Unsere Reisen nach Malaysia

Unsere Elternzeitreise 2018/2019 führte uns auch für 2 Monate nach Asien, wovon wir knapp 4 Wochen über die malaysische Westinsel reisten. Den Reisebericht mit Fotos findet ihr hier:

Elternzeitreise Malaysia

 

Kuala Lumpur 2014 (Honeymoon)

Die Aufregung und die Emotionen des vergangenen Hochzeitswochenendes noch in den Knochen standen wir am Montag Morgen früh auf, packten die letzten Sachen zusammen und fuhren zu unserer Family zum Frühstücken. Gestärkt wurden wir dann an den Frankfurter Flughafen gefahren– unsere exotischste, längste, am weitesten entfernteste und teuerste Reise begann, unsere Hochzeitsreise! Ein Freund von uns empfing uns direkt am Eingang und blieb bis kurz vor Abflug bei uns, wodurch die Zeit beim Quatschen über unsere Hochzeit wie im Flug verging. Pünktlich startete die Maschine der Malaysia Airlines dann in Richtung Kuala Lumpur (ein kleines flaues Gefühl in der Magengegend flog zumindest bei Tatj doch mit, war eine Maschine der gleichen Airline aus Kuala Lumpur doch erst vor wenigen Wochen verschollen). Kaum gestartet fragte uns das Pärchen vor uns, ob wir mit ihnen den Platz tauschen würden damit sie mit ihren Freunden zusammensitzen konnten. Kein Problem, machen wir natürlich gern. Leider erwischte Tatj dann einen Platz, auf welchem das Inseat-Program nicht funktionierte, dabei hatte sie sich schon so auf die neusten Filme gefreut :(! Der knapp 13-stündige Flug verging dann trotz einiger kleiner Turbulenzen recht schnell, es gab Abendessen, Erdnusstütchen, eine Süßigkeitenbox und kurz vor der Landung Frühstück. Leider war hier das Omelette bereits aus weshalb wir malaysisches Frühstück bekamen – Reis mit Meeresfrüchten in einer so dermaßen scharfen Soße, dass es uns beiden den Atem verschlug – willkommen in Asien :)! Insgesamt konnte die Malaysia Airlines mit Service und Platz leider nicht mit unserer heißgeliebten Etihad mithalten. Am riesigen Flughafen von Kuala Lumpur angekommen fuhren wir mit der Bahn zur Gepäckausgabe, Einreise und Geld abheben klappten problemlos, der Wechselkurs zum malaysischen Ringgit stand bei etwa 1 zu 4,3. Beim Betreten der Ankunftshalle brüllte eine Dame der örtlichen Reisegesellschaft so laut unseren Namen, dass wir sie unter den vielen Wartenden direkt entdeckten und so bereits wenige Minuten später das Flughafengebäude verließen und zu unserem Fahrer gebracht wurden. Die Türen öffneten sich und uns schlug die unglaublich heiße und schwüle Luft asiatischer Großstädte entgegen. Wir grinsten uns erwartungsvoll an – das Abenteuer konnte beginnen! Die etwa 1-stündige Fahrt vom KLIA Airport ins Zentrum von Kuala Lumpur war sehr angenehm, unser Fahrer erzählte uns viel über die Gegend und die berühmte Formel 1 Strecke Sepang International Circuit, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und um uns herum war es überraschend grün, so weit das Auge reichte sah man nur Palmen. Nur an den Linksverkehr und den rasanten Fahrstil der Asiaten mussten wir uns erst wieder gewöhnen ;). Gegen 9 Uhr kamen wir am Mandarin Oriental im Zentrum der Stadt an, durch die Zeitumstellung von 6 Stunden hatten wir noch den ganzen Tag vor uns. Erwartungsvoll gingen wir durch die große Eingangshalle mit riesigen Kronleuchtern an der Decke zur Rezeption. Wir wurden nett begrüßt und bekamen einen rosafarbenen, süßen Begrüßungsdrink (keine Ahnung was das genau war) – doch mehr leider nicht. Unser Zimmer sei leider noch nicht fertig, wir sollten die zwei Stunden bis dahin doch beim Frühstück überbrücken. Wir waren enttäuscht, andere Paare um uns herum wurden mit großen Rosensträußen und Sektflaschen begrüßt und gleich auf ihre Zimmer gebracht. Hallo – wir sind doch die Honeymooner! Offensichtlich gab es diese schicke Begrüßung nur für Bewohner der Suiten. Naja, wenigstens ein Frühstück bekommen wir, dachten wir uns, auch wenn wir keinen großen Hunger hatten, schließlich haben wir im Flugzeug fast die ganze Zeit nur gegessen. Egal, was sollten wir sonst schon großartig machen. Wir wurden in den Frühstücksraum an einen kleinen Tisch geführt und bedienten uns am wirklich leckeren und vielfältigen Buffet – hier gab es wirklich alles, was man sich nur vorstellen konnte. Um uns herum herrschte rege Betriebsamkeit, die meisten anderen Gäste waren wohl geschäftlich hier, sie telefonierten in allen Sprachen der Welt oder hackten hektisch auf ihre Laptops und Blackberrys ein während sie ihren Kaffee tranken. Nach dem Essen kam dann die Rechnung – offensichtlich war das Frühstück doch keine Entschädigung für´s Warten. Wir zahlten umgerechnet 40 Euro obwohl wir kaum etwas gegessen hatten. Das fing ja prima an… Die verbleibende Zeit wollten wir nutzen um uns bei unserer Familie zu melden und in Ruhe eine Zigarette zu rauchen, also fragten wir an der Rezeption nach einem Raucher- oder Außenbereich und dem Wifi-Passwort. „Das Wifi kostet 7 Euro am Tag extra und einen Raucherbereich haben wir nicht, da müssen sie raus auf die Straße“. Na, so stellt man sich doch den excellenten Service eines 5,5 Sterne Hotels vor… Um 11 Uhr konnten wir dann endlich unser Zimmer beziehen – und wurden wieder enttäuscht. Es war zwar ganz hübsch ausgestattet, aber auch nicht viel anders als in jedem anderen Hotel und wir blickten aus den verglasten Fronten auf den unter uns liegenden KLCC Park – dabei hatten wir extra das Premium-City-View Zimmer mit Blick auf die berühmten Petronas Towers gebucht! Jan ging zur Rezeption und beschwerte sich, immerhin zahlten wir einen Haufen Geld für dieses „Luxushotel“. Danach zogen wir ein Zimmer weiter und hatten so zumindest seitlichen Towers-Blick, für sich gewinnen konnte uns dieses Hotel aber nicht mehr. Völlig fertig und genervt legten wir uns danach erstmal eine Runde schlafen. Nach einer kalten Dusche sah die Welt schon wieder besser aus und wir beschlossen uns die Großstadt nicht von diesem doofen Hotel verderben zu lassen. So machten wir uns gegen 14 Uhr auf unsere erste Erkundungstour durch die Stadt. Kuala Lumpur ist die Hauptstadt Malaysias und wird von ihren 1,5 Millionen Einwohnern einfach nur „KL“ genannt. Das Wahrzeichen sind natürlich die berühmten Petronas Twin-Towers. Für uns ist im Nachhinein die Vielfältigkeit der Einwohner am bezeichnendsten, noch nie haben wir so viele verschiedene Nationalitäten und Religionen in einer Stadt vereint gesehen. Unser Lonely Planet verriet uns, dass die Bevölkerung zu 50% aus Chinesen, 40% Malaien, 6% Indern und 4% Arabern, Europäern und anderen Asiaten besteht. Die Religionszugehörigkeit verteilt sich zu je 40% auf Buddhisten und Muslime, 10% Christen und 6% Hindus. Das Stadtbild ist von dieser Vielfalt sehr geprägt, überall finden sich Moscheen, christliche Kirchen, chinesische Pagoden und bunte Hindutempel. In den Cafés sahen wir schick gekleidete Geschäftsmänner mit verschleierten Frauen und Menschen in typisch bunte indische Tücher gehüllt gemeinsam beim Lunch sitzen – ein ungewohnter und zeitgleich unvergesslicher Anblick. Wir spazierten durch den KLCC Park, das Convention Center und das KLCC Suria Shoppingcenter mit seinen unzähligen Designerläden und einem großen Foodcourt. Die meisten großen Hotels, Malls und Bahnstationen waren mit erhöht gelegenen, klimatisierten Fußgängerwegen verbunden, sehr praktisch bei der Hitze und vor allem bei Regen. Alles wirkte super modern, sauber und aufgeräumt, ruhig und geordnet, es gab unzählige internationale Restaurants und Bars und jede bekannte Designermarke war mit mindestens einem Store vertreten. Im Vergleich zu Bangkok war alles dementsprechend teuer. Wir bummelten etwas durch die Geschäfte und warfen vom KLCC Park einen ersten Blick auf die volle Größe der Petronas-Towers – wirklich sehr beeindruckend! Gegend Abend gingen wir in das Bukit Bintang Ausgehviertel und aßen im „La Bodega“ leckere Tapas. Plötzlich begann es aus heiterem Himmel zu gewittern und zu schütten wie aus Eimern, doch so schnell es angefangen hatte, so schnell war es auch schon wieder vorbei. Auf dem Heimweg bewunderten wir die Petronas-Towers noch einmal bei Nacht und schauten den bunten Wasserspielen am See zu.

