Unsere Reisen nach Kroatien

Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien und Gernsheim 2019

Ein chaotischer, aber dennoch schöner und erholsamer Urlaub. 3 Wochen hatten wir zur Verfügung, wollten eigentlich nach Slowenien, doch da war es uns zu verregnet. Neuer Plan war Rumänien, die Anreise war uns aber in der aktuellen Situation einfach zu weit. Wir alle waren platt und urlaubsreif, die letzten Wochen zerrten an uns. Jan musste viel arbeiten, Zoé hatte eine schwierige Phase und wollte endlich zu ihren Freundinnen in den Kindergarten und Tatj war schwangerschaftsbedingt müde und launisch. Außerdem machte Zoé ja kein Mittagsschläfchen mehr, weshalb wir nur noch abends nachdem sie eingeschlafen war fahren konnten. Somit lautete der neue Plan: völlig egal wohin, Hauptsache der Herbstsonne hinterher.

In unserem ersten Land, Österreich, fanden wir diese leider schonmal nicht - Dauerregen. In der Slowakei sah es zumindest für die nächsten paar Tage etwas besser aus – also ab nach Bratislava, die Hauptstadt mussten wir auf unserer langen Reise im letzten Jahr zeitbedingt ja leider auslassen. Direkt am Donauufer, nur 10 Minuten zu Fuß von der Altstadt entfernt, fanden wir mit einigen anderen Campern einen tollen Übernachtungsplatz und machten uns gleich auf Erkundungstour in die wirklich sehenswerte Altstadt. Viele historische Gebäude, Kirchen, kleine Lädchen und zahlreiche Restaurants – über allem thronte die nachts hübsch beleuchtete Burg Bratislava. Na und wenn wir schon in der Slowakei waren, durfte Zoé´s Lieblings-Camp von unserer langen Reise nicht fehlen: Das Lazy Camp. 4 Tage schlugen wir unser Lager auf der Blumenwiese auf, saßen abends am Lagerfeuer, spielten auf dem wunderschönen Garten-Spielplatz, fütterten das Schwein Trudi und jagten die Hühner und Katzen auf dem Hof. Zoé half beim melken der Ziegen und durfte auf dem Pony Zorro reiten, sogar eine kleine Runde im Swimmingpool war drin. Diesmal passte das Wetter auch für eine kleine Wanderung durch das Umland, etwa 3 Stunden liefen wir durch Wälder, beobachteten die vielen Pilzsammler mit ihren Weidekörben, kreuzten Felder, picknickten auf Wiesen und umrundete zwei kleine Seen. Am abendlichen Sternenhimmel konnten wir sogar die Milchstraße deutlich erkennen. Gerade für Familien ist das Lazy Camp von Bernadette und Arnold wirklich eine Oase!

Aufkommender Regen trieb uns weiter Richtung Osten, genauer gesagt nach Ungarn, in das entspannte Thermalbad-Camp in Hajdúböszörmény. Auch hier hatten wir auf unserer Europareise wunderschöne Tage verbracht und wollten unbedingt noch einmal wieder kommen. 3 Tage planschten und badeten wir im warmen Thermalwasser, schauten uns diesmal auch die wirklich hübsche Stadt an, gingen hier phantastisch und sehr günstig essen und besuchten sogar ein Gulasch-Festival. Über 20 Vereine und Privatleute traten gegeneinander an und kochten den ganzen Tag über offenem Feuer ihr persönliches Lieblings-Gulasch, am Abend wurde prämiert und dann die halbe Nacht lautstark getanzt und gefeiert. Da uns im Kiskunsagi Nationalpark beim letzten Mal eine Hochzeit in die Quere kam, steuerten wir den Pferdehof in der Puszta in diesem Jahr noch einmal an. Es wurde ein entspannter Tag in der Hängematte mit ausgedehnten Spaziergängen durch die weiten Felder und einem leckeren Wildschweinragout mit Pflaumenkroketten in der hofeigenen Gaststätte. Letzte Station in Ungarn war die historische Stadt Pécs an der kroatischen Grenze mit ihren stattlichen Gebäuden, Wasserspielen und großen Marktplätzen. Wir schlenderten lange umher, aßen in der Markthalle ganz klassisch Langos und kehrten zum Abschied in ein Ruin-Pub ein, die es nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch hier zu entdecken gab. Das stabile Sommerwetter an der Adria zog uns dann weiter nach Kroatien, immerhin hatten wir bislang noch nicht die Möglichkeit die Insel Pag zu erkunden. Zoé freute sich sehr über das Fahren mit der Fähre und wir erkundeten die karge Insel vor der Kulisse des Velebitgebirge. Viel zu sehen gab es nicht, das Örtchen Lun am Nordzipfel lud zum Spazieren am Hafenbecken ein, es gab Olivenbaumplantagen sowie einige Fischlokale und in Pag-Stadt ein paar Eiscafés und Souvenirläden. Trotzdem blieben wir einige Tage, genossen die Ruhe, die Wärme, die Sonnenuntergänge und gingen täglich baden und schnorcheln. Nin, die älteste Stadt Kroatiens, war unser nächstes Ziel. Hier gab es Sandstrände, Salzabbaufelder, eine spannende Altstadt auf einer schmalen Landzunge und ein herrlich entspanntes Autocamp mit Orangenbäumchen und Katzenbabys. Zurück auf dem Festland tuckerten wir langsam die Magistrale in Richtung Norden und blieben dann noch einmal für 2 Nächte auf dem schönen Camp Navis hängen, wo wir einmal mehr nichts weiter taten als zu baden, uns zu sonnen, Tannenzapfen zu sammeln und Sonnenuntergänge zu schauen – herrlich. Am nächsten Tag ging es in den Nationalpark nördliches Velebit, wo wir bei strahlendem Sonnenschein wandern gingen, picknickten und in eine abgeschiedenen Berghütte einkehrten. Am Abend landeten wir in einem kleinen Gasthaus in einem winzigen Bergdorf, verständigten uns mit Händen und Füßen, wurden stattlich bewirtet und durften im Hinterhof übernachten. Selbst Kroatien konnte außerhalb der Touristengebiete noch richtig spannend und ursprünglich sein! In dem Ort gab es viele Hunde, die am Abend allesamt mit uns Spazieren gingen. Leider holte uns am nächsten Morgen schon wieder der Regen ein, weshalb wir zurück an die Küste fuhren. Wirklich gemütlich war es jedoch auch hier nicht – die Bora pfiff so ordentlich, dass man sich nur phasenweise draußen aufhalten konnte. Wir schlenderten mal durch dieses, mal durch jenes Ort, kauften Obst, aßen Eis, spazierten am Strand und turnten auf Spielplätzen. In der Nähe von Rijeka ging es am Abend noch einmal die kroatische Küche genießen und als Zoé bereits schlief verließen wir Kroatien und fuhren bis kurz vor die slowenische Hauptstadt Ljubljana. Hier verlebten wir einen perfekten Spätsommertag, machten eine Bootsfahrt auf der Ljubljanica, bummelten durch jede Gasse der Altstadt, shoppten und schauten. Auch den traditionellen Mohnkuchen Prekmurska Gibanica ließen wir uns schmecken bevor wir zu Zoé´s Schlafenszeit weiter bis kurz hinter die deutsche Grenze fuhren. Den Tag verbrachten wir in der Region Chiemsee, chillten im Stadtpark, brachten Zoé Minigolfspielen bei und aßen zünftige bayrische Küche zu Abend. Zum Abschluss dieses leicht chaotischen Urlaubs fuhren wir nach Gernsheim zum Frankfurter Vanlife-Treffen, was wirklich richtig cool war! Im Gegensatz zur Abenteuer Allrad trafen wir hier auf viele Gleichgesinnte, schauten uns tolle Selbstumbauten an und konnten uns viele Tipps für den Umbau unseres neuen Sprinters holen. Es wurde gemeinsam gegrillt und später am Lagerfeuer gesungen. Zoé spielte mit den anderen Kindern und es gab es sogar einen Spielzeug-Van für die Kleinen. Das Schönste waren die unzähligen spannenden Gespräche mit anderen Langzeitreisenden, wir bekamen tolle Tipps für unsere nächsten Reisen und fuhren erst am Sonntag Abend, mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen, nach Hause J.

