Kroatien (03.09.-20.09.2018 und 22.09.-29.09.2018)

Kroatien haben wir vor 5 Jahren schon einmal ausgiebig bereist und uns damals total in das Land verliebt. Schnell stand somit für uns fest, dass wir hier noch einmal etwas mehr Zeit verbringen wollen, bevorzugt natürlich in den Gegenden, die wir noch nicht kennen. Und Besuch kündigte sich an – eine ganze Menge sogar. 2 Treffen haben leider nicht geklappt, aber ganze 3 Mal durften wir Freunde und Familie aus Deutschland begrüßen. Das erste Treffen fand gleich an unserem ersten Tag im Land statt: auf dem wunderschönen Camp Slapic in Duga Resa, etwas weiter im Inland an einem Fluss gelegen, nahmen wir Tatj’s Eltern in Empfang. Auch in diesem Jahr hatten sie sich ein Wohnmobil geliehen und würden die nächsten 3 Wochen gemeinsam mit uns das Land bereisen – eine tolle Zeit! Wir blieben überall mehrere Nächte, fuhren meist nur wenige Kilometer und ließen es uns richtig gut gehen.

In Duga Resa spazierten wir am unfassbar klaren Fluss entlang, entdeckten lauschige Badeplätze und Lianen um sich ins Wasser zu schwingen. Nach etwa 5 Kilometern Spaziergang kamen wir an eine Jungle-Bar, wo Zoé Enten füttern und Jan angeln konnte während wir uns erfrischende Radler schmecken ließen. Mit der Fähre ging es dann auf die Insel Cres. Durch Olivenhaine, wilde Maccia und Pinienwälder ging unsere Fahrt zur Inselhauptstadt, wo wir auf einem rießigen Familiencampingplatz eincheckten. Die Lage war super, in wenigen Minuten war man direkt am Meer entlang ins Stadtzentrum spaziert, wir standen unter Pinienbäumen, es gab Strände, Spielplätze und sogar eine Bimmelbahn. In der Summe sind diese Rießen-Dinger aber nicht so unseres. Cres-Stadt war jedoch wunderschön! Wir schlenderten am Hafen entlang, aßen Eis und stromerten dann durch winzige, schmale Gässchen. Katzen streunerten umher, die weißen Kopfsteinpflastergassen waren blitz blank gewienert, kleine Souvenirständchen verkauften Olivenöl, Lavendelsäckchen und Sommerkleidchen. In einer kleinen Konoba ließen wir uns am Abend üppige Fleischplatten und guten Wein schmecken. Im kleinen autofreien Örtchen Valun rasteten wir an einer schönen Badebucht, in Belej verleitete uns ein am Straßenrand über dem Grill brutzelndes Spanferkel zu einer spontanen Rast. An rot-weiß karierten Tischdecken unter Olivenbäumen verbrachten wir ein paar leckere, entspannte Stunden. Eine kleine Drehbrücke brachte uns danach auf die Nachbarinsel Lošinj. Hier war das Klima milder, Palmen, blühende Oleander und Mandarinenbäume bestimmten das Landschaftsbild. Besonders gut hat es uns im Örtchen Veli Lošinj gefallen, wo wir einmal mehr durch schmale Gässchen bis zum Kirchturm am Hafen schlenderten. In Osor mieteten wir uns auf einem kleinen Camp mit Meerblick ein, zweimal am Tag konnten wir von hier beobachten wie die Drehbrücke geöffnet wurde um die vielen Segelboote passieren zu lassen. Tagsüber spielten wir mit Zoé am kleinen Kiesstrand und lagen faul in der Sonne. Das Örtchen selbst hatte verwinkelte Gässchen, kleine Café’s, gemütliche Konobas, einen beeindruckenden freistehenden Glockenturm und viele im Dorf verteilte Bronzestatuen zu bieten, im Hafenrestaurant gab es am Abend fantastischen Fisch. Eine weitere kurze Fährfahrt brachte uns dann auf die Insel Krk. So richtig überzeugen konnte uns die Insel nicht, selbst jetzt Mitte September war sie touristisch vollkommen überlaufen, die Campingplatzbetreiber verlangten bis zu 100€ pro Nacht! Zum Glück fanden wir 2 Plätzchen auf einem privaten Autocamp in Malinska, was wir als Basislager zur Inselerkundung nutzten. Der Badeplatz war flach und sauber, an der belebten Hafenpromenade reihten sich Souvenirstände, Eisdielen, Restaurants und Spielplätze aneinander. In Krk-Stadt bestaunten wir die mit Marmorplatten ausgelegte Piazza, die imposante Basilika, hippe kleine Lädchen – und unzählige Reisegruppen. Das Wein-Dorf Vrbnik mit seinen Weinkellern, blanken Kopfsteinpflaster-Gassen und alten Kirchen hat uns da schon besser gefallen. Direkt am Meer kehrten wir in eine Pizzeria ein, in welcher es Steinofen-Pizza für die Männer und Antipasti-Teller mit selbstgemachtem Käse, Salami, Oliven und Ruccola für die Frauen gab. In den ehemaligen Salzgärten der Solinebucht wollten wir eigentlich den Nachmittag mit einem Bad verbringen, der glitschige Heilschlamm konnte uns aber nicht so recht überzeugen. Schönster Ort der Insel war ein alter Steinbruch in der Nähe von Voz: von der flachen Meeresbucht aus hatte man einen tollen Blick auf die Krk-Brücke. Genau diese brachte uns dann auf’s Festland und wir kurvten die Magistrale hinab gen Süden. Ein kleines Autocamp am Meer wurde zum nächsten Lager auserkoren, lange spielten wir mit Zoé und unserer Luftmatratze im Meer, sahen einen großen Seestern und hatten einen unvergesslichen Sonnenuntergang. Nach einigen Tagen süßem Nichtstun am Strand und im Meer brachen wir zum Paklenica Nationalpark auf – es wurde mal wieder Zeit für eine Wanderung. Der Wanderweg führte durch eine schöne Schlucht im Velebit-Gebirge, nach knapp 2 Stunden erreichten wir eine Berghütte, wo wir uns kurz erfrischten bevor es an den Abstieg ging. Im Tal angekommen machten wir ein ausgiebiges Mittagspicknick und schauten den vielen Bergsteigern und Kletterern zu. An einem schönen sonnigen Mittag trafen wir uns mit unseren Freunden Nici, Moe und Maya in Zadar und verlebten einen tollen Tag mit den Kids in der Stadt. Wir spazierten die Uferpromenade Obala Kralja entlang, lauschten der Meeresorgel, ließen die Kids Eis essen, Katzen streicheln und Karussell fahren, aßen leckere Burger, schauten kurz einer Hochzeit zu – und unsere Tochter machte vor lauter Aufregung das erste Mal in ihrem Leben keinen Mittagsschlaf J.

In der Nacht wurden wir auf einem schrecklichen Autocamp in Bibinje unfassbar von Schnaken verstochen, wovon wir uns in einer Strandbar bei Sukošan am nächsten Tag erholten. Auf der Halbinsel Murter entdeckten wir dann einen ganz tollen kleinen Campingplatz unter Olivenbäumen an einem schönen Kiesstrand mit Spielplatz und Bar, fußläufig zum Hafen und vielen Restaurants. In der Konoba Denis verspeisten wir das bislang beste kroatische Essen dieser Reise und Zoé entdeckte ihre Vorliebe für Muscheln. Zum Abschluss der gemeinsamen Reise mit Ulla und Arno unternahmen wir dann doch noch zwei Dinge, die wir von unserer letzten Kroatienreise bereits kannten: einen Boots-Ausflug in den Kornati-Nationalpark (der uns diesmal nicht ganz so gut gefallen hat da die Haltestopps etwas öde waren und das Boot recht überfüllt war, immerhin die frisch gegrillte Makrele war sehr lecker) und einen Ausflug in den Nationalpark Plitvicer Seen (der wieder super schön und beeindruckend war). Dann hieß es leider Abschied nehmen von Tatj’s Eltern und vorerst auch von Kroatien. Die Rückreise in den Süden machten wir über Bosnien und Herzegowina, bevor wir in der Nähe von Split wieder auf die kroatische Küste stießen. Zufällig kamen wir am Autocamp Delfin vorbei, das uns vor 5 Jahren schon gut gefallen hatte, und wieder verbrachten wir zwei herrliche Tage am Meer. Auch das kroatische Restaurant von damals war noch da und wir gönnten uns eine rießige Balkan-Platte mit einer Karaffe Wein und verbrachten hier einen langen gemütlichen Abend. Auf dem Camp Rozac in Trogir bekamen wir einen traumhaften Platz direkt in erster Meeresreihe, das Mobilhome hinter uns war für unseren nächsten Besuch reserviert – Tatj’s Schwester Dine kam mit ihrem Mann Alex. 5 schöne Tage lagen vor uns, in denen wir viel mit Zoé spielten, den Spätsommer am Strand und im Meer genossen, lecker aßen und viel Spaß hatten. An einem Tag spielten wir ein fesselndes Exit-Game, ein anderes Mal fuhren wir mit dem Taxi-Boot in die UNESCO-Welterbestadt Trogir. Schmale Gässchen, ein Fort am Hafen, Souvenirs, Eiscafés und Restaurants – es war wieder einmal super schön. Auf einem kleinen Markt erstanden wir noch leckeren Schinken und Käse für Zoé’s Geburtstagsessen, am Abend kehrten wir in ein gemütliches Restaurant unter Weinreben ein. Ein ganz besonderes Highlight war natürlich Zoé’s zweiter Geburtstag, den sie auch in diesem Jahr bei Sonnenschein am Strand verbringen konnte. Es gab Geschenke, Luftballons, Ständchen, Smarties-Kuchen, Kerzen, ein leckeres Antipasti-Buffet am Abend und ganz viel Zeit zum Spielen und Toben am Meer – happy Birthday kleine Maus! Und dann hieß es leider auch schon wieder Abschied nehmen von Dine und Alex – und nun auch endgültig von Kroatien – zumindest für diese Reise.

 

Fazit Kroatien:

Auch dieses Mal hat uns Kroatien wieder richtig gut gefallen und es bleibt weiterhin eines unserer Lieblingsländer. Nirgends ist das Meer so schön klar und blau, das Essen so lecker und die Luft so wunderbar würzig duftend nach Pinien, Lavendel, Maccia und Kräutern. Wir lieben es durch die kleinen Gässchen der Orte zu schlendern und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Das Reisen im Land ist unvergleichlich einfach, es gibt unzählige Campingplätze und Autocamps, jeder spricht deutsch und englisch, von Lidl bis DM findet man alles was man von zu Hause kennt. Und wer genug vom süßen Strandleben hat, für den bietet das Hinterland die schönste Natur. Als „Balkan-Staat“ kann man das Land eigentlich kaum noch bezeichnen, es ähnelt deutlich mehr Italien als beispielsweise Bosnien. Kroatien ist touristisch bestens erschlossen und voll entwickelt, der Tourismus boomt (nach unserem Geschmack viel zu viel) und das Preisniveau hat sich entsprechend angepasst. Die Menschen sind freundlich, verständlicherweise aber auch langsam etwas von den Touristenmassen genervt. Spuren vom Krieg sieht man praktisch garnicht mehr und es ist ein absolut sicheres Reiseland. Wir kommen definitiv gerne wieder!