Nach einer gemütlichen Nacht standen wir voller Tatendrang auf und gingen zum Frühstück. Es war wieder super lecker und die Auswahl groß, nur Nutella gab es keins ;). Anschließend starteten wir unsere zweite Sightseeingtour. Wir liefen durch Bukit Bintang bis zum Timesquare, die vielen bunt beleuchteten Schilder und der chaotische Verkehr ließen echtes Asia-Feeling aufkommen, nur die große Anzahl an amerikanischen Läden wie Bubba Gump, Papa John´s, Outback Steakhouse und mindestens 20 Starbucks wollten nicht so ganz in dieses Bild passen. Auf Jan´s Wunsch hin steuerten wir dann das Plaza Low Yat, ein rießiges Elektronikeinkaufszentrum an. Wir hatten unser kaputtes iPhone 3 GS dabei (die klassische Spider-App sowie einige abgebrochene Knöpfe) und fragten hier an einem der vielen Stände an, was die Reparatur denn kosten würde (in Deutschland lag das Angebot bei ca. 100 Euro). „Kein Problem, in 40 Minuten ist es fertig, umgerechnet etwa 25 Euro“ – perfekt! Wir nutzten die Wartezeit um bei der lautstarken Eröffnung eines neuen Shops zuzuschauen, als Monster verkleidete Menschen hüpften zu lauter Musik vor dem neuen Shop umher um böse Dämonen zu vertreiben. Anschließend fuhren wir mit der Monorail an die Central Station. Das Bahnfahren funktionierte hier genauso pünktlich, schnell und einfach wie in Bangkok, schade, dass das bei uns in Deutschland immer so kompliziert und unzuverlässig ist. Von der Central Station wollten wir eigentlich zu den Lake Gardens, einem großen Stadtpark mit Schmetterlingsgarten, laufen, der laut Lonely Planet ganz in der Nähe sein musste. Doch unübersichtliche 8-spurige Straßen, Brücken und Tunnel machten es uns unmöglich dorthin zu kommen und die angehaltenen Taxifahrer wollten uns auch nicht helfen. Zufällig landeten wir dann in Little India, wo wir die farbenfrohen Hindutempel Sri Krishna und Sri Kandaswamy Kovil besichtigten. Im Old Town Café tranken wir dann zur Abkühlung (das App zeigte gefühlte 39 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit an) eiskalte Frappuccinos und liefen dann zur nächsten LRT-Station um nach Chinatown zu fahren. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir in einer der großen Malls einen Victoria´s Secret – Tatj konnte mal wieder nicht widerstehen und erstand 8 Teile für umgerechnet 51 Euro – juhu :). In Chinatown bummelten wir durch die engen Gassen vorbei an vielen kleinen Ständen und Garküchen, bestaunten den Sri Mahamariamman Tempel und liefen durch den Central Markt und die Petaling Street. In einer gemütlichen Reggae-Bar legten wir eine kleine Verschnaufpause ein bevor es weiter ging zum alten Bahnhof, dem Sultan Abdul Samad Building, dem Merdeka Square (Platz der Unabhängigkeit), dem chinesischen Guandi Tempel und der Masjid Jamek Moschee. Hier entdecken wir wieder viele Gedenktafeln, Plakate und Banner, die an die verschollene MH370 Maschine der Malaysia Airlines erinnerten, viele Menschen blieben davor stehen und beteten oder schrieben ihre Gedanken auf kleine Zettel nieder, die sie an die Gedenktafeln steckten. Plötzlich begann es wieder unvermittelt heftig zu regnen und wir flüchteten in das erstbeste, sehr untouristische „Restaurant“. An einer (nicht ganz hygienisch sauberen) Theke konnte man das Essen auswählen, wir saßen davor auf Plastikstühlen, als Aschenbecher diente der geflieste Fußboden. Wir bestellten uns BBQ-Chicken und frisch gepressten Granny-Smith-Apfelsaft – sehr lecker! Da es immer noch etwas regnete winkten wir das nächste Taxi herbei und ließen uns zurück an unser Hotel fahren. Wegen der gerade einsetzenden Rush-Hour brauchten wir fast 1 ganze Stunde für die abenteuerliche Fahrt durch die Stadt. Im Hotel angekommen machten wir uns kurz frisch, pflegten die wund gelaufenen Füße und gingen dann in das Hotel nebenan, das Traders, welches eine tolle Skybar haben soll. Im 33. Stock stiegen wir aus dem Fahrstuhl und wurden an einen kleinen Tisch mit tollem Ausblick über die Stadt gebracht. Für die Frauen gab es (sehr starke) gratis Cocktails. Wir wurden gefragt, ob wir auf die Warteliste für einen Tisch am Fenster wollten – „Nanu, wir sitzen doch bereits am Fenster?!“ dachten wir uns, sagten aber trotzdem zu. Nach einer Weile wurden wir dann aufgerufen und in den hinteren Teil der Bar gebracht. Neben einem großen Swimmingpool gab es einzelne kuschelige Separées mit einem unglaublichen Blick auf die beleuchteten Petronas-Towers und die umliegenden Wolkenkratzer. Wir ließen es uns gut gehen, bestellten Bier und Wein und einen ganzen Eimer voll frittierter Dickmacher wie Mozarella-Sticks, Chicken-Wings, Potato Wedges usw. :). Erst recht spät am Abend gingen wir zurück an unser Hotel und legten uns, gespannt was uns am nächsten Tag in Indonesien erwarten würde, schlafen.

Beim Frühstück unterhielten wir uns heute mit Christoph, einem der Kellner, dessen westliche Züge uns bereits gestern aufgefallen waren. Er ist Deutscher, gerade mal 20 Jahre alt und absolvierte gerade ein 6-monatiges Praktikum im Mandarin Oriental in Kuala Lumpur – sicherlich nicht schlecht für den CV! Anschließend packten wir die letzten Sachen zusammen und checkten aus. Mit der Monorail fuhren wir an die Central Station und von dort schnell, unkompliziert und vor allem günstig mit dem KLIA-Airport-Express an den Flughafen. Auch das einchecken verlief schnell und problemlos und bereits kurze Zeit später drückte uns ein Beamter die Ausreisestempel für Malaysia in die Reisepässe.

 

Unser Fazit für Kuala Lumpur: Wir empfanden KL als eine sehr moderne, große, saubere, geordnete Stadt, es fehlte der Trubel und das Chaos wie wir es aus anderen asiatischen Städten kennen, sogar Chinatown erschien uns sauberer und aufgeräumter. Insgesamt erschien KL uns wohlhabender, internationaler und teurer als beispielsweise Bangkok, dafür fehlte es ihm an Exotik und an Sehenswürdigkeiten. Auffallend war auch der Bauboom – überall standen Kräne und wurden neue Hochhäuser errichtet. Besonders beeindruckt haben uns, neben der bereits erwähnten kulturellen und religiösen Vielfalt, die Menschen – wir empfanden sie alle als unglaublich höflich, nett und zuvorkommend, keinesfalls aufdringlich oder nervig.

Unser Fazit für das Mandarin Oriental fällt nicht ganz so positiv aus. Es war ein nettes, hübsches Hotel mit leckerem Frühstück, aber einfach nichts Besonderes. Keine Ahnung wie sich die hohe Sterne-Anzahl rechtfertigt. Vielleicht hatten wir uns unter dem bekannten Namen auch zu viel versprochen, insgesamt müssen wir sagen, dass wir schon in 20-Dollar Motels übernachtet haben, in welchen wir uns herzlicher Willkommen gefühlt haben als hier im Mandarin – und das Wifi war dort sogar kostenfrei…

 

Fortsetzung des Honeymoons siehe Menüpunkt "Indonesien".