 

Fazit:

Natürlich hätte man einen 3-wöchigen Urlaub besser nutzen können, in vergleichbarer Zeit haben wir früher ganze Länder erkundet und große Fernreisen unternommen. Doch für unseren aktuellen Bedarf an Sonne und Erholung war es genau richtig. Zoé ist richtig schön zur Ruhe gekommen, hat viel in der Hängematte und der Natur gespielt. Wir waren ganz viel schwimmen, bummeln, wandern und haben lecker gegessen; Tatj konnte sogar zwei Bücher lesen und wir hatten viel Zeit um Pläne für neue Großprojekte zu schmieden. Die beiden Hauptstädte Bratislava und Ljubljana haben uns beide super gut gefallen, die Zeit in Kroatien war extrem entspannend und es war auch schön einige Highlights unserer langen Reise noch einmal zu besuchen. Wir können jedes der vier Länder uneingeschränkt empfehlen, auch noch im September.

Kroatien 2018

Unsere Elternzeitreise 2018/2019 führte uns kreuz und quer durch ganz Europa, wieder einmal hatten wir hierbei eine traumhafte Zeit in Kroatien. Den Reisebericht mit Fotos findet ihr hier:

 

Elternzeitreise Kroatien

Kroatien 2013

Kroatien – das ehemalige Jugoslawien, seit wenigen Wochen EU-Mitglied. Ein weiteres Land im Osten Europas, der so mit Vorurteilen behaftet ist und uns in Tschechien letztes Jahr bereits positiv überrascht hat. Schön soll es sein, Felsküsten und klares Wasser. Und günstig – ist ja im Osten. Ein beliebtes Reiseland scheint es uns auch zu sein, jeder, dem wir von unseren Reiseplänen berichten, war schonmal dort, hat eigene Tipps beizusteuern. Na dann versuchen wir es doch auch einmal. Direkt nach Jan´s Feierabend saßen wir nur wenige Wochen nach unserem Schwedentrip wieder in unserem Jolly Sprinter. Wir kamen gut voran und auch ohne Hörbuch verging die Zeit recht schnell. Um 22:00 Uhr hatten wir München umfahren und übernachteten auf einem Rastplatz in Holzkirchen. Hier konnten wir das erste Mal unseren neuen Sternenhimmel an der Busdecke begutachten – er war noch besser geworden als wir erwartet hatten! Am nächsten Morgen erhielten wir an der Raststätte alle notwendigen Vignetten für unsere Reise und so machten wir uns um kurz vor 7:00 Uhr motiviert auf den weiteren Weg. Doch obwohl es noch so früh am Morgen war, war die Autobahn bereits extrem voll und die Strecke bis Salzburg zog sich im stockenden Verkehr wie Kaugummi. Wären wir doch gestern Abend nur noch weiter gefahren… In Österreich angekommen wurde es noch voller, wir standen ewig an der Blockabfertigung am Tauern- und am Karawankentunnel. Am Mittag hielten wir in Österreich an einem Lidl an und deckten uns mit Getränken für die nächsten zwei Wochen ein. Wir rechneten zwar damit, dass diese in Kroatien günstiger sein würden, aber in Österreich gibt es noch kein Pfandsystem und das ist einfach praktischer für eine Wohnmobilreise. Endlich erreichten wir die slowenische Grenze – ein neues Land für uns. Der erste Eindruck gefiel uns sehr – grüne Wälder, hohe Berge und klare Seen wie in Österreich, aber auch Olivenplantagen und Meeresküste wie im Sommerurlaub – eine tolle Mischung. Nur die vielen Autos….wo wollen die denn eigentlich alle hin?! Die ganze Zeit waren wir der Meinung, dass uns bayrische Familien auf dem Weg an Italiens Adria die Nerven raubten, denn Bayern hatte noch Sommerferien. Aber der Abzweig an die Badewanne der Deutschen lag bereits hinter uns und noch immer war alles um uns herum mit deutschen und italienischen Autokennzeichen verstopft. Uns schwante Fürchterliches – die hatten doch wohl nicht alle das gleiche Ziel wie wir?! Die Spitze des Eisbergs waren die letzten 50 Km vor der kroatischen Grenze – hier ging absolut nichts mehr und es war mittlerweile brütend heiß. Obwohl wir unseren geplanten Stopp im slowenischen Küstenort Piran ausfallen ließen, passierten wir erst um 18:00 Uhr, vollkommen erschöpft und genervt die kroatische Grenze. Relativ planlos steuerten wir den erstbesten Geldautomaten und anschließend den ersten Campingplatz an. 19:00 Uhr, geschafft! Nach 26 Stunden Anreise waren wir endlich da. Nach einer kalten Dusche sah die Welt schon wieder besser aus. Der erste Eindruck von Kroatien war super, in den kleinen Ortschaften hier im nordwestlichen Istrien reihten sich einladende Bars und Restaurants aneinander, über den offenen Feuerstellen bruzzelten knusprige Spanferkel und am Straßenrand verkauften die Einheimischen Olivenöl, getrocknete Peperonis und Knoblauch. Die Landschaft war typisch mediterran – sandiger Boden, Pinienwälder, Lavendel, Oliven- und Mandarinenbäume. Auch unser Campingplatz Pineta war super – direkt am Meer in einem Pinienwald gelegen, klasse Duschen, ein kleiner Hafen mit einem Leuchtturm und einigen Booten grenzte direkt an. Da es sich für die wenigen Fischer hier nicht lohnte ein Hafenbecken zu bauen, hatte man kurzerhand Stege und Holzkonstruktionen ins Meer hinein gebaut, an welchen die Boote aufgehängt werden konnten – schlau! Geschlaucht von der langen Fahrerei ließen wir den Abend entspannt ausklingen, aßen zu Abend, tranken ein Gläschen Wein und quatschten.

In der Nacht hatte es ordentlich gewittert, doch am Morgen war das Wetter schon wieder super. Nach dem Frühstück spazierten wir noch eine Runde über den kleinen Hafen und machten uns dann wieder auf den Weg. Die Nacht kostete uns 26 Euro, unserer Meinung nach überraschend teuer, doch wir gingen davon aus, dass es den vielen Touristen hier in Istrien und der nahen Lage zur Grenze geschuldet war. Wir fuhren weiter die Küste entlang durch Umag, Novigrad und die Touristenhochburg Poreč. Die Örtchen und Städtchen waren zwar durchweg sehr schön, aber leider war die Gegend nicht sonderlich wohnmobilfreundlich. Die Straßen waren eng, die meisten Parkplätze mit Höhenschranken versehen. Auch zwischen den Orten gab es kaum Gelegenheit einmal am Meer anzuhalten, ein Campingplatz nach dem anderen beanspruchte die Küste für sich. So fuhren wir bis auf einen kleinen Zwischenstopp am Supermarkt Plodine (wo Jan für 2 Euro Gummischuhe für das felsige Meer erstand) bis kurz hinter Poreč und steuerten hier bereits am Mittag den Campingplatz Zelena Laguna an. Auch dieser Platz war wieder perfekt ausgestattet und hatte tolle Duschen. Wir bekamen einen klasse Platz auf dem Terrassengelände in zweiter Reihe direkt am Meer. Die Aussicht war wirklich bombastisch und die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel. Natürlich stand direkt das erste Bad im Meer an. Das Wasser war aufgrund des fehlenden Sandes unglaublich klar und man konnte beim Schnorcheln richtig weit sehen. Leider war das Meer recht unruhig und man konnte nirgends stehen, zum Glück hatten wir unsere Riu Palace Luftmatratze aus Mallorca dabei (für die wir damals extra unsere Badetücher am Flughafen zurückgelassen hatten ;)). Wir konnten uns nun einfach quer drüber legen und die Köpfe unter Wasser stecken - Schnorcheln für Dummies sozusagen :). Jan tauchte natürlich das ein oder andere Mal ab oder schnorchelte nebenher, Tatj sollte diese Schnorchel-Variante den ganzen Urlaub lang beibehalten. Danach lagen wir noch eine ganze Weile in unseren Campingstühlen in der Sonne und lasen. Am Abend warfen wir den Grill an und beobachteten die zuckenden Blitze am Himmel über dem Meer, wo offensichtlich ein ordentliches Gewitter tobte. Fast sekündlich wurde der ganze Platz vom Schein der Blitze hell erleuchtet. Als das Gewitter langsam näher kam und es zu nieseln begann zogen wir uns in unseren Jolly zurück und schauten dem Gewitter hier noch eine Weile zu bevor wir einschliefen. In der Nacht tobte das Gewitter dann heftig über unseren Platz, sogar der Strom fiel für einige Stunden aus. Doch am nächsten Morgen lachte die Sonne wieder und alles war vergessen.

Nach dem Frühstück lagen wir noch etwas in der Sonne und lasen bevor wir gegen Mittag aufbrachen. Die Nacht kostete uns 22,50 Euro – wie erwartet wurden die Plätze also je weiter wir ins Land hineinfuhren günstiger. Unser Weg führte uns wieder direkt an der Küste entlang, stieg immer weiter an, bis wir auf den Limski Kanal, einen schmalen Meeresarm zwischen Vrsar und Rovinj, stießen. Der Fluss Pazinčica hatte sich hier in Jahrmillionen einen Weg zum Meer gegraben, den wir nun umfahren mussten, das ganze ähnelte einem norwegischen Fjord. Auf dem Weg gab es immer wieder Aussichttürme, von welchen wir tolle Blicke hinunter auf den smaragdgrünen Meeresarm hatten. Aufgrund des geringen Salzgehalts und der hohen Sauerstoffkonzentration des Wassers sind hier mehrere Fisch- und Muschelzuchten angesiedelt. Am Fuße der Schlucht angekommen legten wir einen kleinen Spaziergang am Wasser entlang ein bevor wir weiter nach Rovinj fuhren. Die Altstadt dieses Städtchens liegt auf einer Art vorgelagerter Insel im Meer, die Spitze des Hügels bildet ein imposanter schmaler Kirchturm. Wir bummelten zuerst am Hafen entlang, an vielen kleine Souvenirläden und einem großen Obstmarkt vorbei in die autofreie Altstadt hinein. Es war wunderschön durch die winzigen schmalen Gassen mit dem glatt polierten Kopfsteinpflaster zu spazieren und immer wieder tolle Blicke auf das Meer zu haben. Die Außenseite der Altstadt erinnerte mit ihren direkten Meerzugängen ein wenig an Venedig und im Inneren beeindruckten die venezianischen Fassaden. In einem kleinen, von Balkonen mit im Wind flatternder Wäsche umsäumten Innenhof fanden wir unter Weinreben eine kleine Bar. Wir ließen uns einen Hugo schmecken und das Treiben des Städtchens auf uns wirken. Rovinj war einfach bezaubernd und ein absolutes Highlight dieser Reise!

Wir fuhren weiter nach Pula, der Hauptstadt Istriens. Hier wollten wir uns das römische Amphitheater keinesfalls entgehen lassen. Mit einer Kapazität von 23.000 Besuchern ist es das sechstgrößte seiner Art. Erbaut wurde es in den Jahren 2 v. Chr. bis 14 n. Chr. unter Kaiser Augustus und es ist noch unglaublich gut erhalten. Es war sehr beeindruckend durch die Arena zu laufen und auch das kleine angegliederte Museum mit einigen Ausgrabungsstücken war spannend. Pula selbst gefiel uns jedoch (vorallem im direkten Vergleich mit Rovinj zuvor) absolut nicht – eben einfach eine Großstadt. Schnell setzten wir nach unserem geschichtsträchtigen Besuch wieder unseren Jolly in Gang und fuhren weiter in den Badeort Medulin, am Südzipfel Istriens. Der Campingplatz war hier zwar wieder rießig, jedoch nicht ganz so schön wie die letzten beiden. Die Parzellen waren recht eng und absolut chaotisch auf dem Waldgelände verteilt, die Duschen waren auch nicht so der Hit (keine eigene Kabine mit Regenduschkopf mehr wie die letzten Tage, sondern eine kleine Nische mit Duschvorhang und mickrigem Wasserstrahl…immerhin kosteten die Duschen in ganz Kroatien nie extra, wie wir es aus anderen Ländern kennen) und dann kostete uns die Nacht auch noch stolze 31 Euro – sollte der Osten nicht eigentlich günstig sein?! Mittlerweile macht er ja selbst dem hochpreisigen Schweden Konkurrenz! Der restliche Tag war nichts desto trotz sehr schön. Gleich nach unserer Ankunft auf dem Campingplatz stürzten wir uns ins Meer und badeten und schnorchelten lange im ruhigen flachen Wasser. Am Abend bummelten wir die Hafenpromenade entlang und stöberten etwas in den kleinen Souvenirgeschäften. In einem tollen Restaurant mit Meeresblick ließen wir uns das erste Mal die leckere kroatische Küche schmecken. Zur Vorspeiße gab es selbstgebackenes Brot mit Knoblauchöl, danach gönnten wir uns eine große kroatische Grillplatte mit verschiedenen Fleischorten, Pommes, Djuvec-Reis und natürlich Ajvar – fantastisch! Bei unserem anschließenden Bummel über eine Art Jahrmarkt, der am Hafen aufgebaut war, ließen wir uns beide noch ein großes Eis schmecken. Hier war wirklich ordentlich was los, wir hatten nicht damit gerechnet, dass uns doch sooo viele Touristen erwarten würden. In den ersten Tagen in Istrien haben wir kaum ein kroatisches Autokennzeichen auf den Straßen entdeckt, dafür unzählige Italiener und Deutsche. Im Laufe dieser Reise würde sich das zwar etwas bessern, allerdings werden wir trotzdem jedes uns bekannte Deutsche Kennzeichen und alle europäischen Kennzeichen bis auf Portugiesen und Finnen sehen (im Laufe der Reise entwickelte sich hieraus eine kleine Such-Challenge). Sogar zwei kalifornische Kennzeichen haben wir entdeckt! Kroatien ist gerade einfach unfassbar beliebt. Zurück auf unserem Campingplatz setzten wir uns noch ein Weilchen ans Meer und machten lustige Schattenfotos, tranken noch ein Gläschen Wein und legten uns dann pünktlich zum allabendlich einsetzenden Nieselregen mit Blitz & Donner in unser gemütliches Bett.

Heute hatten wir leider nicht so ein Glück – auch nach dem Frühstück war das Wetter noch trüb und es nieselte ab und an. Wir beschlossen den Tag als „Fahrtag“ zu nutzen und machten uns nach dem Frühstück wieder auf den Weg. Durch kleine Dörfer aus beigem Sandstein mit liebevoll bepflanzen Gärten ging es die Ostküste Istriens hoch. Immer wieder hielten wir zwischendurch an um die schönen Ausblicke auf das türkis-grüne Meer zu genießen. Einmal standen wir an einer Kreuzung und überlegten gerade, in welche Richtung wir nach Labin fahren mussten, da hielt neben uns ein kroatisches Auto an, das Fenster wurde herunter gekurbelt und ein älterer Herr frage uns in gebrochenem Deutsch wohin wir denn wollten und erklärte uns den Weg – wahnsinnig nett! Übrigens sprechen hier die meisten Menschen Deutsch, i.d.R. sogar viel besser als Englisch. Ob das nun einzig dem Tourismus geschuldet war oder ob viele die Zeit des Kriegs in Deutschland verbrachten bleibt offen, für Reisende ist es jedenfalls sehr praktisch. Im Bergdorf Labin angekommen fuhren wir 4 (!) Runden durch die Innenstadt des Bergdorfs ohne einen Parkplatz zu entdecken, also blieb es mal wieder beim Womo-Sightseeing. Zurück an der Küste in der Kurstadt Opatja erging es uns nicht anders. Langsam zerrte das lange Fahren dieses Tages an den Nerven. Wir durchfuhren als nächstes die hässliche Industriestadt Rijeka und kamen am Nachmittag bereits an der Adria Magistrale an. Uff – an einem einzigen Tag sind wir die komplette Ostküste Istriens hochgefahren. Wir hielten an der erstbesten Bar an um uns kurz die Beine zu vertreten und etwas zu trinken. Dann beschlossen wir, dass es endgültig genug war für heute – der nächste Campingplatz war uns. In Selce steuerten wir den etwas chaotischen, hügeligen Campingplatz Selce an, der jedoch direkt am Meer und nur wenige Schritte von der Altstadt Selces entfernt lag und machten uns hier noch einen schönen Abend mit gutem Essen und leckerem Wein.

Am Morgen sah das Wetter super aus – blauer Himmel und Sonnenschein. Jan wünschte sich einen ruhigen Tag am Meer und Tatj hatte ziemliche Kopfschmerzen und so beschlossen wir spontan noch einen Tag länger in Selce zu bleiben. Nach einem schnellen Frühstück gingen wir direkt ans Meer und schnorchelten. Leider zog es sich bereits nach kurzer Zeit zu und es begann heftig zu regnen und zu gewittern. Das Wetter besserte sich den ganzen Tag über nicht wirklich, es regnete viel und nur vereinzelt gab es kurze Regenpausen. In diesen gingen wir auf dem Campingplatz spazieren oder tranken einen Eiscafé in der Strandbar. Den restlichen Tag verbrachten wir in unserem Bus, lasen, schliefen und spielten Trivial Pursuit. Erst am Abend klarte es wieder auf und wir gingen nach dem Abendessen noch an die Hafenpromenade von Selce etwas bummeln. Die Promenade war schön angelegt, es gab viele Bars, Souvenirläden und Restaurants. In einer schönen Cocktailbar mit Livemusik gab es zum Abschluss des Tages noch Pivo und Cocktails für uns, bevor wir uns mit unseren Büchern im Bett verkrochen.

Glücklicherweise sah das Wetter heute deutlich besser aus und so brachen wir nach dem Frühstück zeitig auf und machten uns auf den Weg ins Landesinnere zu den Plitvicer Seen. Drei Stunden dauerte die Fahrt durch das Hinterland; vom Tourismus war hier kaum noch etwas zu spüren. Vereinzelt sahen wir noch vom Krieg zerbombte Häuser mahnend am Straßenrand stehen, teilweise waren ganze kleine Ortschaften verlassen. Doch der größte Teil war wieder aufgebaut, viele neue Häuser und frisch renovierte Fassaden zeugten vom hoffnungsvollen Wiederaufbau nach dem blutigen Kroatienkrieg, der erst vor 18 Jahren endete. Die Menschen verkauften am Straßenrand selbstgemachten Käse und Honig vor ihrer Haustür. Immer höher führte unser Weg in das Velebitgebirge bis wir endlich den rießigen Besucherparkplatz des Nationalparks erreichten. Der Mann an der Schranke fragte uns, ob wir denn ein Wohnmobil oder ein normales Auto fahren würden und Jan antwortete ohne mit der Wimper zu zucken oder auch nur einen Moment zu überlegen „Just a normal car“ und so sparten wir einen Haufen Parkgebühren :). Der Nationalpark ist für seine unzähligen kaskadenförmigen Seen bekannt, die alle über- oder unterirdisch miteinander verbunden sind. Die unterschiedlichen klimatischen Einflüsse, sowie der große Höhenunterschied innerhalb des Schutzgebietes bewirken eine besonders vielfältige Flora und Fauna. In Deutschland kennt man den Park jedoch in erster Linie aus Karl Mays Winnetou-Filmen, die teilweise hier gedreht wurden. Der Nationalpark an sich ist wirklich traumhaft schön und auf jeden Fall ein absolutes Must-See in Kroatien. Leider sahen das nicht nur wir so… Bestimmt eine ¾-Stunde standen wir am Kassenhäuschen an, endlich im Park angelangt schoben wir uns mit unzähligen weiteren Touristen über die schmalen Holzdohlen an den rauschenden Wasserfällen und den smaragdgrün schimmernden Seen vorbei. Doch wie bei jeder Touristenattraktion wurde es merklich ruhiger je weiter wir liefen – die meisten begnügten sich mit einem Foto im Eingangsbereich… Mehrere Stunden spazierten wir an den Ufern der Seen entlang, über kleine Brücken und schmale Holzwege. Das Wasser in den Seen war fast schon unnatürlich türkisblau und so klar, dass wir jeden Fisch einzeln beim Schwimmen beobachten konnten. Immer wieder rauschten, spritzen und gurgelten um uns herum kleinere und größere Wasserfälle, der höchste unter ihnen war immerhin 78 m hoch. Im Eintrittspreis inbegriffen war auch eine Bootsfahrt über einen der Seen sowie eine Bahnfahrt zurück zum Ausgang. Natürlich fehlte auch ein Kiosk nicht und so konnten wir uns nach der langen Wanderung ein leckeres Zartbitter-Kokos-Eis gönnen. Am Nachmittag machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Küste. Die Fahrt vom Velebitgebirge hinunter auf die Magistrale war atemberaubend, das Meer glänzte silbrig in der schon recht tief stehenden Sonne und die karge Insel Pag schimmerte gräulich aus dem Meer hervor. Das Ganze hatte etwas von einer Mondlandschaft und wirkte irgendwie unnatürlich, war aber ein sehr faszinierender Anblick. Endlich wieder an der Küste angelangt steuerten wir in Karlobag den Hafen an und aßen in einem kleinen Hafenrestaurant große Pizzen zu Abend. Leider gab es hier keinen Campingplatz, wir mussten uns also doch noch einmal in unseren Jolly setzen. Wir beschlossen uns am nächsten Tag die Insel Pag anzuschauen und fuhren so also wieder in Richtung Norden weil dort der Fähranleger war. Mittlerweile waren wir seit 12 Stunden unterwegs und ziemlich groggy, so nahmen wir ohne zu zögern das erste Autocamp, dass wir am Straßenrand entdeckten. Außerhalb Istriens nimmt die Campingplatzdichte schlagartig ab, diese Marktlücke haben Privatleute für sich entdeckt und sogenannte „Autocamps“ eröffnet: jeder, der einen großen Hof oder schönen Platz am Meer hat vermietet diesen an Womo-Fahrer. Ein bunter Wegweiser an der Magistrale lockt die Besucher dorthin. Meist gibt es sogar Strom und einfache Sanitärhäuschen – eine wirklich tolle Sache! Wir steuerten also wie gesagt das erstbeste Autocamp an – ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Ein kleiner matschiger Platz direkt an der Magistrale bot Platz für 3 Womos, um zum Meer zu gelangen musste man durch den Hof der Besitzerin, die die oberen Stockwerke ihres Hauses ebenfalls an Touristen vermietet hatte. Der Strand ließ zu wünschen übrig, auch die Duschen waren kein sonderliches Highlight. Die Krönung war jedoch die Besitzerin – eine alte, sehr geschäftstüchtige und recht unfreundliche Frau, die wirklich etwas von einer richtigen Hexe hatte. In barschem Ton zählte sie uns die Hausregeln auf während sie uns misstrauisch musterte: Ab 22:00 Uhr war Nachtruhe, spätestens um 10:00 Uhr sollten wir Morgen früh weg sein. Die Duschräume nur barfuß betreten und danach nass wischen. Geduscht durfte nur von 19:00-20:00 Uhr und von 07:00-09:00 Uhr werden. Und unsere Pässe würde sie als Sicherheit bei sich behalten. Das Ganze sollte uns dann auch noch 31 Euro die Nacht kosten – teurer als die luxuriösen Campingplätze in Istrien! Doch wir waren zu müde zum Diskutieren, also nickten wir nur ergeben und machten es uns trotz sehr stürmischem Wind und kühler Luft so gut es ging vor unserem Bus gemütlich. In der Nacht bekamen wir erstmals die berüchtigte Bora zu spüren, unser Bus wurde ordentlich durchgeschüttelt und wir bekamen nur wenig Schlaf. Aber heute regnete es das erste Mal nicht in der Nacht und wir sollten auch bis zum Ende unserer Reise keinem Regentropfen mehr begegnen :)

Schon am frühen Morgen war die Hexe zur Stelle und ließ uns keine Sekunde aus den Augen – wahrlich nicht sonderlich gastfreundlich! Wir waren nicht bös drum früh aufzubrechen; da es immer noch sehr stürmisch war, beschlossen wir doch nicht auf die Partyinsel Pag zu fahren – hier würde es sicher noch viel windiger sein weil die Insel ungeschützt im offenen Meer liegt. Also fuhren wir weiter die traumhaft schöne Adria Magistrale in Richtung Süden. Die Magistrale führt den ganzen Weg komplett am Meer entlang, mal ebenerdig, mal leicht erhöht und bietet ununterbrochen traumhafte Aussichten auf das türkisfarbene Meer und die vorgelagerten Inseln. Nach einigen kurzen Aussichts- und Einkaufsstopps erreichten wir gegen Mittag Sukošan, wo wir ein schönes Plätzchen direkt am Meer fanden und uns sonnten und schnorchelten. Glücklicherweise war auch der blöde Sturm vom Vormittag endlich verschwunden. Bei einem herumlaufenden Guide buchte Jan einen Tagesausflug für den nächsten Tag in den Kornati Nationalpark und so machten wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz in Sukošan. In Hafennähe fanden wir wieder ein kleines Autocamp; der Weg zum Strand war nicht weit, die Duschen in Ordnung und die Begrüßung herzlich. Die Nacht kostete nur 20 Euro und so parkten wir den Jolly um etwas Schatten zu haben unter einem großen Quittenbaum. Danach ging es direkt wieder ans Meer, Jan konnte garnicht genug vom Schnorcheln bekommen. Nach dem Abendessen setzten wir uns noch in eine schöne Bar mit guter Musik direkt am Meer und genossen den Abend.

Bereits um 06:00 Uhr weckten uns die Kirchturmglocken mit unnatürlich lautem, unrhythmischem und vorallem langanhaltendem Geläute, glücklicherweise wollten wir heute sowieso früh aus den Federn. Nach einer schnellen Tasse Kaffee standen wir pünktlich um 08:00 Uhr am vereinbarten Treffpunkt am Hafen und bestiegen das Oberdeck unseres Ausflugbootes. Dieses füllte sich rasch mit Menschen aus aller Herren Länder und um 08:30 Uhr ging die 3 Stündige Fahrt in den Kornati Nationalpark los. Um kurz vor 09:00 Uhr, der Magen hing uns bereits in den Knien und eine weitere Tasse Kaffee oder wenigstens ein Schluck Wasser wären auch nicht schlecht, schließlich sollte hier doch alles inklusive sein, kam das Bordpersonal erstmals die Treppe nach oben: eine Runde Šljivovica für alle – und das um diese Uhrzeit auf nüchternen Magen! Immerhin gab es danach einen Butterkeks für jeden und einige Zeit später endlich auch Käse-Schinken-Brote. Die Fahrt machte viel Spaß, wir genossen die Aussicht auf das immer kleiner werdende Festland und die kleinen Inseln um uns herum, im klaren leuchtend blauen Wasser konnte man sogar die Fische beobachten. Doch was war das?! Mit einem Ruck trat unser Kapitän auf die Bremse und zeigte aufgeregt ins Wasser – Delfine! Langsam fuhren wir im Kreis und die Delfine hatten großen Spaß daran über unsere Gischt zu springen und unter dem Boot hindurch zu tauchen. Weil das Wasser so extrem klar war konnten wir sie nicht nur beim Hochspringen, sondern auch beim Schwimmen beobachten – ein tolles Erlebnis! Wer hätte damit gerechnet, hier in Kroatien! Gegen 11:30 Uhr stoppten wir an einer Insel im Nationalpark auf der der berühmte Silbersee war. Zwei Stunden lang badeten wir im extrem salzhaltigen Seewasser, suchten erfolglos den berühmten Schatz, beobachteten verschiedene Tiere und tranken noch einen Cappuccino. Zurück an Bord unsers Ausflugsschiffes gab es dann Mittagessen – Makrele, Krautsalat und Hacksteak, dazu Saft und Weißwein. Weiter ging unsere Fahrt durch den Nationalpark, für Tatj leider nicht mehr ganz so entspannt wie zuvor, denn die Köche warfen die Reste des Mittagessen in voller Fahrt ins Meer – was natürlich große Schwärme Möwen anlockte, die aufgeregt um unser Boot herumflatterten… Unser nächster Stopp am Nachmittag war eine unbewohnte Insel, auf der lediglich ein Eselchen herumtrottete. Wir versuchten zuerst auf die andere Seite zu klettern um etwas abseits der Gruppe liegen zu können, leider hatte die Insel auf der anderen Seite Steilküste. So legten wir uns an den kleinen Strand zu den Anderen und badeten fasziniert im noch klareren Meerwasser – es war einfach unglaublich! Jan schnorchelte ununterbrochen und sah sogar einen großen Seestern. Nach diesem Stopp machten wir uns auf den recht stürmischen und wackligen Rückweg, auf dem einige sogar ziemlich nass wurden oder von den Stühlen kippten. Zurück am Autocamp aßen wir noch etwas zu Abend und ließen diesen ereignisreichen und schönen Ausflug Revue passieren.

Was für eine Nacht! Dieser blöden Zwetschgen-Quitten-Sch***drecks-Baum… Der Reihe nach: Als wir gestern an unseren Bus zurück kamen, hat es ziemlich doll nach gegärten Früchten (also nach Fäulnis und Alkohol) gestunken, offensichtlich waren die Dinger am Baum über uns überreif. Dieser Gestank zog natürlich unzählige Stechmücken an, die uns die halbe Nacht quälten und wach hielten. Sind wir doch mal kurz eingenickt, ist prompt eine der verfaulten Früchte über uns mit einem lauten Knall auf unseren Bus gefallen und ließ uns hochschrecken. Und pünktlich um 06:00 Uhr ging das 15-minütige Glockengeläute wieder los – am Sonntag! An Schlaf war da natürlich nicht mehr zu denken. So packten wir nach dem Frühstück zügig zusammen und machten uns auf den Weg. Unser Bus sah allerdings furchtbar aus, als hätte sich jemand mehrmals darauf übergeben – überall klebten die zermatschten und zerplatzen Früchte, Versuche sie zu entfernen verschmierten das Ganze nur noch. Es war wirklich so eklig, dass man kaum aus der Windschutzscheibe rausschauen konnte, die Fenster konnte man wegen des Gestanks auch nicht öffnen. Auf dem kurzen Weg zur Hauptstraße zeigten die Passanten mit Fingern auf unseren Bus und rümpften angewidert die Nase. Zum Glück fanden wir nach wenigen Metern eine kleine Autowaschanlage, eigentlich war es nur ein Wellblechdach, aber das nette Ehepaar erkannte unsere missliche Lage sofort und winkte uns hinein (mittlerweile sind wir der Überzeugung, dass es sich hierbei um den Bruder des Autocamp-Besitzers handelt – eine taktisch kluge Geschäftsidee ;)). Uns war das in dem Moment aber herzlich egal, mit Händen und Füßen (Deutsch oder Englisch ging hier nicht) einigte man sich auf knapp 12 Euro und das Ehepaar verpasste unserem Jolly eine 1-stündige Handwäsche. Uns war es richtig unangenehm den Beiden beim Schrubben zuzusehen, zumal die ekligen Früchte von unserem Bus direkt an die Wände der Wellblechhütte flogen und dort kleben blieben… Am späten Vormittag konnten wir unsere Reise dann endlich fortsetzen, nächstes Ziel war der Krka-Nationalpark. Im Dorf fanden wir einen (recht überteuerten) Parkplatz und erstanden die Tickets für den Park. Man konnte entweder zu Fuß zu den Wasserfällen laufen oder mit dem Boot hineinfahren. Wir entschlossen uns für das Boot, ergatterten einen schönen Platz auf dem Sonnendeck und tuckerten in den Nationalpark hinein. Dort bestaunten wir die größeren Wasserfälle am Eingang und spazierten dann einen schönen Rundweg durch dichten Regenwald vorbei an vielen Wasserläufen und verschiedenen Wasserfällen. Im Nationalpark gibt es neben unzähligen kleinen auch acht größere Wasserfälle, wovon der Skradinski Buk den Größten darstellt. Mit 47 m ist er zwar nicht gigantisch hoch, seine Besonderheit ergibt sich jedoch daraus, dass er insgesamt über 17 Stufen hinab stürzt – ein beeindruckendes Bild! Nach einem obligatorischen Eis wollten wir uns wieder auf den Rückweg machen, auf das Boot hätten wir jedoch 20 Minuten warten müssen. So beschlossen wir spontan zu laufen. Leider hatten wir nichts zu Trinken dabei und falsches Schuhwerk an, die Sonne knallte vom Himmel und der Weg zog sich doch steiler und länger dahin als erwartet. Nach einer guten Stunde hatten wir es dann geschafft und kamen an unserem Bus an. Zurück an der Magistrale machten wir uns gleich auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz und Jan fand bei Brodarica einen schönen kleinen Campingplatz direkt am Meer in einem kleinen Pinienwald. Nach einer Erfrischung im kristallklaren Meer (es kam uns so vor als würde das Wasser immer klarer werden – wirklich der absolute Wahnsinn) aßen wir zu Abend. Ein kleines Kätzchen, von Jan liebevoll auf den Namen „Bodo“ getauft, leistete uns dabei Gesellschaft. Völlig selbstverständlich spazierte es in unser Womo hinein und legte sich erstmal auf die Couch um ein Nickerchen zu halten. Nachdem Jan ihm auch noch frische Milch gab sah Bodo verständlicher Weise keinen Grund mehr unser gemütliches Heim zu verlassen und turnte in allen Ecken und Winkeln herum. Erst nach einem Sturz vom Vorhang sprang er aus unserem Bus, sah sich verschmitzt um und machte einen Satz in das Zelt unserer polnischen Platznachbarn. Zwischen Fliegennetz und Außenhaut sprang er herum, das Zelt fiel immer mehr in sich zusammen und man hörte es mehrfach gefährlich reissen und knacken. Die Nachbarn waren nicht da, also machte Jan sich heldenhaft daran das Kätzchen aus dem Zelt zu holen – ein Bild für die Götter :). Den Abend ließen wir dann noch gemütlich ausklingen. Der Campingplatz gefiel uns wirklich sehr gut, er war nicht zu groß, das Meer war sehr schön, die Duschen waren toll und hatten sogar einen Regenfallduschkopf, wir hatten erstmals gratis Wifi und das Ganze kostete uns 22 Euro – so hatten wir uns das vorgestellt :).

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir weiter die Magistrale entlang bis nach Primošten. Auch dieses ehemalige Fischerstädtchen besticht durch eine auf einer Halbinsel gelegenen autofreien Altstadt mit winzig schmalen Gässchen, im Vergleich zu Rovinj gab es hier nur weniger Bars und Souvenirläden. Durch einen großen Torbogen betraten wir die Halbinsel und streiften durch die Gassen bis hinauf zum Kirchturm. Am Hafen tranken wir noch ein Frappé und beobachteten die Reisenden auf ihren Segelbooten. An einem kleinen Marktstand erstanden wir noch einige Souvenirs bevor wir uns wieder auf die Magistrale begaben. Vorbei an der Industriestadt Split hielten wir auf die Ortschaft Omiš zu – wir wollten heute unbedingt einen der kleinen Autocamps direkt in erster Reihe am Meer ergattern, die wir auf unseren morgendlichen Fahrten zwar immer sahen, die aber nie da waren wenn wir gerade auf Schlafplatzsuche waren. Heute wurden wir fündig – beim Autocamp Delfin für nur 20 Euro die Nacht. Zwischen schattenspendenden Bäumen hatten wir einen tollen Platz direkt am Meer und hier gab es ausnahmsweise sogar einen Kies- Sandstrand. Wir genossen den Tag am Meer in vollen Zügen, schwammen, schnorchelten, lasen, chillten und sonnten uns. Dann liehen wir uns für 15 Minuten einen Jetski aus – jippie das hatte in Florida schon soviel Spaß gemacht! Auch diesmal bretterten wir wieder mit einem Affenzahn durch das Meer und hatten großen Spaß daran. Jan wollte jedoch unbedingt über Wellen hüpfen, also fuhr er so lange im Kreis bis er selbst welche erzeugt hatte, über die er dann fliegen konnte. Seine Kreise wurden jedoch immer enger und kleiner, der Jetski bekam gefährliche Schräglage und als wir uns beide kaum noch halten konnten, die linke Seite schon komplett unter Wasser lag und der Jetski umzukippen drohte, stürzte Jan hinab ins Wasser. Zum Glück hatte er ein Sicherheitsband ums Handgelenk, was den Jetski direkt zum Stillstand brachte. Ein bisschen knifflig wurde es noch einmal als Jan aufsteigen musste, doch auch das gelang uns schließlich – Glück gehabt :). Am Abend spazierten wir in das Örtchen Omiš hinein und fanden ein tolles kroatisches Restaurant, in welchem wir richtig lecker zu Abend aßen. Der Wirt war sehr nett, die Terrasse gemütlich und das Essen lecker. Zuerst gab es Schafskäse und Oliven, zum Hauptgang aß Jan ein mit Käse gefülltes Hacksteak und Tatj ein Thunfischsteak mit viel Knobi und zum Nachtisch gab es noch Palačinka mit Schokolade. Nach dem Essen spazierten wir noch zu einer kleinen Strandbar und tranken noch ein Pivo und ein Glas Wein bevor wir den Abend an unserem Platz ausklingen ließen – ein perfekter Urlaubstag!

Und weiter ging unsere Fahrt mit tollen Ausblicken auf schöne Buchten immer weiter gen Süden. Wir kamen heute schneller voran als gedacht und standen nur wenig später vor einem echten Kuriosum – der bosnischen Grenze. Hier im Süden Kroatiens hat Bosnien Herzegowina im Tausch gegen ein Gebiet in den Bergen einen ca. 15 Km breiten Meereszugang erhalten, einzige Stadt an der bosnischen Küste ist Neum. So kommt es, dass man auf seiner Fahrt an der kroatischen Küste entlang zwei Grenzposten passieren muss. Das war jedoch absolut nicht tragisch, obwohl Bosnien Herzegowina im Gegensatz zu Kroatien noch kein EU-Land war und hier deshalb verschärfte Einfuhrbestimmungen was beispielsweise Zigaretten angeht vorherrschen, waren die Kontrollen äußerst flüchtig, ein kurzer Blick auf unsere Pässe und schon wurden wir weiter gewunken. Ob die Ausreise wohl auch so einfach von Statten gehen würde? Natürlich hielten wir in Neum an einem kleinen Supermarkt an um uns die hiesigen Preise anzusehen. Im Gegensatz zu beispielsweise Tschechien gab es hier keine bunt angeleuchteten Tabakläden direkt hinter den Grenzen, so vermuteten wir, dass die Preise wohl doch nicht sonderlich besser als in Kroatien waren. Doch weit gefehlt, ein Päckchen Zigaretten kostete 4 Konvertible Mark – umgerechnet 2 Euro. Im Gegensatz zu den (natürlich auch recht günstigen) 3,50 Euro pro kroatischem Päckchen ein echtes Schnäppchen. Wir kauften probehalber eine Stange und fuhren weiter, die Ausreise aus Bosnien verlief jedoch genauso einfach wie die Einreise. Es war zwar nur ein kurzes Gastspiel, aber so waren wir auch mal in Bosnien gewesen. Besonders witzig fanden wir hier die Währung – im Jahr 1998 hat Bosnien die Mark eingeführt, die unserer alten D-Mark recht ähnlich sieht, in 100 Fening unterteilt ist und im Verhältnis 1:1 an die D-Mark gekoppelt war. So konnten wir tatsächlich noch einmal mit der guten alten Mark bezahlen :). Am Mittag waren wir bereits kurz vor Dubrovnik, wir wollten heute aber unbedingt noch einen Badetag einlegen und so steuerten wir das Autocamp Pod Maslinom an. Unser Platz war recht schön, neben uns tummelten sich einige französische Hippies, die sich gegenseitig Rastas flochten und die Nacht kostete überraschender Weise nur 14 Euro – unsere absolut günstigste Nacht in Kroatien! Leider musste man dafür einige Abstriche in Kauf nehmen was die Lage betraf – um zum Strand zu gelangen musste man ca. 10 Minuten einen sehr steilen Hang hinab laufen. Der Meereszugang war recht felsig und die Bucht sehr klein, für eine Erfrischung reichte es jedoch allemal. Und Jan hatte hier beim Schnorcheln richtig viel Erfolg und sah große Fischschwärme. Leider hatten wir weder Geld, noch etwas zu Trinken dabei (hatten wir doch damit gerechnet, dass das Meer wie bisher bei allen Campingplätzen direkt vor der Tür lag) und so machten wir uns nach ein, zwei Stündchen wieder auf den Weg. Der Rückweg den steilen Berg hinauf war bei dieser Hitze wirklich unschön und so beließen wir es bei diesem einen Besuch am Meer. Auf unserem Plätzchen chillten wir noch ein Weilchen und erholten uns vor der anstehenden Besichtigung der Großstadt Dubrovnik.

Den Morgen ließen wir recht gemütlich angehen und machten uns dann auf die letzten Meter in Richtung Dubrovnik. Nach nicht einmal einer halben Stunde waren wir bereits in der Großstadt und steuerten den einzigen Campingplatz an. Der Campingplatz Solitudo nutzte seine Monopolstellung natürlich aus und verlangte stolze 45 Euro pro Nacht. Immerhin bekam man dafür auch etwas geboten, es gab einen Meereszugang, nette Parzellen, schöne Duschen, gratis Wifi, Rabatte in den umliegenden Restaurants und ausreichen Info- und Kartenmaterial für eine Stadtbesichtigung. Ein Blick in unseren Reiseführer verriet uns, dass die Sehenswürdigkeiten Dubrovniks alle in der autofreien und von einer hohen Stadtmauer umgebenen Altstadt lagen. Hm, dafür würden wir dann wohl doch nicht allzu viel Zeit benötigen, also verbrachten wir die größte Mittagshitze auf unserem Platz und chillten. Erst am Nachmittag machten wir uns mit dem Bus auf den Weg in die Altstadt. Durch ein stattliches Tor ging es in die Altstadt hinein, die aus hübschen alten Gebäuden aus beigem Stein und schmalen Gassen besteht. Es machte wieder Spaß durch die Gässchen zu streifen und war auch wirklich hübsch anzusehen, allerdings gab es außer Restaurants und Souvenirläden nichts zu sehen und so waren wir nach 1 Stunde bereits fertig mit der Besichtigung. Die 20 Euro Eintritt für die Begehung der Stadtmauer erschienen uns absolut überteuert und so suchten wir uns bereits am frühen Abend ein schnuckeliges mexikanisches Restaurant in einer der kleinen Seitengässchen aus und aßen hier (leider nicht sonderlich gut) zu Abend. Anschließend fuhren wir etwas enttäuscht von Dubrovnik zurück an unseren Platz. Hier saßen wir bei leckerem kroatischen Radler noch sehr lange Draußen und planten weitere Reisen nach Montenegro, Albanien und Bosnien, die uns jetzt allesamt extrem interessant erschienen. Beim Beobachten des Sternenhimmels sahen wir sogar noch 2 Sternschnuppen :).

Nach dem Frühstück fuhren wir noch die letzten Kilometer der Magistrale in den Süden bis wir vor der Grenze zu Montenegro standen. Wir waren nun die komplette kroatische Küste entlang gefahren und es war wunderschön gewesen. Wir überlegten kurz, ob wir noch einen Abstecher nach Montenegro oder auf eine der kroatischen Inseln wagen sollten, doch der Respekt vor der langen Heimreise siegte und so beschlossen wir uns schonmal in Richtung Norden zu orientieren damit die Rückfahrt nicht allzu schlimm werden würde. Für den Rückweg wählten wir die schnellere, aber kostenpflichtige Autobahn. Im Plodine legten wir noch einen Großeinkauf ein bevor wir gegen 15 Uhr in Vodice den Campingplatz Imperial ansteuerten. Hier genossen wir unseren letzten Urlaubstag noch einmal ausgiebig, badeten, schnorchelten, aßen lecker zu Abend und beobachteten am Strand den schönen Sonnenuntergang.

