannschaft an und machte sich einfach mal grundlos über ihn lustig – willkommen zu Hause… Am Gepäckband besserte sich unsere Laune dann wieder als ein Freund uns in Empfang nahm und Tatj´s Schwester uns wenig später abholte und nach Hause fuhr.

 

Fazit

Selten ist uns ein Reise-Fazit so schwer gefallen wie in diesem Urlaub, wir haben so viel erlebt und gesehen. Das Wetter war super, die Menschen jederzeit unglaublich freundlich, offen und hilfsbereit. Wir hatten Spitzenhotels, waren im SPA und haben täglich fantastisch gegessen. Wir hatten alles, von der Großstadt bis hin zur unbewohnten Insel; Tiere, weiße Strände und Natur genauso wie Skybar, Shoppingmall und Zimmerservice. Wir waren schnorcheln, Boot fahren, Wandern, an Wasserfällen und heißen Quellen, haben Tempel, Moscheen und Kirchen besichtigt. Es war exotisch und vielfältig – und eine wirklich ausgefallene, erlebnisreiche Reise. Trotzdem tun wir uns schwer damit zu sagen, dass es wirklich die schönste Reise war, die wir je hatten. Wir mussten einfach feststellen, dass diese vorgebuchten Reisen mit Tourguides und festgelegten Abläufen ebenso wenig unser Ding sind, wie allzu luxuriöse Hotels. Natürlich ist es toll, wenn man sich um nichts kümmern muss – aber uns hat dabei das Abenteuer gefehlt. Und natürlich sind Concierge und Zimmerservice super – wir haben uns jedoch oft unwohl dabei gefühlt.

Kuala Lumpur ist eine tolle Stadt – 3 Tage reichen vollkommen aus um alles zu sehen. Auch Bali ist wunderschön und ein echtes Paradies auf Erden, von den anderen Inseln haben wir leider zu wenig gesehen. Vielleicht waren es auch einfach zu viele Eindrücke direkt nach der Hochzeit auf einmal. Rausfinden können wir das nur, indem wir noch einmal wieder nach Indonesien kommen, um auch die anderen Inseln genauer zu erforschen – das nächste Mal dann ohne Fahrer und Largos ;-)

 

Wir sagen allen Menschen, die wir auf unserer Reise kennen lernen durften, ein herzliches „Terima Kasih Banjak“ – und sind uns sicher, dass sie alle lächelnd winkend „Sama-Sama“ antworten würden…

 

 

 

Und hier noch das Video zu unserer Reise, ein Zusammenschnitt unserer Digicam-Videos: