Unsere Reisen nach Portugal

Portugal 2019

Im Rahmen unserer zweiten Elternzeitreise reisten wir 10 Monate mit unserem Camper durch Europa und kamen hierbei auch durch Portugal. In knapp 4 Wochen bereisten wir die komplette Küsten von Süden nach Norden, den Bericht mit Fotos findet ihr hier:

Elternzeitreise Portugal

Algarve 2015

Die Reise startete viel entspannter als sonst, wir schliefen Samstags gemütlich aus, frühstückten in aller Ruhe, packten unsere Sachen zusammen und fuhren gegen Mittag in Richtung Stuttgart. Dank der gesammelten Germanwings-Meilen kamen wir in den Genuss von Gratisflügen und hatten uns somit kurzfristig zu einer Woche Sonne in Portugal entschlossen. So kam es, dass wir diesmal nicht von Frankfurt, sondern von Stuttgart aus fliegen mussten, was sich jedoch als sehr angenehm herausstellte. Wir kamen gut durch und fanden unseren für die Woche reservierten Airportparkplatz auf Anhieb (kostentechnisch lag dieser in etwa gleich mit einem 4-Stunden Parkticket in der Frankfurter Innenstadt zum Bummeln…;)). Dank unserer Germanwings-Kreditkarte kamen wir in den Genuss des Priority Checkins und hatten somit noch genug Zeit auf dem überschaubaren und herrlich unhektischen Flughafen einen Kaffee zu trinken und gemütlich etwas zu lesen. Der 3-stündige Flug verging dann auch ohne Boardservice recht schnell, in Faro nahmen wir dann unseren Mietwagen, einen hübschen nagelneuen Fiat Punto, entgegen. Für die Fahrt nach Albufeira brauchten wir gerade einmal 45 Minuten, unterwegs hielten wir wie geplant am Supermarkt, um uns mit dem Nötigsten einzudecken. Dann kamen wir auch schon an der Marina von Albufeira an. Direkt am Hafen standen einige in bunten Pastellfarben gestrichene Häuser mit lauter schicken Apartments, jedes Gebäude verfügte über eine Tiefgarage und einen großen Swimmingpool, an der Promenade reihten sich Restaurants, Cafés und kleine Läden aneinander. Wir fühlten uns auf Anhieb wohl! Zuhause kamen wir über eine Empfehlung in einem Buch auf die Idee, die Seite AirBnB zu testen, eine Plattform, auf welcher man private Zimmer & Wohnungen auf der ganzen Welt anbieten kann. Wir waren überrascht vom großen Angebot und den günstigen Preisen und entschieden uns für das Apartment von Ruben & Veronica. Die beiden lebten selbst hier in der Marina und boten ihre anderen Wohnungen an Touristen aus aller Welt an. Veronica nahm uns in Empfang und wir verstanden uns auf Anhieb prima, sie gab uns unzählige Tips für die Umgebung und wir lachten viel zusammen. Der private Tiefgaragenstellplatz war super praktisch und die Wohnung einfach nur ein Traum: modern und gemütlich eingerichtet, an die 80 m² groß, mit ausnahmslos allem ausgestattet was man benötigte. Highlight war der vom Wohn- und Schlafzimmer aus erreichbare Balkon mit Blick auf das Meer und die Marina. Wir waren einfach nur happy J. Selbst jetzt nach 21 Uhr war es Draußen noch warm genug um im T-Shirt auf dem Balkon zu sitzen, weshalb wir zur Ankunft erstmal eine Flasche Weißwein öffneten und uns einen kleinen Snack mit Brot, Serrano, Schafskäse und Oliven schmecken ließen. Lange saßen wir so auf dem Balkon und quatschten bevor wir ins himmlisch gemütliche Bett fielen und die Nacht gut schliefen. Ein perfekter, erholsamer Urlaubstag – das sagen wir wirklich selten zu einem Anreisetag!

Schon am frühen Morgen saßen wir Draußen in der Sonne, lasen etwas und genossen unseren Guten-Morgen-Kaffee. Anschließend wurde gefrühstückt und am späten Vormittag machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt von Albufeira. Wir schlenderten am Meer entlang und liefen dann durch schmale verwinkelte Gassen. Die hübschen weißen Häuser waren mit den für hier so berühmten blau-weißen Kacheln, den Azulejos, verziert, bunte Blumen blühten auf den Fensterbänken, Palmen wuchsen am Wegesrand. Zwischendurch entdeckten wir immer wieder kleine Bars oder süße Souvenirlädchen. Über einen Aufzug oder eine Rolltreppe gelangte man hinunter zum Strand. Goldener Sand, umrahmt von steilen Felsklippen – an sich ganz schön, nur das Meer sah nicht so einladend aus, eine eher trübe Brühe. Den Grund hierfür erfuhren wir kurz darauf – heftige Regenfälle hatten vor 1 Woche zu schweren Überschwemmungen geführt, die etwas tiefer gelegene Altstadt von Albufeira war quasi vollgelaufen, 1.5 Meter hoch stand das Wasser, Bars & Restaurants wurden zerstört. Das Wasser war zwar zwischenzeitlich abgepumpt worden, die Aufräumarbeiten waren jedoch noch in vollem Gange, Feuerwehrleute und viele freiwillige Helfer versuchten den Schlamm aus den Straßen zu kehren, Möbel und Musikanlagen lagen zum trocknen am Straßenrand. Sehr schade, galt Albufeiras Altstadt doch als eine der größten Sehenswürdigkeiten und hippstes Ausgehviertel der Gegend. Aufgrund der unerwartet hohen Temperaturen (in der Sonne hatten wir tatsächlich um die 30°C), erstanden wir in einem kleinen Hippieladen erstmal einen Sommerrock für Tatj (kurze Hosen & Co hatten wir für einen November-Trip nicht eingepackt) und machten uns dann langsam wieder auf den Rückweg zur Marina. Mit unserem Mietwagen fuhren wir ins kleine Ort Galé, von wo aus ein langer Holzsteg am Meer entlang durch golden glitzernde Sanddünen bis nach Salgados zu einem kleinen Naturschutzgebiet führte. An einem großen See konnte man von verschiedenen Aussichtstürmen aus die unterschiedlichsten Vögel beobachten. Highlight war für uns jedoch ein interessantes Gespräch mit einem pensionierten schwedischen Ökonom mit tiefgreifenden Beziehungen in das Frankfurter Bankenwesen, der seinen Alterssitz nach Portugal verlegt hat und bereits mehrere erfolgreiche Polit-Bücher veröffentlicht hatte – immer wieder interessant was andere Europäer von deutscher Politik denken! Wir liefen am Wasser entlang über den Strand zurück ans Auto und fuhren anschließend weiter nach Pêra, wo es die weltgrößte Ausstellung an Sandskulpturen zu sehen gab. Jährlich werden hier 40.000 t Sand zu bis zu 12 m hohen Figuren geformt, Skulpturenkünstler aus aller Welt beteiligen sich hieran. Das diesjährige Motto lautete „Musik“ und so spazierten wir an berühmten Musikern, Komponisten, Instrumenten und Musicalstars vorbei, posierten vor Lady Gaga und knipsten uns mit Elvis. Weiter ging unsere Tour ins kleine Örtchen Alcantarilha, wo wir eine mit über 1.500 menschlichen Schädelknochen bestückte Totenkapelle besichtigten – ein wirklich gruseliges, aber beeindruckendes Erlebnis. Gegen 17:30 Uhr wurde es dunkel und wir machten uns auf den Rückweg in unser Apartment. Mit einem Gläschen Wein auf der Terrasse ließen wir die Eindrücke des Tages Revue passieren, anschließend machten wir uns frisch und fuhren (da die Altstadt derzeit ja leider geschlossen war) zum sogenannten „Strip“ – einem weiteren Ausgehviertel Albufeiras. Whow – hiermit hatten wir nicht gerechnet – urplötzlich fanden wir uns am Ballermann wieder! Unzählige Bars, Diskotheken, Kneipen, Billardclubs und Pubs reihten sich aneinander, dazwischen Tatoostudios, 24/7 China-Supermärkte und Läden mit „Ray Beno“-Sonnenbrillen und „Dolce & Dolce“ Handtaschen. Es war unglaublich laut, aus jedem Laden dröhnte andere Musik, betrunkene Holländer und Engländer wankten über die Straße, vor den einzelnen Bars lauerte jeweils ein penetranter Anquatscher. Nein – so hatten wir uns den Abend nicht vorgestellt. Einige Straßen entfernt entdeckten wir zufällig ein brasilianisches Restaurant, in welchem „brasilianisches Buffet“ angeboten wurde. Wir wussten hiermit nicht viel anzufangen, ein netter Angestellter erklärte es uns jedoch geduldig und führte uns sogar in die Küche um uns zu überzeugen: Vorspeißen, Beilagen & Desserts gab es als Buffet, dazu bruzzelten in der Küche 17 (!) verschiedene Fleischspieße über dem Feuer. Alle paar Minuten lief der Küchenchef mit einem anderen Spieß durch das Restaurant und säbelte den Gästen ein Stückchen Frisch-Gegrilltes direkt auf den Teller – echt mal was anderes! Wir schlemmten uns durch Huhn und Rind, Schwein und Pute, aßen Chorizos, Spareribs, Iberico-Schwein, Wellfleisch, Knoblauch-Rind usw., zum Dessert brachte er gegrillte Ananas. Wir hatten großen Spaß, das Essen war lecker, wenn natürlich auch viel zu viel, mit größter Anstrengung schafften wir gerade einmal die Hälfte der Köstlichkeiten, und wir hatten einen tollen Abend – besser kann ein Urlaubstag nicht enden J.

Auch heute starteten wir mit einem langgezogenen Frühstück, einer extra Tasse Kaffee und unseren Büchern auf unserem wunderschönen Meerblick-Balkon in den Tag. Anschließend fuhren wir bei wieder schönstem Wetter in Richtung Westen die Küste der Algarve entlang. Wir hielten mal an diesem Strand, mal in jenem Ort und ließen uns einfach durch die wunderschöne Landschaft treiben. Erstes Highlight des Tages war die Pilgerkapelle Nossa Senhora da Rocha, eine von Fischern im 16. Jahrhundert gebaute Pilgerkapelle auf einem Felsvorsprung. Die Kapelle war schön, Highlight hieran war jedoch eher die Lage – der Blick von der steilen Klippenwand hinunter zu sandigen Badebuchten war atemberaubend. Hier ging die Sandalgarve langsam in die Felsalgarve über, das Meer wurde türkisfarbener, die Klippen leuchteten golden in der Sonne, die Buchten waren einsam und umso schöner. Wir wanderten ein Stückchen den Klippenpfad entlang und genossen die schönen Ausblicke auf´s Meer. Nächster Stop waren die Felshöhlen Algar Seco. Über Jahrtausende haben Wind und Wasser hier die Felsen aus Muschelkalk ausgewaschen und zu bizarren Höhlen, Bögen und Grotten geformt. Es machte irre Spaß in den Grotten umher zu klettern und wir konnten viele tolle Fotos schießen. Faszinierend – in manchen Ländern waren die schönsten Sehenswürdigkeiten tatsächlich noch kostenfrei J. Im Nobelort Carvoeiro bestaunten wir erst die schicken Villen am Waldrand und hielten dann spontan in der Innenstadt an einem netten Café um etwas zu trinken und ein großes Eis zu essen. Im nächsten Ort Ferragudo schauten wir uns kurz um und beneideten die vielen freistehenden Womo´s, die sicher etwas mehr Zeit mitgebracht hatten als wir… sofort begann es in der Magengrube zu stechen und wir begannen einmal mehr von unserem größten Traum, der Reise auf unbestimmte Zeit, zu träumen… Am Strand entdeckten wir dann die Strandbar des hießigen Yachtclubs, zwei Liegestühle im Sand in direkter Front-Row zum Meer waren noch frei – spontan nahmen wir wieder Platz, steckten die Nasen in die Sonne und bestellten die erste Flasche Vino Verde…. schön… auch die zweite Flasche war schnell geleert, eine Portion Fish & Chips stillte den Hunger und wir quatschten uns richtig fest – erst 4 Stunden später verließen wir die Bar, der Besitzer gab uns die Visitenkarte eines Dekolädchens in der Stadt mit, weil Tatj die Sprüchetafeln an den Wänden so gut gefallen hatten. Den Laden fanden wir zwar, die hübschen Sprüchetafeln gab es jedoch leider nicht mehr – schade! Der nächste Ort Portimao konnte uns nicht wirklich begeistern, stattdessen hielten wir am Strand von Alvor an um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Eine schmale Landzunge verdarb uns zwar den Sonnenuntergang im Meer, schön war es jedoch trotzdem. Als es bereits Dunkel war fuhren wir zurück in die Stadt ins Aqua Portimao Shoppingcenter, Tatj entdeckte den ihr aus Spanien sehr gut bekannten Laden „lefties“ und wir verließen diesen auch erst 1 Stunde später und um 6 Teile reicher J. Im hiesigen Jumbo-Supermarkt kauften wir noch etwas Brot, Wurst & Käse, dann fuhren wir zurück in unser Apartment und ließen den Abend mit einer leckeren Brotzeit auf unserem Balkon ausklingen. Ein zweiter, absolut perfekter Urlaubstag!

Heute beschlossen wir uns das Hinterland der Algarve anzuschauen. Wir fuhren durch riesige Orangenplantagen, vorbei an sprudelnden Flüssen und Bächen, durch Korkeichen-Wälder, grüne Hügel und tiefe Täler mit den für diese Gegend bekannten Erdbeerbäumen, aus dessen Frucht einmal im Jahr der portugiesische Medronho-Schnaps gebrannt wurde. Entlang des Flusses Odelouca fuhren wir in die Serra nach Alferce und von hier aus weiter nach Monchique. Wir hielten mal hier, mal da, testeten eine der vielen Heilquellen und fuhren den höchsten Berg der Algarve, den 902 m hohen Foia hinauf, genossen den Ausblick, wanderten etwas umher und tranken etwas in der Gipfelbar. Eigentlich wollten wir uns von hier aus noch die Stadt Monchique sowie einen in der Nähe gelegenen Wasserfall anschauen, leider reichte die Zeit nicht aus und wir mussten zurück nach Silves, da hier eine Überraschung auf Jan wartete: eine 2-stündige Offroad-Buggy-Tour mit dem Engländer Dan und einem weiteren englischen Pärchen. Wir wurden vorab darüber informiert, dass wir ggf. ein Wechselshirt benötigen würden und auch, dass es eine etwas wildere Tour werden könnte, doch was dann passierte übertraf all unsere Erwartungen: Mit bis zu 50 km/h bretterten wir steile Hügel hinauf, querfeldein durch Geröll und Felder, über Wurzeln und Schlaglöcher, Stock und Stein, durch Pfützen, Flüsse und Matschlöcher. Die Fahrt machte irre viel Spaß, Jan am Steuer war total in seinem Element. Die Sonne lachte vom Himmel, um uns herum wunderschöne Landschaften, Wälder und Plantagen, Berge und Täler. In unseren kurzen Verschnaufpausen klauten wir sonnenverwöhnte Orangen von den Bäumen oder testeten die Früchte des Erdbeerbaumes. Spannend war auch die Besichtigung des Barragem de Odelouca, einer 130 m langen Staumauer, die den Odelouca hier zu einem 93 m tiefen See staut. Nach 2 Stunden kamen wir klatschnass und über und über mit Matsch und Staub bedeckt zurück an unser Auto. Wechselhosen und -shirts hatten wir zwar dabei, aber selbst unsere Unterwäsche war klatschnass, die Schuhe zu braunen Schlammhäufchen verklebt und die Haare von rotbraunem Staub bedeckt – so konnten wir uns unmöglich an die geplante Besichtigung der Stadt Silves machen, ein kurzer Blick aus dem Auto auf die Burg musste ausreichen, dann machten wir uns auf den Weg in unser Apartment, warfen unsere Klamotten in die Waschmaschine und duschten erstmal ausgiebig. Nach einer kurzen Entspannungspause mit einem Glas Wein und unseren Büchern auf unserem Balkon gingen wir in das nur wenige Meter entfernte Restaurant Tasca direkt am Hafen und aßen hier leckere Seebrasse mit Kartoffeln und Steak mit Pommes zu Abend, nebenher konnten wir den Grand Slam of Darts live an den großen Bildschirmen mitverfolgen. Zurück im Apartment machten wir es uns heute mal auf dem Sofa gemütlich, wir mussten Veronica versprechen wenigstens einmal durch das 400 (!) Sender umfassende TV-Angebot zu zappen und entdeckten dabei unzählige spannende Sender wie beispielsweise diverse Reisesendungen oder einen eigenen Vicoria´s Secret Sender J.

Leider konnte der für heute geplante Paragliding-Flug für Jan aufgrund der Windverhältnisse nicht stattfinden, so fuhren wir nach dem Frühstück wieder in Richtung Westen die Küste entlang. In der schönen Stadt Lagos stoppten wir, schlenderten an der breiten Hafenpromenade mit vielen kleinen Verkaufsbuden entlang, gingen zum Strand und spazierten durch die verwinkelten Gässchen in der Innenstadt mit einladenden Cafés, stattlichen Burgen, beeindruckenden Kirchen und vielen kleinen ausgefallenen Lädchen. Weiter ging die Fahrt zum Ponta da Piedade. An einem Leuchtturm inmitten eines schönen Wandergebiets fiel eine 20 m hohe Steilwand ins Meer hinab, unten befand sich eine wunderschöne Landschaft aus Grotten, Höhlen, Felsformationen, Tunneln, Toren, Bögen und Felsbrocken, die ins Meer ragten. Wir kletterten erst oben über die Felsen und genossen die Ausblicke auf diese faszinierende Landschaft, anschließend machte Jan sich an den steilen Abstieg über viele Treppenstufen hinunter an die kleine Bucht, um die Formationen aus nächster Nähe betrachten zu können. Wieder ein tolles, kostenfreies Erlebnis! Wir fuhren weiter nach Sagres und fanden hier an einer windgeschützten Badebucht ein nettes Café, ließen uns zu einem Cheeseburger und einer Cola nieder und beneideten die vielen Badenden darum, dass sie schlauer als wir waren und ihre Badesachen eingepackt hatten… Weiter ging unsere Tour durch das Ort und zur Fortaleza-Burg, welche wir jedoch nur von Außen besichtigten – das Feeling hier draußen auf der Straße hatte es uns mehr angetan: viele bunt bemalte Hippiebusse, unzählige freistehende Womo´s, hippe Leute, junge Familien auf Elternzeitreise, lässiges Surferfeeling – hier gefiel es uns richtig gut! An einem anderen Strand schauten wir eine Weile den vielen Surfern zu, dann besichtigten wir das Cabo de Sao Vicente, die Südwestspitze des europäischen Festlands, wo ein stattlicher Leuchtturm auf einer bis zu 70 Meter hohen Steilküste thronte. Anschließend fuhren wir noch ein Stückchen die Westküste Portugals hoch, hier gab es jedoch nichts Spannendes zu entdecken, weshalb wir wieder umkehrten, uns einen Snack & etwas zu Trinken im Supermarkt besorgten und uns auf den Felsklippen ein einsames Plätzchen suchten, um den Sonnenuntergang über dem Meer zu schauen. Wie immer verdorben uns einige Wolken weit draußen über dem Meer die letzten entscheidenden Meter, schön war es jedoch trotzdem. Zurück in unserem Apartment wurden wir von einer Flasche Vino Verde von Veronica überrascht und machten uns mit dieser und einigen Antipasti einen tollen Abend auf unserem Balkon.

Heute machten wir uns nach dem Frühstück (mittlerweile erkannte man Jan im hiesigen Bäckerladen – wir fühlten uns immer wohler hier!) auf den Weg in Richtung Osten, erster Stop war der Ort Almancil, wo wir uns die vollständig mit blau-weißen Kacheln ausgekleidete Kirche Igreja de São Lourenço anschauen wollten. Hierfür verlangte man jedoch einen (auch noch recht hohen) Eintritt – für eine Kirche unseres Erachtens absolut unverschämt! Wir beließen es deshalb bei der Besichtigung von Außen und fuhren weiter nach Estoi, wo wir die römische Ausgrabungsstätte von Milreu besichtigten – ganz nett gemacht, aber kein echtes Must-See. In der hübschen Innenstadt bummelten wir noch etwas umher und besichtigten die imposante Kirche. Die Gärten im Rokokopalast sahen nicht so spannend aus wie im Reiseführer beschrieben, weshalb wir auch auf diese Besichtigung verzichteten und durch die Schickeria-Vororte von Faro mit unzähligen Golfplätzen, Edelboutiquen und Luxus­hotels zum Ria Formosa Nationalpark fuhren. Diese 170 km² große Lagunenlandschaft soll sich besonders gut zum Wandern eignen. Wir fuhren mehrere Stellen an, konnten jedoch außer schönen Sandstränden nichts entdecken, weder Wanderwege noch Infotafeln. Nach einiger Zeit landeten wir auf einer vorgelagerten Insel, die mit einer großen Brücke mit dem Festland verbunden ist – der Strand von Faro. Feiner Sand, imposant hohe Wellen, kleine Bars und Restaurants – alles erinnerte ein wenig an Key West, oder noch besser an Shelter Island bei San Diego. Wir setzten uns in den Sand, beobachteten die (erfolglosen) Angler am Strand und die hohen Wellen (vor welchen manch Sonnenanbeter nicht mehr rechtzeitig flüchten konnte J.) In einer Bar tranken wir etwas, dann brachen wir wieder auf und fuhren noch einmal ins Inland in Richtung Loulé. Die berühmte maurisch inspirierte Markthalle hatte jedoch leider geschlossen, auch die im Reiseführer angepriesenen Kunsthandwerksläden konnten wir nicht finden. Nichts desto trotz unternahmen wir einen kleinen Stadtbummel, schauten in einige Klamottenläden hinein, besichtigten die Überreste der alten Stadtmauer und eine große Kirche. Als die Dunkelheit herein brach machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Apartment, tranken noch ein Gläschen Wein und fuhren dann wieder in Richtung Strip. Der obere Teil der Partymeile war deutlich ruhiger, hier befanden sich mehr Restaurants als Bars, leider hatte zur Nebensaison wie überall sehr viel geschlossen. Auf der Suche nach einer geöffneten, einladenden Lokalität trafen wir auf eine ganze Horde Engländer, die zielstrebig eine recht unscheinbare Gaststätte ansteuerten. Kurz darauf kam eine Gruppe Holländer und lief ebenfalls in dieses Restaurant. Nun denn – wenn alle dahin gehen musste das ja einen Grund haben, also hinterher! Wir hatten Glück und ergatterten in der urigen Gaststätte noch den letzten Tisch, viele weitere Gäste mussten leider abgewiesen werden. Die Bedienung war sehr freundlich und kurz darauf erfuhren wir auch wieso hier soviel los war: Für 8 Euro pro Person gab es ein 3-Gang-Menue nach Wahl, Brot und Oliven, Kaffee und ein Freigetränk– kaum zu fassen! So aßen wir Brot & Oliven, anschließend eine leckere Kartoffelsuppe, zum Hauptgang Lachsfilet und ein Steak mit Beilagen, zum Dessert Schokokuchen mit Sahne und einem Kaffee, selbst der Weißwein war inklusive. Satt und zufrieden schlenderten wir dann noch einmal den kompletten Strip entlang, stoppten in einem der 24-Stunden-Supermärkte um noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und fuhren dann zurück zum Apartment. Auch wenn uns die Ostküste der Algarve heute nicht ganz so überzeugen konnte wie der Westen hatten wir einen schönen Urlaubstag, der mit einem leckeren und günstigen Essen abgerundet wurde – was will man mehr J.

Happy Birthday Jan – und herzlich Willkommen zu deinem zweiten Geburtstag in der Sonne, hoffen wir, dass er genauso toll wird wie der 13.11.2012 in Florida! Nach einem ausgiebigen Geburtstagsfrühstück und dem obligatorischen Auspacken der Geschenke fuhren wir zum nahe gelegenen Strand und verbrachten hier einige schöne Stunden mit Sonnenbaden und hatten viel Spaß in der hohen und recht kühlen Meeresbrandung J. Am Nachmittag fuhren wir wieder in Richtung Westen, gingen hier etwas am Strand spazieren und pausierten dann in einem Eiscafé bevor wir weiter nach Guia ins Einkaufszentrum fuhren. Hier erstand Jan noch einen schönen Pullover, anschließend stoppten wir in einem rießigen China-Kaufhaus und bestaunten die große Auswahl an unnötigem Ramsch JAm Abend folgten wir einem weiteren Restauranttipp von Veronica und fuhren ins Restaurant des Lost & Found Hostels. Absolut empfehlenswert – der Service war ausgezeichnet, die Location genau die richtige Mischung aus modern und gemütlich und das Essen schmeckte fantastisch: Für Jan gab es ein direkt am Tisch aufgeschnittenes, zartes, 400g schweres Rinderfilet mit einer doppelten Portion Pommes, für Tatj eine Pfanne mit Iberico-Schwein und Muscheln, dazu eine Art sämigen Kartoffelstampf – ausgesprochen lecker und ein wirklich gelungener Abend. Zurück im Apartment erfuhren wir leider per NTV-Ticker von den Anschlägen in Paris, was uns die Laune auf einen Tagesabschluss auf der Terrasse gründlich verdarb L. Wir schalteten den TV ein und verfolgten die schrecklichen Ereignisse dann bis tief in die Nacht hinein live mit L.

Ausschlafen, duschen, Koffer packen. Das letzte Frühstück dieses Urlaubs wollten wir im Riviera verbringen, ein hoch gelobtes Café im Ort, leider hatte es wegen Renovierungsarbeiten derzeit geschlossen. Zufällig entdeckten wir ein anderes Café und konnten hier noch ausgiebig in der Sonne schlemmen. Am späten Vormittag machten wir uns dann auf den Weg nach Faro, fanden einen zentralen Parkplatz und schauten uns die Hauptstadt der Algarve an. Schönes Städtchen mit einigen netten Ecken, die Kirchen kosteten jedoch wieder hohe Eintrittsgelder und ansonsten hatten wir alles recht zügig abgehandelt, weshalb wir noch einmal zum Faro-Beach fuhren, uns in die Sonne setzten und die letzten Stunden in vollen Zügen genossen. In einer Strandbar ergatterten wir noch ein schönes Plätzchen und Tatj aß hier noch ein riesiges Thunfischsandwich bevor wir uns auf den Rückweg zum Flughafen machten. Erstaunlicher Weise waren wir knapp 800 Km in dieser Woche gefahren, obwohl wir nicht das Gefühl hatten viel im Auto gesessen zu haben. Autorückgabe und Flug-Checkin waren schnell erledigt und prinzipiell wäre unser Plan den letzten Urlaubstag noch einmal perfekt auszunutzen aufgegangen – leider hatte unsere Maschine 2 Stunden Verspätung L. So mussten wir doch noch etwas Zeit am Flughafen hinter uns bringen, saßen hier lange in einem Café, bummelten durch die Duty-Free-Shops und Jan aß bei Subway noch zu Abend. Die gestrigen Ereignisse spukten jedoch unvermeidlich in unseren Köpfen umher, gerade an Flughäfen fühlte man sich in solchen Situationen ja nicht gerade wohl. Ein schräger Typ, der mit gebrochenem Englisch und schlechten Manieren auf sich Aufmerksam machte und dann seinen Rucksack stehen ließ um durch den Hinterausgang des Flughafengebäudes spurlos zu verschwinden (glaubt mir, wir haben ihn überall, sogar auf den Toiletten, gesucht) trug nicht gerade zu einem besseren Bauchgefühl bei. Tatj meldete den Vorfall – glücklicherweise schien aber alles gut gegangen zu sein. Der Heimflug war dann soweit in Ordnung, als Entschädigung für´s warten spendierte Germanwings zumindest eine Runde Freigetränke für alle – welch noble Geste…. ;-). Auch die Heimfahrt über die menschenleeren Autobahnen verlief gut und in der Nacht kamen wir dann zuhause an.

Fazit

Diese Reise hat sich absolut gelohnt und war ein wunderbarer Abschluss für unser diesjähriges Reisejahr! Die Algarve hat uns sehr gut gefallen, es gab viel zu sehen und zu unternehmen, das Essen war lecker, der Vino Verde fantastisch und die Menschen allesamt sehr freundlich. Dass das Wetter so super werden würde hatten wir nicht erwartet, natürlich war es aber umso schöner. Die Abwicklung über AirBnB war total unkompliziert und wir hatten für einen absoluten Spot-Preis eine wunderschöne Ferienwohnung, in der wir uns pudelwohl gefühlt haben und gerne noch einige Wochen länger geblieben wären. Generell war das Preisniveau dank Nebensaison sensationell günstig, der Mietwagen kostete uns für die ganze Woche gerade mal 31 Euro p.P…. Auch wenn einiges geschlossen hatte würden wir die Nebensaison jedem nur empfehlen – nirgends war es überfüllt, nie hatte man das Gefühl in einer Massenabfertigung zu stecken. Highlight war natürlich die Buggy-Tour mit Dan von Bulldog-Buggies – ein unglaublich witziges Erlebnis! Wir kommen definitiv wieder nach Portugal und freuen uns schon sehr auf die anderen Ecken des Landes – am liebsten natürlich mit viel Zeit und unserem Womo!

 

Und hier noch das Actioncam-Video zu dieser Reise:

Albufeira 2014

So lässt es sich arbeiten - Jan wurde zu einer Schulung nach Albufeira in Portugal geladen. Bei über 20 Grad und Sonnenschein blieb ihm jedoch leider kaum Freizeit um das Meer oder die schöne 5*-Anlage zu genießen, zu straff war das Schulungsprogramm. Abwechslung zum normalen Arbeitsalltag boten diese Tage jedoch allemal und die Zeit reichte gerade so um einige Mitbringsel wie sonnenverwöhnte Orangen oder ein gutes Olivenöl einzukaufen.