Wir konnten uns einfach nicht vom wunderschönen Kroatien trennen und so beschlossen wir spontan die Heimreise noch etwas länger hinauszuzögern und uns erst am Nachmittag auf den Heimweg zu machen. Die Campingplatzbetreiber waren sehr nett und berechneten uns nichts für den verlängerten Aufenthalt. So kletterten wir Morgens glücklich über die gewonnen Urlaubsstunden aus dem Bus – und wurden von einem platten Reifen an unserem Jolly Sprinter begrüßt :(. Oh nein, wo kam das denn nun her?! Für Jan war die Sache jedoch ein Kinderspiel und in Boxenstoppgeschwindigkeit war der von einem Nagel durchbohrte Reifen unten und der Ersatzreifen aufgezogen. Besser hier, als unterwegs auf dem Autobahnseitenstreifen! Nach dieser Aktion bummelten wir in die wirklich schöne Innenstadt von Vodice, kauften an den vielen Marktständen noch einige Souvenirs für zu Hause und tranken ein kaltes Orangina in einer Bar. Zurück auf dem Campingplatz genossen wir noch ein letztes Bad im Meer und sogen die letzten Sonnenstrahlen auf. Nach einem leichten Abendessen gingen wir noch einmal duschen, verstauten alles in unserem Jolly und machten uns gegen 16 Uhr auf die Heimreise. An einer Tankstelle überprüfte Jan noch einmal den Luftdruck unseres Ersatzreifens, wir tankten voll und dann ging die Fahrt los. Diese verlief sehr gut und mit kalten Getränken und selbstgemischtem Studentenfutter waren wir gut versorgt. Nach 3 Stunden erreichten wir bereits das vermeintliche Ende der kroatischen Autobahn bei Zagreb. Die Spur gabelte sich in Bar- und Kartenzahler. Wir hatten nur noch 180 Kuna einstecken und waren uns nicht ganz sicher ob das für die Autobahngebühr reichen würde. Da wir diese aber auf jeden Fall noch loswerden wollten entschieden wir uns für die Barzahler-Spur, notfalls konnte man ja nebenan doch noch mit Kreditkarte zahlen. Diese Hoffnung schwand jedoch schnell als wir feststellten, dass die Mautstation der Barzahler erst drei Kilometer später als die der Kartenzahler aufgebaut war, umkehren war jedoch nicht mehr möglich. Naja, würde schon gut gehen, die würden sicher auch ein Kreditkartenlesegerät haben. Wir erreichten das Bezahlhäuschen und ein Betrag von 230 Kuna leuchtete auf. Unbeeindruckt reichte Jan seine Kreditkarte an den Herren, doch dieser teilte uns mit, dass es hier an dieser Station keine Kartenlesegeräte gab. Dass wir nur 180 Kuna hatten interessierte den Herren herzlich wenig, dann sollten wir halt in Euro zahlen. Na super – wir hatten aber leider auch keine Euros für diese Reise eingesteckt weil wir überzeugt davon waren alles mit der Kreditkarte abwickeln zu können! Und nun?! Nur um irgendetwas zu tun reichte Jan dem Herren schonmal unsere 180 Kuna worauf dieser einen unserer 20 Kuna Scheine stirnrunzelnd ansah, einen anderen Schein aus seiner Kasse nahm und uns beide hinhielt: „So sieht ein richtiger 20 Kuna Schein aus, sehen Sie? Das hier ist Falschgeld!“ Was?! Jan fiel sofort ein wo dieser Schein herkam – aus der Oranginabar in Vodice am Nachmittag. Glücklicherweise verfuhr man hier mit Falschgeld etwas lockerer als in Deutschland, der Herr warf den Schein einfach in den Müll und rechnete uns nur 160 Kuna an. Immerhin kein Polizeiaufgebot, aber nochmal 20 Kuna weniger. Obwohl Tatj wusste, dass es sinnlos war, kletterte sie nach hinten in den Bus, durchsuchte alle Geldbeutel und Fächer und stellte fest – wenn wir wirklich alles zusammenzählten, kamen wir auf 9,00 Euro. Im gleichen Moment ließ Jan sich von dem Mautbeamten den Restbetrag in Euro umrechnen – 8,91 Euro! Was ein Glück – es passte fast genau auf den Cent! Erleichtert durften wir die Station endlich passieren, im Nachhinein fragten wir uns jedoch, was der Herr eigentlich gemacht hätte wenn wir keine Euros mehr gefunden hätten?! Wie dem auch sei – wir waren froh noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Doch was war das denn nun?! Nur wenige Meter später mussten wir schon wieder ein Autobahnticket ziehen. Tatj durchsuchte schmunzelnd ihre Geldbeutel und teilte Jan mit, dass er diesmal unbedingt die Kreditkarten-Spur nutzen sollte, sie waren nämlich insgesamt stolze Besitzer von gerade mal 1,10 $, 0,73 € und 1,55 Kn – umgerechnet also insgesamt 1,70 Euro ;). Zum Glück klappte das diesmal problemlos, auch die Grenzübergänge nach Slowenien und Österreich waren ein Klacks und gegen 22:30 Uhr stoppten wir auf einem ruhigen Rastplatz in Graz und verbrachten hier die Nacht. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter und kamen am frühen Nachmittag zu Hause an.

Fazit

Absolut positiv! Kroatien hat uns wirklich umgehauen, wir würden fast sagen, dass es für uns eines der, wenn nicht sogar das schönste Land Europas ist. Kilometerlange Küste, unglaublich klares Wasser, tolle Nationalparks, schöne kleine Städtchen mit ehrwürdiger Architektur, viele kleine Cafés, Bars & Restaurants, sehr leckeres Essen und auffallend freundliche Menschen. Dass es so schön sein würde, dass wir sogar Delfine sehen würden, dass die Orte Rovinj oder Primošten so bezaubernd sein würden – all das hatten wir nicht erwartet. Ćevapčići, Djuvec Reis, Ajvar, viel frischen Fisch, Antipasti als Vorspeiße und österreichisch beeinflusste Desserts – das Essen war fantastisch! Und dazu ein leckeres Pivo-Radler oder ein Zartbitter-Kokos-Eis. Die Campingplätze waren durchweg in einem sehr guten Zustand, die meisten sogar schöner als zu Hause. Die Orte lagen nicht so weit von einander entfernt wie beispielsweise in Schweden und so musste man nicht täglich unzählige Kilometer zurücklegen. Die Infrastruktur war perfekt ausgebaut und die Zigarettenpreise günstig. Das größte Highlight für uns war die Adria Magistrale – diese Straße einmal entlangzufahren gehört für uns zu den absoluten Reise-Must-See´s auf dieser Welt! Die einzigen Wehmutstropfen für uns waren die Massen an Touristen und die Preise. Wir waren ganz am Ende der Hauptsaison dort, die zweite Reisewoche lag sogar bereits in der Nebensaison. Trotzdem waren wirklich unüberschaubar viele Touristen unterwegs, vorallem bei den großen Sehenswürdigkeiten in den Nationalparks war das kaum zu ertragen. Es war zwar nicht so, dass irgendwelche Plätze oder Restaurants so voll gewesen wären, dass wir keinen Platz mehr bekommen hätten und auch am Meer hat man immer irgendwo ein ungestörtes Plätzchen gefunden, aber für das was wir gewohnt sind war es uns einfach zu viel. Hieraus resultiert wohl auch der zweite kleine Kritikpunkt – das Preisniveau. Dass die Restaurants in Dubrovnik oder die Campingplätze mit Monopolstellung überteuert sein würden hatten wir erwartet, doch es hat uns echt überrascht wie teuer alles insgesamt war. Die Nationalparkeintritte waren teilweise höher als die Eintritte für die Nationalparks in Amerika wie Grand Canyon & Co, der Jetski-Verleih war teurer als in Florida, die Lebensmittel in den Supermärkten teilweise teurer als Daheim. Auch die Restaurantpreise waren größtenteils recht ordentlich und eine Nacht auf dem Campingplatz kostete uns im Schnitt happige 27 Euro! Insgesamt kamen uns 2 Wochen in Osteuropa teurer als 2 Wochen im als hochpreisig verschrienen Schweden. Natürlich kann man das nicht vergleichen, in Schweden sind wir weniger Essen gegangen, die Nationalparks waren gratis und wir haben nur jede 2. Nacht auf einem Campingplatz verbracht, aber nichts desto trotz – in der Summe war der Urlaub in Kroatien teurer als der Urlaub in Schweden. Trotzdem möchten wir keine Sekunde der Zeit in Kroatien missen – es war ein perfekter Urlaub, genau die richtige Mischung für uns und wir sind wirklich traurig, dass wir keine der Inseln mehr mit in unser Programm aufnehmen konnten. Generell hat sich unsere Einstellung zu Osteuropa nun vollends gewandelt und wir planen bereits Reisen nach Slowenien, Bosnien, Albanien und Montenegro. „Hvala“ Kroatien für die tolle Zeit und vielleicht sogar „Do Videnja“ – bis zum nächsten Mal…

Jugoslawien 1987

Im Jahr 1987 war Tatj das erste Mal in Kroatien (Pula), damals noch Jugoslawien. Hier einige Eindrücke von dieser Reise: